Standort Deutschland immer unattraktiver: Deshalb wandern die Unternehmen ab!
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Ein neuer Forschungsbericht des ifo Instituts zeichnet ein mehr als ernüchterndes Bild des Standorts Deutschland. 78 Prozent der deutschen Wirtschaftsexperten sind der Ansicht, dass Deutschland als Wirtschaftsstandort in den letzten 10 Jahren unattraktiver geworden ist. 48 Prozent erwarten sogar eine weitere Verschlechterung in den kommenden 10 Jahren!
Dies steht im Einklang mit den zunehmenden Meldungen von deutschen und ausländischen Unternehmen, dass sie ihre Investitionen am Standort Deutschland reduzieren werden – oder ihn gar nicht erst in Betracht ziehen.
Blicken wir auf die Gründe für diese Entscheidungen der Unternehmen:
Die wichtigsten Faktoren bei der Standortwahl
Das ifo Institut bezieht sich bei seinem Forschungsbericht auf globale Daten der Economic Experts Survey 2023. Experten wurden weltweit befragt, welche Faktoren besonders positiv für die Standortwahl sind und welche Faktoren besonders negativ auf die Standortwahl wirken.
Weltweit am negativsten wirken auf die Standortwahl: Bürokratie, Fachkräftemangel, politische Institutionen, hohe Arbeitskosten und hohe Steuern.

Negative Einflussfaktoren für einen Wirtschaftsstandort; Quelle: ifo Forschungsberichte: Experteneinschätzungen zum globalen Standortwettbewerb
Besonders positiv wirken sich für die Wahl eines Wirtschaftsstandorts aus: guter Bildungsstand, Fortschritte bei der Digitalisierung, eine gute Infrastruktur sowie sichere und günstige Energie.

Positive Einflussfaktoren für einen Wirtschaftsstandort; Quelle: ifo Forschungsberichte: Experteneinschätzungen zum globalen Standortwettbewerb
Bürokratie steigt, Bildungsniveau sinkt
Blicken wir auf die Entwicklung Deutschlands, kann es kaum verwundern, dass Deutschland als Wirtschaftsstandort zunehmend für unattraktiv gehalten wird. Unternehmen und Bürger klagen über massive Bürokratie, trotz Millionen Bürgergeld-Beziehern fehlt weiterhin Personal, die Politik sorgt im großen Stile für Unsicherheit, Steuern- und Sozialabgaben sind weiterhin auf weltweitem Rekordniveau.
Auch schneidet Deutschland bei internationalen Bildungswettbewerben immer schlechter ab, eine digitale Infrastruktur ist weiterhin nicht ausreichend gewährleistet und jeder Deutsche weiß wohl um die Entwicklungen bei der Energieversorgung und der Preisentwicklung.
Dies sehen auch die deutschen Wirtschaftsexperten so. Der Blick auf die positiven und negativen Faktoren für den deutschen Wirtschaftsstandort fällt ernüchternd aus.

Negative Einflussfaktoren für den deutschen Wirtschaftsstandort; Quelle: ifo Forschungsberichte: Experteneinschätzungen zum globalen Standortwettbewerb
Über 70 Prozent der befragten Experten in Deutschland beklagen eine zu hohe Bürokratie, über 50 Prozent der Experten bewerten den Zustand der Digitalisierung als ungenügend. Beides sind Themenfelder, die klar im Zuständigkeitsbereich der Politik liegen.
Experten sehen Deutschland auch in der Zukunft auf Absteigerposition
48 Prozent der befragten Experten sehen auch in den kommenden 10 Jahren eine weitere Verschlechterung des Standorts Deutschland. Nur 15 Prozent erwarten eine Verbesserung.

Im europäischen Vergleich ist das eine eindeutige Absteigerposition – insbesondere im Vergleich mit den großen deutschen Nachbarländern Frankreich und Polen. Dort erwarten die Experten eine Verbesserung des Wirtschaftsstandortes im globalen Wettbewerb. Am optimistischsten sind in Europa die Griechen.
Im internationalen Vergleich zeigen sich die Experten besonders optimistisch vor allem für Mittelamerika, der Karibik, Südamerika sowie Indien, Südostasien und den Nahen Osten.
Klarer Auftrag an die Politik
Es ist mehr als auffällig, dass die Gründe für den Abstieg Deutschlands als attraktiver Wirtschaftsstandort unmittelbar mit den Entscheidungen der deutschen Politik verbunden sind.
Um den deutschen Wirtschaftsstandort wieder attraktiver zu machen, bedarf es eines dringenden Bürokratieabbaus sowie raschen Fortschritten bei der Digitalisierung. Die ideologisch getriebene Energiepolitik, die sowohl die Energiesicherheit als auch die Energiepreise im Land gefährdet, muss beendet werden. Darüber hinaus müssen wieder mehr Leistungsanreize geschaffen werden, um dem Fachkräftemangel zu begegnen.
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