Schon mehr als 30.000 Mediziner arbeiten im Ausland: Deutschland laufen die Ärzte weg
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Deutschland ist nach Indien das Land mit der zweithöchsten Abwanderung von Ärztinnen und Ärzten weltweit, meldet die Welt.
Mehr als 30.000 in Deutschland geborene Mediziner arbeiten heute schon in anderen OECD-Staaten, also in Ländern der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, die 38 der reichsten Nationen der Welt vereint. Das sind doppelt so viele wie vor 20 Jahren.
Am liebsten arbeiten deutsche Ärzte in der Schweiz
Inzwischen arbeitet etwa jeder 13. deutsche Arzt im Ausland, wie der jährliche Migrationsbericht der OECD zeigt. Die Deutschen zieht es vor allem in die Schweiz wegen attraktiver Gehälter und besserer Arbeitsbedingungen. In Deutschland selbst übernehmen dafür zunehmend polnische Ärzte ihre Stellen – während in Polen wiederum Mediziner aus Bulgarien einspringen. Die internationale Mobilität im Gesundheitssektor nimmt dem Bericht zufolge stetig zu. Innerhalb der OECD wurde bereits jeder vierte Arzt und jede sechste Pflegekraft im Ausland geboren – das entspricht mehr als 830.000 Ärzten sowie 1,75 Millionen Pflegekräften.
40 Prozent aller migrierten Ärzte stammen aus Asien
Im globalen Vergleich liegt Deutschland heute auf Platz zwei der Länder, aus denen die meisten Ärzte auswandern – hinter Indien und noch vor China. Bei Pflegekräften belegt Polen Rang drei, hinter den Philippinen und Indien. Asien ist zusammengenommen der „größte medizinische Pool der Welt“ (OECD). 40 Prozent aller migrierten Ärzte und 37 Prozent der Pflegekräfte stammen aus Asien. Nur wenige Länder – etwa die USA, Australien und die Schweiz – ziehen mehr medizinisches Personal aus dem Ausland an, als sie selbst verlieren.
In Deutschland gibt es noch ein anderes Problem mit Ärzten – Überalterung. In Brandenburg zum Beispiel droht in den nächsten fünf Jahren ein zunehmender Versorgungsmangel bei Haus-, Fach- und Zahnärzten. Gerade in den nächsten fünf Jahren gingen die geburtenstarken Jahrgänge auch bei Ärztinnen und Ärzten in Rente, sagte die Vorstandschefin der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Brandenburg, Catrin Steiniger der Berliner Zeitung. Es werde schwierig, diese Reihen vollkommen aufzufüllen, vor allem auf dem Land. Ein Drittel der Hausärzte ist laut Verband 60 Jahre und älter, bei den Fachärzten sind es 29 Prozent.
Derzeit sind die Stellen von 400 Hausärztinnen und Hausärzten nach KV-Angaben nicht nachbesetzt. Bei den Fachärzten sei das Problem nicht so groß, sagte Steiniger. Am schwierigsten sei es, bei Haut- oder Augenärzten Termine zu finden. Als Gründe für das drohende Defizit nannte Steiniger vor allem Nachwuchsmangel wegen fehlender Ausbildungsmöglichkeiten.
Fazit: Mediziner-Notstand in Deutschland. Viele Ärzte laufen weg, viele Ärzte gehen in den Ruhestand – und es gibt zu wenig Nachwuchs.
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