Statistisches Bundesamt: Industrieproduktion in Deutschland zum Jahresbeginn gesunken
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Die Industriekonjunktur in Deutschland ist schwach in das Jahr 2026 gestartet. Nach neuen Zahlen des Statistischen Bundesamtes wurde die Produktion im Produzierenden Gewerbe im Januar gegenüber dem Vormonat preis-, kalender- und saisonbereinigt um 0,5 Prozent zurückgefahren. Bereits im Dezember hatte es einen Rückgang gegeben, der inzwischen auf minus 1,0 Prozent nach oben korrigiert wurde.
Im weniger schwankungsanfälligen Dreimonatsvergleich ergibt sich dennoch ein leichter Zuwachs: Von November bis Januar stieg die Produktion um 0,9 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat liegt das Niveau allerdings weiterhin niedriger – arbeitstäglich bereinigt beträgt das Minus 1,2 Prozent.
Besonders deutlich fiel der Rückgang in der Industrie aus. „Ausschlaggebend für den Rückgang war eine deutlich abgeschwächte Industrieproduktion (-2,5 Prozent). Demgegenüber wurde der Ausstoß im Baugewerbe (+2,9 Prozent) sowie im Energiesektor (+10,3 Prozent) deutlich hochgefahren“, heißt es in der Mitteilung.
Innerhalb der Industrie reduzierten vor allem Hersteller von Konsumgütern ihre Produktion. „Ein Großteil der industriellen Wirtschaftszweige verringerte seine Produktion. Dazu zählten auch gewichtige Bereiche wie Kfz und Kfz-Teile (-1,2 Prozent), Metallerzeugnisse (-12,4 Prozent), elektrische Ausrüstungen (-4,4 Prozent) und Geräte zur Datenerarbeitung sowie elektronische und optische Erzeugnisse (-6,8 Prozent). Auch die Produktion der energieintensiven Industrien war mit einem Rückgang von 0,7 Prozent erneut abwärts gerichtet. Produktionsausweitungen wiesen nur wenige Bereiche auf, darunter die Hersteller chemischer Erzeugnisse (+3,8 Prozent) und der Maschinenbau (+0,4 Prozent)“, so das Wirtschaftsministerium.
Im Baugewerbe zeigte sich ein gemischtes Bild. Ein starkes Wachstum im Ausbaugewerbe von 8,4 Prozent konnte den wetterbedingten Einbruch im Bauhauptgewerbe von 8,5 Prozent weitgehend ausgleichen.

Rückgang bei wichtigen Industriezweigen
Viele wichtige Industriezweige meldeten ebenfalls Rückgänge. Dazu gehören die Herstellung von Metallerzeugnissen mit -12,4 Prozent, elektrische Ausrüstungen mit -4,4 Prozent sowie Geräte zur Datenverarbeitung und elektronische sowie optische Erzeugnisse mit -6,8 Prozent. Auch bei Kraftfahrzeugen und Kfz-Teilen ging die Produktion leicht um 1,2 Prozent zurück. In den energieintensiven Industrien sank der Ausstoß um 0,7 Prozent.
Zuwächse verzeichneten dagegen nur wenige Branchen. Die chemische Industrie steigerte ihre Produktion um 3,8 Prozent, der Maschinenbau legte um 0,4 Prozent zu.
Auch bei den Auftragseingängen zeigte sich zu Jahresbeginn eine Abschwächung. Das Ordervolumen im Verarbeitenden Gewerbe ging im Januar gegenüber dem Vormonat deutlich um 11,1 Prozent zurück. Im Dezember hatte es noch ein Plus von 6,4 Prozent gegeben.

Im Dreimonatsvergleich zeigt sich jedoch weiterhin eine positive Entwicklung: Die Bestellungen legten hier um 7,4 Prozent zu. Im Vergleich zum Vorjahr lagen die Auftragseingänge arbeitstäglich bereinigt um 3,7 Prozent höher.
Der Rückgang im Januar wurde vor allem durch die schwächere Nachfrage aus dem Inland verursacht. Die inländischen Bestellungen brachen um 16,2 Prozent ein, nachdem sie zuvor stark gestiegen waren. Auch aus dem Ausland gingen weniger Aufträge ein – hier lag das Minus bei 7,1 Prozent. Ohne Großaufträge betrachtet fiel der Rückgang mit 0,4 Prozent deutlich moderater aus.
Besonders stark betroffen waren die Hersteller von Investitionsgütern, deren Auftragseingänge um 14,1 Prozent sanken. Dagegen entwickelten sich Konsumgüterbestellungen mit einem Plus von 0,1 Prozent und Gebrauchsgüter mit 5,1 Prozent weiterhin leicht positiv. Vorleistungs- und Verbrauchsgüter lagen hingegen unter dem Niveau des Vorjahres.

Einige Branchen verzeichneten besonders starke Einbrüche bei neuen Aufträgen. Bei Metallerzeugnissen lag das Minus bei 39,4 Prozent, in der Metallerzeugung bei 15,1 Prozent. Auch im Maschinenbau (-13,5 Prozent), bei Herstellern von EDV- und optischen Geräten (-11,1 Prozent) sowie bei elektrischen Ausrüstungen (-9,1 Prozent) gingen die Bestellungen deutlich zurück.
Zuwächse gab es dagegen bei Kraftfahrzeugen und Kfz-Teilen mit 10,4 Prozent sowie im sonstigen Fahrzeugbau mit 9,2 Prozent.
Nach Einschätzung des Bundeswirtschaftsministeriums hat sich die Industriekonjunktur damit zum Jahresbeginn sowohl bei der Produktion als auch bei der Nachfrage spürbar abgeschwächt. Nachdem große staatliche Investitions- und Beschaffungsprogramme im vierten Quartal 2025 für besonders starke Auftragseingänge gesorgt hatten, sei eine Phase der Konsolidierung zum Jahresbeginn nicht überraschend.
Gleichzeitig warnte das Ministerium vor neuen Risiken. Die jüngsten Stimmungsindikatoren aus der Industrie deuten zwar weiterhin auf eine verbesserte Geschäftslage und steigende Produktionspläne hin, allerdings könnten die aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten sowie stark gestiegene Öl- und Gaspreise die erwartete Erholung der Industriekonjunktur erneut gefährden.
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