Neuer Trend: Auch Tui setzt jetzt auf Nachtzüge
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Der Start in den Urlaub könnte bald für viele Kunden nicht am Flughafen, sondern am Bahnhof beginnen. Im Frühjahr wurde die Nachtzugstrecke zwischen Berlin und Brüssel von „European Sleeper“ wieder aufgenommen. Jetzt hat auch der Reise-Konzern Tui aus Hannover angekündigt, zehn Nachtzugverbindungen innerhalb Europas anzubieten.
Wie Unternehmenssprecher Aage Dünhaupt auf NIUS-Anfrage bestätigte, sind Strecken von Deutschland, den Niederlanden, Belgien nach Frankreich, Italien, Österreich und auch Skandinavien im Gespräch. Bereits jetzt fährt ein Zug mit Schlafmöglichkeiten von Amsterdam aus über Deutschland nach Prag.

So könnte das Abteil der Tui-Nachtzüge künftig aussehen. Ein Abteil im neuen „Legewagen comfort“ des Nightjet der Österreichischen Bundesbahn am Bahnhof Altona.
Der Fahrgastverband „Pro Bahn“ findet diesen Schritt richtig. Seit 2020 hat sich die Zahl der Angebote von 90 auf heute über 200 Verbindungen verdoppelt.
„Mit dem Nachtzug zu fahren ist wieder in Mode. Entscheidend ist, dass es ein Angebot gibt“, sagt Detlef Neuß, Bundesvorsitzender von „Pro Bahn“. Die Deutsche Bahn (DB) hatte 2016 ihr Nachtzugangebot komplett eingestellt. Begründung: Nicht wirtschaftlich.
Es scheint, als würde die DB den Nachtzug-Trend verschlafen. Aktuell ist die Österreichische Bundesbahn (ÖBB) der größte Betreiber von Nachtzügen innerhalb Deutschlands. Von Dezember bis März hält jetzt auch ein Tui-Express auf dem Weg nach Österreich in Köln, Bonn und Frankfurt am Main. „Gerade beim Skiexpress im Winter entfällt die lange Anreise mit dem Auto und damit auch die Nutzung überfüllter Straßen“, sagt Tui-Sprecher Dünhaupt.
Ob die Zugreise wirklich eine Entlastung für die Kunden wird, bleibt fraglich. Denn die Züge müssen das marode Streckennetz der Deutschen Bahn (DB) nutzen. Bereits jetzt sind Verspätungen an der Tagesordnung.
Tui beschwichtigt: „Zur Zeit handelt es sich um zwei Abfahrten die Woche – da ist die Koordination übersichtlich. Grundsätzlich sind wir mit dem Anbieter der Züge im Austausch und bereits im vergangenen Winter war der Betrieb aus den Niederlanden nach Österreich durchaus zuverlässig“, sagt Sprecher Dünhaupt.

Ein Flugzeug von TUI fly Belgium hebt am Flughafen Brüssel ab.
Klar ist: Aus liebe zur Umweltschutz-Aspekten hat sich Tui nicht für diesen Schritt entschieden. Vielmehr handele es sich um ein zusätzliches Angebot, so der Konzern. Die eigene Airline „Tui fly“ fliegt weiterhin Ziele in Südeuropa an.
Für Bahnkunden ist die Entscheidung des Reisekonzerns von Bedeutung, findet der Fahrgastverband „Pro Bahn“. „Konkurrenz auf der Schiene nützt den Kunden. Sie haben dadurch eine größere Auswahl, nicht zuletzt beim Preis“, sagt Detlef Neuß.
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