So viele Groß-Unternehmen pleite wie noch nie!
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Immer mehr große Unternehmen gegen Pleite – die Zahl der Groß-Insolvenzen ist in Deutschland auf Rekordniveau. In den ersten drei Quartalen 2023 haben 46 Unternehmen mit 50 Millionen Euro Umsatz oder mehr Insolvenz angemeldet. Das ist eine Groß-Pleite mehr als im bisherigen Rekordjahr 2020, dem ersten Jahr der Corona-Krise und doppelt so viele wie im gesamten Jahr 2016.
Das zeigt eine Studie des Kreditversicherers Allianz Trade.
„Die großen Insolvenzen sind in diesem Jahr zurückgekehrt und nehmen Kurs auf den Höchststand aus 2020“, sagt Maxime Lemerle, Leiter Insolvenzforschung bei Allianz Trade. „Besonders viele große Pleiten gab es im bisherigen Jahresverlauf im (Mode-)Einzelhandel, bei Krankenhäusern und im Maschinenbau.“
Demnach haben 12 große Textilunternehmen und Modeeinzelhändler, sechs Kliniken, fünf Maschinenbauer, vier Unternehmen aus der Metall- und drei Unternehmen aus der Baubranche Insolvenz anmelden müssen.

Das Projekt „Elbtower“ in Hamburg ist ein aktuelles Beispiel für Bauprojekte, die ins Straucheln geraten.
Keine guten Aussichten
Und obwohl sich Deutschland bei Groß-Insolvenzen bereits auf Rekord-Niveau liegt, sind die Wolken am Horizont dunkel:
Zum einen, weil das Weihnachtsgeschäft für die ohnehin angeknacksten Einzelhändler schwach ausfallen könnte: „In diesem Jahr dürften deutlich weniger Geschenke unter dem Weihnachtsbaum landen“, sagt Allianz Trad-Chef Milo Bogaerts. „Die Lebensmittelpreise sind trotz der geringeren Inflationsrate weiterhin hoch. Verbraucher sparen deshalb bei allen anderen Ausgaben: Sie gehen weniger aus, kaufen weniger Kleidung – und Weihnachtsgeschenke.“ Das wird vor allem Mode- und Elektronik-Einzelhändler sowie Spielwarenhersteller und -händler treffen.
Hinzu kommt, dass die ohnehin durch die Corona-Krise gebeutelte Gastronomie mit gleich zwei schlechten Vorzeichen zu kämpfen hat: Zahlungszurückhaltung bei den Gästen und der Erhöhung der Mehrwertsteuer von 7 auf 19 Prozent.

Viele Gastronomen können dem Kostendruck durch Miete, Heizkosten und Mindestlohn nicht mehr standhalten.
„Viele deutsche Unternehmen sind auch in diesen schwierigen Zeiten gut aufgestellt und haben die notwendigen Puffer – aber eben längst nicht alle“, sagt Bogaerts. „Wenn Wackelkandidaten dann beispielsweise noch Kredite zurückzahlen oder refinanzieren müssen, beispielsweise aus der Corona-Zeit, kann es schnell kippen.“
Insolvenzen schießen um mehr als 20 Prozent nach oben
Insgesamt schießt die Zahl der Regelinsolvenzen in Deutschland noch oben und nähert sich immer mehr dem Vor-Corona-Zeit an: Die Zahl ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im Oktober 2023 um 22,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Im September 2023 hatte sie bereits um 19,5 Prozent gegenüber September 2022 zugenommen, seit Juni 2023 sind durchgängig zweistellige Zuwachsraten im Vorjahresvergleich zu beobachten.
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