Rezession-Alarm auch fürs neue Jahr! Verschlimmert sich die Krise noch mal?
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Die deutsche Bundesregierung rechnet für 2024 mit einem Wirtschaftswachstum von 1,3 Prozent. Die sogenannten Wirtschaftsweisen gehen von 0,7 Prozent Wachstum aus.
Doch bereits jetzt warnen die Volkswirte der Commerzbank: Auch 2024 dürfte die deutsche Volkswirtschaft schrumpfen!

Die Wirtschaftsweisen übergeben ihr Jahresgutachten 2023/2024 an Bundeskanzler Olaf Scholz.
Seit einem Jahr befindet sich Deutschland in der Wirtschaftskrise. Insbesondere die Industrie hat unter den hohen Energiepreisen und politischer Unsicherheit zu leiden. Die deutsche Industrieproduktion geht rasant zurück.
Siehe auch: Turbo-Deindustrialisierung: Diese Kurve zeigt Deutschlands rasanten Abstieg
Doch nicht nur die gegenwärtige Situation ist schwierig, auch für die Zukunft verheißen sich leerende Auftragsbücher der Unternehmen wenig Hoffnung. Daher sehen die Volkswirte der Commerzbank im Schrumpfen der deutschen Wirtschaft über die letzten Quartale hinweg keine Ausrutscher, sondern erwarten ein erneutes Minus im Winterhalbjahr, dem kein ordentlicher Aufschwung folgen wird.
Industrieproduktion dürfte weiter deutlich sinken!
Der Rückgang bei den Aufträgen dürfte sich, laut Commerzbank, in einem „deutlichen Rückgang der Industrieproduktion“ niederschlagen. Mittlerweile hätten die Unternehmen ihre – in der Covid-Zeit liegengebliebenen – Aufträge abgearbeitet. Ohne neue Aufträge werde die Produktions-Tätigkeit sinken.
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Aber auch von der Konsumenten-Seite droht Gefahr. Laut Daten des Statistischen Bundesamt sinken die realen Einzelhandelsumsätze seit Jahren. Dies liegt daran, dass die Konsumenten durch die Inflation real ärmer geworden sind, weil die Löhne und Gehälter nicht im selben Maße gestiegen sind. Die Commerzbank geht nicht davon aus, dass sich der reale Konsum erholen wird. Begründet wird dies mit der miesen Konsumentenstimmung.

Dem Einzelhandel drohen auch massive Einbrüche im Weihnachtsgeschäft: 28 Prozent der Deutschen wollen in diesem Jahr weniger Geld für Weihnachtsgeschenke ausgeben.
Tatsächlich ist die Stimmung der deutschen Konsumenten seit zweieinhalb Jahren auf historischen Tiefstständen. Es hat sich etwas fundamental verändert. Selbst in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit (2002 bis 2005) oder der globalen Finanzkrise (2008 bis 2009) war die Stimmung der Konsumenten deutlich besser und vor allem recht stabil.

Zinsniveau dürfte zusätzlich belastend wirken
Aber auch das höhere Zinsniveau in der Eurozone dürfte im kommenden Jahr seine Wirkungen zeigen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat in vielen Zinsschritten den Leitzins von 0 Prozent auf 4,5 Prozent erhöht.
Leitzinserhöhungen wirken typischerweise mit Zeitverzögerung auf die Wirtschaft. Wenn das Zinsniveau steigt, dann werden Investitionen teurer. Bereits finanzierte Aktivitäten, wie etwa der Hausbau, werden allerdings nicht abgebrochen, nur weil das zukünftige Zinsniveau höher ist. Deshalb dauert es etwas, bis das höhere Zinsniveau vollständig auf den Wirtschaftszyklus wirkt. Volkswirte gehen von 9 bis 18 Monaten aus, die vergehen, bis das höhere Zinsniveau seine Wirkung auf Inflation und Wirtschaftswachstum zeigt.
Auf X weist der Chefvolkswirt der Commerzbank, Jörg Krämer, darauf hin, dass beispielsweise der Auftragseingang im Hochbau 25 Prozent unter der aktuellen Produktion läge. Der Wohnungsbau alleine sei für 7 Prozent der jährlichen Wertschöpfung verantwortlich. Dies sei ein Grund, warum er von einer schrumpfenden Wertschöpfung 2024 ausgeht.

Strukturell ist der Wirtschaftsstandort Deutschland „massiv erodiert“
Neben den rein konjunkturellen Entwicklungen weist die Commerzbank aber auch auf die strukturellen Veränderungen hin. Die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Deutschland sei „in den zurückliegenden 15 Jahren massiv erodiert.“ Dazu komme eine starke Verunsicherung aufgrund der Wirtschafts- und Klimapolitik der deutschen Bundesregierung.
Ein weiteres Schrumpfen der deutschen Wirtschaft im kommenden Jahr ist also nicht nur auf konjunkturelle Entwicklungen zurückzuführen, sondern auch auf strukturelle, wirtschaftliche Schwächen in Deutschland, die sich, politisch bedingt, fortsetzen dürften.
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