So schlecht war es noch nie: Größte Wirtschaftskrise der Geschichte
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Die deutsche Wirtschaft wird auch im neuen Jahr schrumpfen – um 0,1 Prozent. Davon geht das Handelsblatt Research Institute (HRI) in seiner neuen Konjunkturprognose aus. Nach einem Minus von 0,3 Prozent im Jahr 2023 und 0,2 Prozent im gerade zu Ende vergangenen Jahr wäre dies der dritte Rückgang in Folge. Solch eine lange Durststrecke gab es noch nie in der bundesdeutschen Geschichte, schreibt das Handelsblatt.
Vor mehr als 20 Jahren, 2002 und 2003, war die deutsche Volkswirtschaft erstmalig zwei Jahre in Folge geschrumpft. Erst für 2026 rechnen die HRI-Ökonomen wieder mit einem leichten Wachstum von 0,9 Prozent. „Die deutsche Wirtschaft steckt in ihrer größten Krise der Nachkriegsgeschichte“, sagt Handelsblatt-Chefökonom Bert Rürup. „Pandemie, Energiekrise und Inflation haben die Deutschen im Schnitt ärmer gemacht.“ Angesichts des auf bescheidene 0,5 Prozent gesunkenen Wachstumspotentials sei keine baldige Besserung in Sicht, „da die Volkswirtschaft am Beginn eines kräftigen Alterungsschubs steht“.

Bert Rürup
Ein Viertel mehr Unternehmenspleiten
Im zu Ende gegangenen Jahr gab es nach Schätzungen der Wirtschaftsauskunftei Creditreform fast ein Viertel mehr Unternehmenspleiten als ein Jahr zuvor – 22.400 Unternehmen wurden insolvent, der höchste Wert seit 2015. Der Kreditversicherer Allianz Trade rechnet für 2025 mit einem weiteren Anstieg der Konkurse. Auch bei den Verbraucherinsolvenzen zeigt der Trend nach oben. Im vergangenen Jahr wird sich die Zahl der Verbraucherinsolvenzen Creditreform zufolge um 8,5 Prozent auf gut 72.000 Verfahren erhöht haben.
Stimmung sinkt weiter
Besonders schlecht ist die Stimmung in der Industrie. Hier ist der Anteil der Pessimisten fast doppelt so hoch wie der der Optimisten. Im Dezember rutschte das Ifo-Geschäftsklima weiter ab und notierte auf dem tiefsten Stand seit Mai 2020. Nicht zuletzt im verarbeitenden Gewerbe sank die Stimmung weiter – dem Herzen der deutschen Volkswirtschaft droht der Infarkt. Heute unterlassene Investitionen gefährden die Arbeitsplätze von morgen. Bereits jetzt vergeht kaum eine Woche, ohne dass nicht ein Industriekonzern Personalabbau ankündigt.
Auf breiter Front gingen Arbeitsplätze im produzierenden Gewerbe und in der Bauwirtschaft verloren. Das HRI geht davon aus, dass die Erwerbstätigkeit im abgelaufenen Jahr noch leicht auf 46,1 Millionen Personen gestiegen sein dürfte und damit ihr Maximum erreicht haben wird. Fortan erwartet das HRI einen Rückgang um rund 10.000 Erwerbstätige pro Monat – weniger aus konjunkturellen, sondern vor allem aus demografischen Gründen. Als erwerbstätig gilt, wer wenigstens eine Stunde pro Woche gegen Entgelt arbeitet.
Anders als zum Beispiel die Bundesregierung sieht das HRI perspektivisch keinen kräftigen Konsumschub. Das gestiegene Preisniveau zehrt trotz allmählich steigender Reallöhne am verfügbaren Einkommen. Nur 38 Prozent der Bundesbürger sehen nach einer Ipsos-Befragung aus dem Dezember das Land insgesamt auf dem richtigen Weg.
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