Strafzölle gegen chinesische E-Autos: Das wären die Folgen für die deutsche Wirtschaft und die Autokäufer!
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Sowohl der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz als auch der Oppositionsführer Friedrich Merz warnen seit Monaten energisch davor, ebenso die deutsche Automobilindustrie. Doch jetzt ist die Katze aus dem Sack: Die EU-Kommission will US-Präsident Biden folgen und Zölle auf Elektroautos aus China erheben.
Doch was wären die Folgen für die deutsche Wirtschaft und die deutschen Verbraucher?
Biden legte vor, EU-Kommission will nachziehen
Die Europäische Kommission kündigte an, Strafzölle auf Elektroautos aus China einführen zu wollen, um die europäische Autoindustrie vor der chinesischen Konkurrenz zu schützen.
Betroffen wären Modelle von Herstellern wie BYD, Geely und SAIC. Die Zölle sollen ab dem 4. Juli gelten, falls bis dahin keine Einigung mit Peking erzielt wird. Die EU-Zölle auf chinesische Autos sollen zwischen 17,4 und 38,1 Prozent liegen.

Ein Byd Elektroauto bei der Auto-Show im chinesischen Hangzhou.
Die Maßnahme folgt dem Vorbild der USA, die ihre Zölle auf chinesische Elektroautos zuletzt auf 100 Prozent erhöht hatten. Allerdings werden bisher kaum Elektroautos in die USA importiert. Im vergangenen Jahr sollen es nur 12.000 gewesen sein.
Die neuen Zölle der Biden-Administration hatten bereits weltweit Sorgen vor einem großen Handelskrieg ausgelöst. Die wirtschaftlichen Beziehungen sind zumeist beidseitig. Der große amerikanische Autobauer General Motors beispielsweise exportierte im vergangenen Jahr 2,1 Millionen Autos nach China.
Bundeskanzler Olaf Scholz und die deutsche Automobilindustrie äußerten in den letzten Monaten starke Bedenken, dass diese Zölle zu Vergeltungsmaßnahmen Chinas führen und die Handelsbeziehungen belasten könnten. Auch der Oppositionsführer Friedrich Merz von der CDU sagte – nach der Verkündung der amerikanischen Zölle: „Ein Handelskrieg kennt nur Verlierer.“ Die EU-Kommission sollte sehr zurückhaltend mit der Verschärfung von Importzöllen umgehen.
Angst vor chinesischen Vergeltungsmaßnahmen
Der Grund für die ablehnende Haltung der deutschen Industrie und der deutschen Politik sind die Sorgen hinsichtlich möglicher Folgen eines weltweiten Handelskrieges für die stark exportorientierte deutsche Wirtschaft. Für viele große deutsche Konzerne ist das China-Geschäft enorm wichtig. Sollten die Chinesen auf die europäischen Zölle wiederum mit eigenen Vergeltungsmaßnahmen antworten, dürfte das für die deutsche Wirtschaft einen weiteren wirtschaftlichen Schock bedeuten und könnte Arbeitsplätze gefährden.
Die deutsche Wirtschaft ist mit China viel stärker wirtschaftlich verbunden als beispielsweise die französische Wirtschaft. Gerade aus Frankreich kamen die Forderungen nach Schutzzöllen gegen chinesische Elektro-Auto-Hersteller. Innerhalb von Deutschland hatten sich in der Vergangenheit vor allem Vertreter der Grünen hervorgetan, wenn es um die Forderung nach Zöllen gegen chinesische Elektro-Auto-Hersteller ging.
Zölle reduzieren den Wohlstand
Schutzzölle für spezielle Industriezweige sind oftmals beliebt, weil Politiker damit den Schutz von Arbeitsplätzen versprechen. Doch die Rechnung dafür zahlen die Verbraucher mit höheren Preisen. In diesem Falle dürften chinesische Elektroautos sich auf dem deutschen Markt verteuern und auch die anderen Autohersteller weniger Konkurrenz erfahren, was ebenso zu höheren Preisen führen dürfte wie bei maximaler Konkurrenz.
Aus diesem Grunde sprechen sich Volkswirte fast immer gegen Zölle als Mittel der Politik aus. Der vermeintliche Schutz von Arbeitsplätzen in einer bestimmten Industrie geht auf Kosten der gesamten Gesellschaft, was in der Konsequenz immer Wohlstandsverlust bedeutet.
In diesem konkreten Falle könnten die Zölle auf chinesische Elektroautos wiederum zu chinesischen Zöllen auf deutsche Exporte führen. Zu dem negativen Wohlstandseffekt durch höhere Preise käme dann noch die Gefahr für deutsche Arbeitsplätze in der Exportindustrie.
Selbst der deutsche Wirtschaftsminister Robert Habeck scheint dies verstanden zu haben und warnt vor einem „Zollwettlauf“. Die deutsche Autoindustrie, – die vermeintlich geschützt werden würde – zeigt sich extrem besorgt. Statt „Marktabschottung“ fordert sie „mehr Wettbewerb, offene Märkte und erheblich bessere Standortbedingungen in der EU“.

Robert Habeck will einen Wettlauf der Zölle verhindern.
Tatsächlich ist die Frage berechtigt, warum es nicht gelingt, dieselben Rahmenbedingungen zur effizienten Produktion in der EU zu gewährleisten. Geht man dieser Frage nach, gelangt man ein weiteres Mal zu den großen strukturellen Problemen in Deutschland und der EU: Bürokratie, ideologische Energiepolitik und Innovationsunfähigkeit.
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