Neue Studie: Fast jedes 10. Unternehmen will aus Deutschland weg
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Inflation, Energiekrise, sinkende Arbeitsanreize, schrumpfende Wirtschaft: Unternehmen in Deutschland stehen vor zunehmenden Herausforderungen.
Eine Umfrage der Friedrich-Naumann-Stiftung, die der WELT vorab vorlag, zeigt, dass viele Firmen der einst prosperierenden Wirtschaftsmacht Deutschland den Rücken kehren wollen.
Neue Studie im Auftrag der Friedrich-Naumann-Stiftung
Neben den hohen Kosten für Energie und dem sinkenden Arbeitsanreiz durch Bürgergeld gibt es ein weiteres Problem, das Unternehmen zu schaffen macht: die Demografie. Die Menschen werden älter und sind länger Empfänger von Sozialleistungen, gleichzeitig kommen weniger neue Arbeitskräfte nach. Das ist auf lange Sicht das Todesurteil eines Sozialstaates, der von fleißig arbeitenden, steuerzahlenden Menschen lebt.
Das Meinungsforschungsinstitut Ipsos hat im Auftrag der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung 600 Personal-Experten aus Deutschland und Großbritannien befragt, wie sie dem Personalmangel entgegenwirken wollen.

Ende November kündigte der französische Reifenhersteller Michelin an, seine Werke in Deutschland zu schließen. Unter anderem aufgrund der hohen Energiekosten.
9 Prozent der deutschen Unternehmen wollen ins Ausland
9 Prozent der befragten deutschen Personaler ziehen es in Erwägung, das Unternehmen ganz oder teilweise ins Ausland zu verlagern. Also fast jedes 10. Unternehmen! In Großbritannien sind es sogar 11 Prozent. Denn vor allem in den Ländern des sogenannten „Globalen Südens“ ist die Bevölkerung sehr viel jünger, gleichzeitig mangelt es an gut bezahlter Arbeit. Hier sehen die Autoren der Studie eine „Win-Win-Situation“.
58 Prozent der deutschen Befragten denken über Outsourcing von bestimmten Arbeitsprozessen ins außereuropäische Ausland nach. Unter den britischen Umfrageteilnehmern sind es sogar 70 Prozent.

Zahlreiche Unternehmen haben bereits jetzt Mitarbeiter aus der ganzen Welt. Besonders in Callcentern oder dem IT-Sektor.
Schon jetzt ist es üblich, dass Firmen Menschen aus der ganzen Welt als Arbeitskräfte anwerben. Meist haben sie dann aber keinen deutschen Vertrag, sondern unterschreiben ein sogenanntes „Service Agreement“ und sind unter den arbeitsrechtlichen Bedingungen ihres jeweiligen Landes tätig. Das spart Kosten, verhindert aber auch Steuereinnahmen.
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