Motor-Spezialist über Autoindustrie: „Wenn das Verbrenner-Verbot bleibt, sind mindestens 200.000 Jobs weg“
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Ab 2035 sollen in der Europäischen Union keine Verbrenner-Autos mehr zugelassen werden dürfen. Ausnahme sind sogenannte E-Fuels. Die Folgen für die Automobilindustrie in Deutschland wären verheerend.
„Wenn das Verbrenner-Verbot bleibt, sind mindestens 200.000 Jobs weg“, sagt Motor-Experte und Ingenieur Dr. Thomas Koch im Nachrichten-Talk „Stimmt!“. Diese bedrohliche Lage sei allerdings bei den Wenigsten präsent. „Wir sitzen noch immer ziemlich sorgenlos wie die gesättigten Tiere auf dem Luxusdampfer Titanic. Vermeintlich unsinkbar“, so der Ingenieur. Dabei brauche es jetzt einen dringenden Kurswechsel. „Raus aus den gefährlichen Gewässern“ bevor es zu spät sei.
„Der ganze Mittelstand steht auf der Kippe“
Nicht nur in der Produktion selbst seien Jobs gefährdet, auch die Zulieferer der Autoindustrie strichen stetig „tausende, zehntausende“ Stellen. „Neben Audi, Mercedes, BMW, ist es der ganze Mittelstand, der auf der Kippe steht“, sagt Koch im NIUS-Talk. Gründe dafür liegen in der vereinfachten Herstellung des Elektroautos. Es brauche weniger Teile und viele von ihnen würden im Ausland und nicht vor Ort gefertigt. Für Koch ist klar: „Wir brauchen auch den Verbrennermotor als Rückgrat unserer Industrie!“

Das Daimler-Werk in Baden-Württemberg.
„Ihr begeht Bilanzbetrug“
Aus Perspektive der Klimafreundlichkeit ergebe das radikale Umsteigen auf E-Autos wenig Sinn, ist der Ingenieur überzeugt. „In der Produktion hat ein Elektroauto etwa 14 Tonnen CO2. Ein Verbrenner-Fahrzeug etwa 8 bis 9 Tonnen. Beim Verbrenner ist auch das Recycling schon wunderbar erprobt. Das ist alles bei E-Fahrzeugen noch nicht der Fall“. Studien würden außerdem zeigen, dass selbst mit einer europaweiten Elektrifizierung des Verkehrssektors noch immer 30.000 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr entstünden. „Wir, dutzende, hunderte Wissenschaftler haben der EU-Kommission auch gesagt, das geht schief. Ihr begeht Bilanzbetrug“, erzählt Koch im Stimmt-Talk.
Der Experte fasst zusammen: „Man muss Elektroautos ergänzend als zusätzliches Element sehen, und nicht ideologisch als einziges.“
Die ganze Sendung „Stimmt!“ sehen Sie hier:
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