NIUS exklusiv: Bürgergeld-Zahlungen lagen 2025 erneut bei fast 47 Milliarden Euro
Ein Beitrag von
Eine exklusive Auswertung der Bundesagentur für Arbeit für NIUS zeigt: 2025 überwiesen die Jobcenter erneut fast 47 Milliarden Euro an Bürgergeldempfänger. Die Rekordzahlungen aus dem vorherigen Jahr wurden damit nur knapp verpasst. Noch immer geht fast jeder zweite Euro im Bürgergeld an Personen ohne deutschen Pass.
Im Jahresdurchschnitt haben 2025 in Deutschland rund 5,3 Millionen Menschen Bürgergeld bezogen. 2,8 Millionen von ihnen besaßen die deutsche Staatsangehörigkeit (52,8 Prozent). 2,5 Millionen waren ausländische Staatsbürger (47,2 Prozent).
Während die Arbeitslosenzahlen seit vielen Jahren meist nach unten tendieren – 2010 gab es noch 6,4 Millionen Hartz-IV-Empfänger – stiegen die Transferleistungen über die Jahre massiv an. Noch 2015 wurden durch die Jobcenter rund 34,9 Milliarden Euro ausgezahlt. Mittlerweile liegt die Summe bei 46,6 Milliarden Euro im Jahr – ein Anstieg um 33,5 Prozent. Die 46,6 Milliarden Euro umfassen die normalen Regelsätze für Bürgergeldempfänger, aber auch die Kosten für die Unterkunft und die Heizung.

Mittlerweile liegt die Summe der Transferleistungen bei 46,6 Milliarden Euro im Jahr – ein Anstieg um 33,5 Prozent im Vergleich zum Jahr 2015.
Massiver Zuzug aus außereuropäischen Ländern
Im Vergleich zum Vorjahr sind 2025 die Zahlungen für deutsche Transferleistungsempfänger leicht angewachsen. 2024 zahlten die Jobcenter 24,7 Milliarden Euro aus, ein Jahr später waren es 24,9 Milliarden Euro. Die Summe bei ausländischen Empfängern hingegen sank leicht von 22,2 Milliarden Euro auf 21,7 Milliarden Euro.

Die Zahlungen an ausländische Empfänger stiegen von 6,9 Milliarden Euro im Jahr 2010 auf 22,2 Milliarden Euro im Jahr 2024.
Ein Hauptgrund für die gestiegenen Zahlungen an Ausländer in den vergangenen Jahren war insbesondere die Asylzuwanderung seit 2015. Durch den massiven Zuzug aus außereuropäischen Ländern gelangt das Sozialsystem in Deutschland zunehmend an seine Grenzen. Mittlerweile überweisen die Jobcenter 7,2 Milliarden Euro an Personen, die aus den Top-8-Asylländern stammen. Das bedeutet eine Verzehnfachung der bewilligten Summe für diesen Personenkreis seit 2010.

Die größte Gruppe der Bürgergeld-Empfänger unter den Asylbewerbern stellen die Syrer mit rund 3,9 Milliarden Euro.
Gestiegen sind dabei die Zahlungen an afghanische Staatsangehörige, von denen noch immer rund 200.000 Personen im Bürgergeldbezug leben. Während die Jobcenter 2024 noch rund 1,6 Milliarden Euro auszahlten, lag die Summe für afghanische Transferleistungsempfänger ein Jahr später bei knapp 1,7 Milliarden Euro. Dagegen sanken bei Syrern die Bürgergeld-Überweisungen von 4,1 Milliarden Euro (2024) auf 3,9 Milliarden Euro (2025). Rund 444.000 der 936.000 Syrer in Deutschland bezogen im Dezember 2025 Bürgergeld.
Fast 21 Milliarden Euro gingen seit 2022 an Ukrainer
Durch die Folgen des Ukraine-Krieges kam eine zusätzliche Belastung für das Sozialsystem hinzu. Flüchtlinge aus der Ukraine wurden direkt in das SGB-II-System aufgenommen und konnten Bürgergeld beantragen. Deshalb explodierten auch hier die Zahlungen der Jobcenter. Im vergangenen Jahr erhielten ukrainische Bürgergeldempfänger sechs Milliarden Euro – das sind 0,3 Milliarden Euro weniger als 2024. Damit flossen seit 2022 rund 20,9 Milliarden Euro Bürgergeld an ukrainische Flüchtlinge.

