Preis-Lotto! Warum Sixt, SAP und Hertz jetzt die Finger von Tesla lassen
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Die Autovermieter Sixt und Hertz vollziehen eine strategische Wende in ihrem Engagement für Elektromobilität. Nachdem die Unternehmen groß angekündigt hatten, ihre Flotten mit Elektroautos, insbesondere von Tesla, zu erweitern, scheint nun der Rückzug angesagt. Der Grund: unerwartet hohe Kosten und ein Problem, das so alt ist wie der Automobilverkauf selbst – der Restwert.
Sixt kündigte an, keine weiteren Tesla-Fahrzeuge mehr zu erwerben und gleichzeitig die Anzahl der Teslas in der Flotte zu reduzieren. Einer der Hauptgründe ist der Wiederverkaufswert der Elektroautos, der durch die Preispolitik von Tesla besonders betroffen scheint. Im Gegensatz zu anderen Marken, bei denen Rückkaufvereinbarungen mit den Herstellern üblich sind, existieren solche Vereinbarungen bei Tesla nicht. Dies macht die Kalkulation von Restwerten für die Vermieter besonders risikoreich. Wenn Hersteller wie Tesla dann über Nacht den Preis ihrer Fahrzeuge um bis zu 10 Prozent senken, ist dies ein Dolchstoß für jede Restwert-Kalkulation.
Hertz ist zu schnell voran geprescht
Hertz steht vor ähnlichen Herausforderungen. Hohe Reparaturkosten nach Unfällen und die damit verbundenen hohen Abschreibungen belasten das Unternehmen. Der Autovermieter gab bekannt, 20.000 Elektroautos zu verkaufen und durch Verbrenner zu ersetzen. Diese Entscheidung wird durch die Erfahrung gestützt, dass die Ausgaben für Reparaturen bei Elektroautos im letzten Quartal besonders hoch waren.

Weltweit konnten Kunden an Hertz-Stationen explizit ein E-Auto von Tesla anmieten.
Gegenüber der Wirtschaftswoche analysiert Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach: Hertz sei in der E-Mobilität schlichtweg zu schnell vorgeprescht mit seinen Ausbauzielen. Hertz hatte im Herbst 2021 angekündigt, 100.000 Teslas zu kaufen. Danach wurde mitgeteilt, dass 175.000 Elektroautos bei General Motors und 65.000 bei Polestar bestellt werden sollen.
Software-Gigant SAP ist nie mit Tesla warm geworden
Rund 27.000 Fahrzeuge hat der Software-Konzern SAP in seiner Firmen-Flotte. Schon 2021 verkündete der Konzern selbstsicher: Ab 2025 wird es keine Verbrenner mehr bei uns geben. Jeder Dienstwagen-Fahrer muss ab 2025 verpflichtend ein reines E-Auto als Dienstwagen wählen.

Bereit für E-Mobilität: SAP hat an seinen deutschen Standorten schon heute mehr als 800 E-Ladesäulen in Betrieb.
Fest steht: Tesla wird den Bedarf von SAP an 27.000 E-Fahrzeugen nicht mit abdecken. „Die Listenpreise schwanken bei Tesla stärker als bei anderen Herstellern, das erschwert die Planung und ist ein höheres Risiko für uns“, begründet Steffen Krautwasser, Flottenchef bei SAP, die Entscheidung gegenüber dem Handelsblatt.
Nach NIUS-Informationen ist SAP als Großkonzern nie mit dem Unternehmen von Elon Musk warm geworden. Es gab im Unternehmen eine Testphase mit circa 20 Fahrzeugen des Typ Model S. Diese lief nicht sehr erfolgreich: Man gewährte keine Rabatte, es gab keine Wartungs-Zentren in der Nähe der Firmenzentrale. Außerdem waren die Liefertermine seitens des Herstellers nahezu unplanbar, gar willkürlich. Das unkalkulierbare Risiko des Restwerts bildet durch die zahlreichen Preisanpassungen seitens Tesla die Spitze des Eisbergs.
E-Mobilität als Zukunftsmodell dennoch nicht vom Tisch
Trotz des Rückzugs von Tesla bleibt das Ziel der Autovermieter, ihre Flotten zu elektrifizieren, bestehen. Sixt strebt an, bis zum Ende des Jahrzehnts 70 bis 90 Prozent seiner Flotte zu elektrifizieren. Auch Hertz möchte den E-Anteil der Flotte weiter steigern, bremst mit die Entwicklung nur weiter aus.
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