Plötzlich 165 Mal teurer als Frankreich: Diese Schock-Ereignis zeigt, wie hoch der wahre deutsche Strompreis ist
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Und plötzlich zeigt sich, was Strom in Deutschland ohne Importe aus dem Ausland kosten kann ...
Strom war am Mittwoch in Deutschland ein echtes Luxusgut und zigfach teurer als in den Nachbarländern – obwohl mit Blick auf Wind und Sonne ein ganz normaler Strom-Tag herrschte. Während die Megawattstunde (1000 Kilowattstunden) in Frankreich nicht einmal 3 Euro kostete, waren es in Deutschland fast 500 Euro – etwa 166 Mal so hoch. Der Grund: Wegen eines technischen Fehlers an Europas größter Strombörse „epexspot“ war der Strom-Handel zwischen den Ländern nicht möglich, alle Länder waren also mit ihrer Strom-Produktion auf sich alleine gestellt.
Deutsche Strom-Händler konnten also keinen günstigeren Strom aus dem Ausland einkaufen, was dazu führte, dass schnell deutsche Kohle- und Gas-Kraftwerke hochgefahren werden mussten, um 7 Gigawatt fehlenden Strom zu erzeugen – was den Preis hat explodieren lassen.
Die Ursache für den Preis-Schock bestätigt auch die Bundesnetzagentur auf NIUS-Nachfrage: „Nach ersten Informationen kam es aufgrund eines technischen Problems bei der Strombörse ,epexspot‘ zu einer teilweisen Entkopplung der Strommärkte.“ Die Versorgungssicherheit sei nicht in Gefahr gewesen, heißt es weiter.

In Deutschland war Strom am Day-ahead-Markt mit riesigem Abstand am teuersten.
Jeden Tag um 12 Uhr wird an der Strombörse für den Folgetag ein Preis mit allen erwarteten Stromproduktionen aus Wind, Solar, Kernenergie und sämtlichen konventionellen Kraftwerken sowieso den Stromflüssen über Landesgrenzen hinweg errechnet, der sogenannten „Day-Ahead-Preis“ – weil die Importe und Exporte wegen der technischen Probleme aber nicht in die Preise mit einbezogen werden konnten, waren die Preise regional so unterschiedlich und in Deutschland so exorbitant hoch.
War das der „wahre deutsche Strompreis“?
Der Preis-Schock: Ein großes Indiz dafür, wie hoch die „wahren Strompreise“ in Deutschland wären, würde der günstige Atom- und Windstrom aus dem Ausland nicht zur Verfügung stehen und wie abhängig Deutschland inzwischen von ausländischen Importen ist, um einigermaßen wettbewerbsfähig Strompreise zu haben.
„Dass Deutschland ein Kapazitätsproblem hat, ist allen im Stromhandel-Segment klar, aber wie stark sich das auswirken kann, hätten selbst unsere erfahrensten Analysten überrascht“, sagte der Geschäftsführer eines großen europäischen Stromhändlers zu NIUS. Und weiter: „Der gestrige Tag, der aus Sicht von Wind und Sonne ein ganz normaler war, ist ein eindeutiger Hinweis darauf, was in Deutschland bei der Energiewende alles falsch läuft.“
Der FDP-Energieexperte Michael Kruse schrieb bei X: „2,33€/kWh – so sieht es aus, wenn Deutschland keinen Strom aus den Nachbarländern bekommt. Mittags Überproduktion, abends Mangel. Die Habeck-Subventionspolitik ist gescheitert. Wir müssen Erzeugung und Verbrauch über den Markt zusammenbringen und die EEG-Förderung beenden.“

Der FDP-Politiker Michael Kruse
Selbst die Bundesnetzagentur gibt auf Nachfrage vorsichtig zu, dass Strom in Deutschland ohne die Auslands-Importe eine ganze Ecke teurer wäre.
Wörtlich heißt es von der Habeck-Behörde: „Grundsätzlich sorgt das market coupling (die länderübergreifende Verbindung der Strom-Märkte, d.Red.) dafür, dass zu jedem Zeitpunkt wohlfahrtsoptimale Preise entstehen. Deutschland verfügt über ausreichend Erzeugungskapazitäten, um seinen Bedarf zu decken. Wenn importiert wird, dann also aus wirtschaftlichen Gründen; der Bedarf könnte jederzeit alternativ aus inländischen, aber teureren Kraftwerken gedeckt werden.
Heißt übersetzt: Deutschland kann sich jederzeit selbst mit Strom versorgen, jedoch zu sehr hohen Preisen und nur mit großem CO2-Ausstoß.
Bleibt die Frage, ob die enormen Preis-Unterschiede beim Strom stellvertretend für die Energie-Situation der einzelnen Länder stehen. Sicher geben sie klare Hinweise darauf, welche Nation sich wettbewerbsfähig selbst mit Energie versorgen kann und, dass Deutschland auf diesem Gebiet mit der „Energiewende“ Schlusslicht in Europa zu sein scheint. Wegen der Spontanität des Wegfalls der Strom-Importe dürfte der Preis jedoch besonders stark gestiegen sein. Darauf weist auch die Bundesnetzagentur hin: „Da das Marktverhalten einen Fehler nicht antizipiert, sind die Ergebnisse im Fehlerfall nicht repräsentativ.“
Mehr NIUS: Gau am Strommarkt: Deutscher Strompreis 16.500 Prozent höher als in Frankreich
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