Ukrainische Flüchtlinge sollen künftig nicht mehr direkt ins Bürgergeld fallen.
Demnächst könnte für ukrainische Staatsbürger eine Änderung in Kraft treten. Alle Ukrainer, die nach dem 1. April 2025 nach Deutschland kamen und weiterhin kommen, sollen kein Bürgergeld, sondern nur noch Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten. Der Bundestag hatte das Vorhaben bereits Ende 2025 beschlossen, der Bundesrat muss noch zustimmen.
Bürgergeld wird abgeschafft
Es ist nicht die einzige Änderung, die vor der Tür steht. Ab Juli soll das Bürgergeld abgeschafft und durch die neue Grundsicherung ersetzt werden. Bei verpassten Terminen beim Jobcenter drohen Kürzungen von bis zu 30 Prozent. Wiederholte Verstöße oder die Ablehnung eines Jobs können zum Totalentzug führen. An der generellen Höhe der Bezüge ändert sich jedoch nichts. Alleinstehende erhalten weiterhin 563 Euro, Miete und Heizung werden weiterhin übernommen.
„Wir haben im Ergebnis eine gute Reform, mit der wir Menschen helfen, die Unterstützung brauchen, und mit der wir mehr Mitwirkung erwarten“, erklärte Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) im März in der Rheinischen Post.
Noch im Wahlkampf hatte Friedrich Merz durch eine Bürgergeld-Reform Einsparungen im „zweistelligen Milliardenbereich“ in Aussicht gestellt – schon während der Regierungsbildung halbierte er dieses Ziel dann auf fünf Milliarden Euro. Mittlerweile gehen Schätzungen davon aus, dass sich die Einsparungen im Bereich von unter 100 Millionen Euro bewegen – wenn es denn überhaupt zu Einsparungen kommen wird.
Haben Sie einen Hinweis zu diesem Thema? Hier können Sie uns schreiben.
Haben Sie Fehler entdeckt? Dann weisen Sie uns gern darauf hin.
Mehr NIUS:
Bund der Steuerzahler: Von jedem verdienten Euro bleiben den Bürgern nur 46,9 Cent
Daimler-Truck-Chefin warnt vor existenziellen Folgen der EU-Klimavorgaben
So sprachen die Autobosse noch im Jahr 2015 über die E-Mobilität
Firmenpleiten in Deutschland steigen weiter an
Erste Sparmaßnahmen jetzt offiziell: VW halbiert Modellpalette
Klingbeils Schuldenorgie frisst Deutschlands Zukunft
Auto-Industrie: Porsche streicht weitere 4.000 Stellen
Größte Finanzkrise deutscher Kommunen seit Bestehen der Bundesrepublik: Die Kommunen stehen vor dem Bankrott
Mehr NIUS:
Firmenpleiten in Deutschland steigen weiter an
Erste Sparmaßnahmen jetzt offiziell: VW halbiert Modellpalette
Klingbeils Schuldenorgie frisst Deutschlands Zukunft
Auto-Industrie: Porsche streicht weitere 4.000 Stellen
Größte Finanzkrise deutscher Kommunen seit Bestehen der Bundesrepublik: Die Kommunen stehen vor dem Bankrott
Wirtschaftsrat-Boss warnt vor Renten-Populismus: „Den Fallschirm nicht zu öffnen, ist keine Strategie“
Allianz-Chef Oliver Bäte: „Die Party ist zu Ende“
Arbeitslosigkeit sinkt nur leicht: Nahles sieht „kaum Veränderung“ am Arbeitsmarkt
Björn Harms
Artikel teilen
Kommentare