Personal-Chefin von Siemens warnt vor der 4-Tage-Woche: „Kürzere Arbeitszeiten können wir uns volkswirtschaftlich nicht leisten“
Ein Beitrag von
Irre Diskussion um die 4-Tage-Woche: Die Gewerkschaften fordern sie bei vollem Lohnausgleich. SPD, Linke und Grüne haben sich der Forderung angeschlossen, weil so angeblich die Arbeitsmoral gesteigert werde.
Ob wir uns die 4-Tage-Woche überhaupt leisten können, wird meist gar nicht erst hinterfragt. Anders beim Siemens-Konzern (320.000 Mitarbeiter, Umsatz weltweit 77,8 Milliarden Euro, in Deutschland 12,7 Milliarden Euro). In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung erklärt Personal-Chefin und Vorstandsmitglied Judith Wiese, warum in Deutschland eine Verkürzung der Arbeitszeit nicht funktionieren kann.

Judith Wiese, Personal-Chefin bei Siemens
Ihre wichtigsten Sätze:
Deutsche arbeiten weniger als die Menschen in den USA
„Für ein Land wie Deutschland, das so schnell altert und in dem Fachkräfte fehlen, ist eine Debatte über kürzere Arbeitszeiten ziemlich heikel. Wir sehen bei Siemens keinen Trend zur 4-Tage-Woche. In Deutschland arbeiten die Menschen schon heute rund 500 Stunden weniger im Jahr als zum Beispiel in den USA.“
Lebenslanges Lernen
„Eine Diskussion über kürzere Arbeitszeiten können wir uns volkswirtschaftlich ganz klar nicht leisten. Es geht darum, wie Menschen durch lebenslanges Lernen beschäftigungsfähig bleiben, und wie wir es noch mehr Menschen ermöglichen können, einer Beschäftigung nachzugehen – idealerweise in Vollzeit und mit ausreichender Flexibilität.“
Fehlende Innovation
„Deutschland hat an Attraktivität verloren, vor allem, was den Erhalt unserer Innovationsfähigkeit betrifft. Deshalb wären wir gut beraten, hier mehr zu investieren. Wir brauchen verlässliche Investitionen, beispielsweise in die Infrastruktur, in die E-Mobilität, in die Schiene, Energieinfrastrukturen und 5G-Netze. Verlässlichkeit wäre manchmal sehr wünschenswert.“
Löst Zuwanderung Probleme?
„Wir benötigen in jedem Fall Fachkräfte aus dem Ausland. Wir haben als weltumspannendes Unternehmen hier eine sehr glückliche Position, denn Siemens-Mitarbeitende aus anderen Ländern interessieren sich nach wie vor dafür, in Deutschland zu arbeiten. Wir sehen zum Beispiel oft, dass Software-Experten aus Indien gerne zu uns kommen.“
Zu wenig Verlässlichkeit
„Wir dürfen nicht übersehen, dass derzeit vieles zusammenkommt: Klimapolitische Herausforderungen, die demografische Entwicklung und die dringend notwendige Digitalisierung. Dazu geopolitische Verwerfungen. Hier brauchen wir Verlässlichkeit und Stabilität und einen klaren Weg nach vorn. Damit hat sich die Ampel bisher leider nicht immer hervorgetan“.
Mehr NIUS:
Mercedes-Aufsichtsratsvorsitzender Brudermüller: „Die Situation in Deutschland ist viel ernster, als die meisten denken“
Bier seit 1627: Braunschweiger Traditionsbrauerei Wolters stellt Insolvenzantrag
Deutsche sparen vor allem bei Kleidung und Restaurantbesuchen
VW zieht Stellen-Kahlschlag durch: 50.000 Jobs sollen weg
Kredit-Poker: 12.000 Galeria-Mitarbeiter bangen um ihre Jobs
Wer einen limitierten Ferrari will, muss zuerst das E-Auto kaufen
Cyberangriff auf dänischen Pharmakonzern! Erpresser verlangen 25 Millionen US-Dollar
Immer teurer: Für viele stirbt der Traum vom Eigenheim
Mehr NIUS:
VW zieht Stellen-Kahlschlag durch: 50.000 Jobs sollen weg
Kredit-Poker: 12.000 Galeria-Mitarbeiter bangen um ihre Jobs
Wer einen limitierten Ferrari will, muss zuerst das E-Auto kaufen
Cyberangriff auf dänischen Pharmakonzern! Erpresser verlangen 25 Millionen US-Dollar
Immer teurer: Für viele stirbt der Traum vom Eigenheim
Wird Werbung für Fleischprodukte bald verboten?
SpaceX ist fast so viel wert wie der gesamte DAX
Wirtschaftsrat-Boss warnt: Bundesregierung droht auf dem harten Eis der neuen Zeit auszurutschen
Redaktion
Artikel teilen
Kommentare