Schmutzige Geschäfte: Der Volkswagen-Deal mit den Terror-Paten aus Katar
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Katar ist Großaktionär im VW-Konzern. Wenn man den VW-Verhaltenskodex für Geschäftspartner tatsächlich anwenden würde, dürfte der Autobauer nichts mit den Terrorfinanziers aus dem Emirat zu tun haben.
Das Emirat Katar steht jetzt, im Jahr nach der Fußball-WM, erneut im Zentrum des öffentlichen Interesses. Vor allem hinsichtlich der Frage: Warum werden die Terroristen der Hamas dort seit Jahren unterstützt und hofiert? Nach dem brutalen Überfall auf Israel hätte der kleine Staat am Persischen Golf die Pflicht, seine Verbindungen zur Hamas kappen. Das tut er aber ganz und gar nicht.
Hierzulande sah man Katar, zumindest in der Vergangenheit, als „seriösen Geschäftspartner“, wie Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil vergangenes Jahr sagte. Das Land Niedersachsen ist der zweitgrößte Aktionär im VW-Konzern.

Niedersachsens Ministerpräsident Weil sieht Katar als „seriösen Geschäftspartner“.
Der VW-Konzern hat strikte Regeln für alle Geschäftspartner, aber ...
Das Magazin Wirtschaftswoche hat den 27-seitigen Verhaltenskodex des VW-Konzerns genauer untersucht und aufgedeckt, wie unpassend Katar doch als Geschäftspartner für den Konzern ist. Als Beispiel hat das Magazin sieben Passagen des Kodex herausgearbeitet, die im krassen Gegensatz zum katarischen Geschäftsgebahren stehen.
NIUS stellt die drei eklatantesten Regelverstöße vor:
1. Klimaschutz
Das steht im VW-Kodex: „Die Geschäftspartner ergreifen geeignete Maßnahmen, um Luftemissionen, [...] zu reduzieren. [...] Sie sorgen für eine proaktive Verringerung der Treibhausgasemissionen.“
Die Realität ist eine andere: Der CO2-Ausstoß in Katar pro Kopf ist weltrekordverdächtig. 36 Tonnen pro Jahr sind viermal so viel wie etwa in Deutschland. Selbst die USA (15 Tonnen) und Saudi Arabien (19) Tonnen wirken im Vergleich wie die größten Umweltschützer. Einen Anlass für Veränderung sieht das Emirat nicht. Die Erdgas-Industrie macht 48 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus und soll weiter wachsen.

VW hat strikte Regeln für alle Geschäftspartner aufgestellt und diese in einem 27-seitigen „Code of Conduct“ festgehalten.
2. Körperliche Unversehrtheit
Das steht im VW-Kodex: „Die Geschäftspartner messen dem Schutz der körperlichen Unversehrtheit größte Bedeutung bei und ergreifen geeignete Maßnahmen, um die Achtung dieses [...] Rechts zu gewährleisten.“
Die Realität in Katar: Noch immer drohen für bestimmte Vergehen „Peitschenhiebe“, etwa für außerehelichen Geschlechtsverkehr oder den Konsum von Alkohol. Seit 2020 wird die Todesstrafe wieder angewendet. Zuletzt wurde ein nepalesischer Gastarbeiter von einem Erschießungskommando hingerichtet, weil er einen Mord begangen haben soll.
3. Terrorfinanzierung
Das steht dazu im VW-Kodex: „Die Geschäftspartner schließen aus, dass ihre Geschäftstätigkeit zur direkten oder indirekten Unterstützung von nicht-staatlichen bewaffneten Gruppierungen beiträgt.“
Die Realität ist eine andere: Nach Informationen aus deutschen Sicherheitskreisen unterstützt Katar die Hamas-Terroristen mit 30 Millionen US-Dollar pro Monat. Davon fließen 10 Millionen US-Dollar in bar sowie weitere 20 Millionen in Form von Baumaterialien und Kraftstoff.

Schon 2009 befürwortete der damalige Ministerpräsident Niedersachsens, Christian Wulff, den Einstieg Katars bei VW.
Mit diesen Regelverstößen wäre eine Zusammenarbeit von Volkswagen mit Katar im Prinzip nicht möglich, weder als Currywurstlieferant, noch als Reinigungsdienst oder Personaldienstleister.
Vielleicht liegt es daran, dass man sich Aktionäre einfach nicht aussuchen kann?
Stimmt so nicht ganz: Der Einstieg von Katar war sehr wohl gewollt und ausgesucht. Der damalige niedersächsische Ministerpräsident und spätere Bundespräsident Christian Wulff hat es selbst eingefädelt. „Das Land Niedersachsen hat politische Gespräche mit Katar geführt. Katar ist gewillt, in den integrierten Konzern einzusteigen“, sagte Wulff im Jahr 2009 der Wirtschaftswoche.
Für den VW-Konzern war Katar im Jahr 2009, bei der gescheiterten VW-Übernahme durch Porsche, ein geschätzter Geschäftspartner. Doch seriös waren die Kataris noch nie.
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