Tank-Tourist an Kanzler Merz: „CO2-Steuer runter!“
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An der Zapfsäule stehen Berliner Kennzeichen neben brandenburgischen – und sogar ein Auto aus Köln. Die Tankstelle auf der polnischen Seite der Grenze ist gut gefüllt. Während die Zapfhähne klicken, füllen einige Autofahrer zusätzlich Kanister. Der Grund ist simpel: Sprit ist hier deutlich billiger.
NIUS-Reporter Eric Steinberg spricht einen Mann mit Berliner Kennzeichen an: „Sind Sie extra aus Berlin hierhergekommen, um zu tanken?“
Der Mann nickt. „Richtig. Damit ich die 20, 25 Euro sparen kann. Es ist wirklich traurig – aber leider die Realität.“
Der Preisunterschied zwischen Deutschland und Polen beträgt derzeit 30 bis 60 Cent pro Liter. Für viele Autofahrer lohnt sich deshalb selbst eine längere Fahrt über die Grenze.
Hier das ganze Video:
„In den Nachbarländern bleiben die Preise relativ stabil“
Nicht alle sind ausschließlich zum Tanken hier. Ein Autofahrer erklärt: „Ich war sowieso in Frankfurt – sonst würde ich mir den Weg nicht machen.“
Neben ihm steht ein weiterer Mann mit einem Kanister. Steinberg fragt: „Ist das der einzige Kanister, den Sie heute mitnehmen?“ „Ja, genau. Ein Kanister“, antwortet der Mann. Der Tank sei natürlich ebenfalls bereits voll.
Viele der Autofahrer verstehen nicht, warum Sprit in Deutschland so teuer ist. Einer formuliert es mit einer Mischung aus Ärger und Ratlosigkeit: „Es ist schon ein bisschen bekloppt. In den Nachbarländern bleiben die Preise relativ stabil – und bei uns wird es immer teurer. Das verstehe ich nicht.“
Andere sehen die Ursache klar im deutschen Steuersystem. „In Deutschland wird alles besteuert“, sagt ein Autofahrer. „Manche Sachen sogar doppelt oder dreifach. Deshalb sind wir hier – um Benzin zu kaufen. Vielleicht auch Zigaretten. Aber es lohnt sich.“

Montag, 9. März – Preisschock an deutschen Tankstellen.
Die Kritik richtet sich dabei nicht nur gegen den Preis – sondern gegen die Politik insgesamt. „Die könnten einfach mal mehr Mitgefühl mit den Bürgern haben“, sagt ein Mann. „Nicht immer nur von oben herab entscheiden. Sie müssen auch mal fühlen, wie es den Leuten geht.“
„Die Steuern müssten so weit runter, dass wir wieder einen normalen Spritpreis bekommen“
Ein anderer wird noch deutlicher: „Über zwei Euro für Sprit – das ist einfach zu viel. Die da oben fahren ihre dicken Bonzenkarren und machen sich keine Gedanken. Aber wir müssen jeden Tag schauen, wie wir zur Arbeit kommen.“
Viele nennen dabei denselben Ansatzpunkt: die CO2-Abgabe auf Kraftstoffe. „Vielleicht könnte man die CO2-Steuer einfach mal absenken“, sagt ein Autofahrer. „Gefühlt besteht der ganze Spritpreis nur noch aus Steuern.“
Ein anderer ergänzt: „Die Steuern müssten so weit runter, dass wir wieder einen normalen Spritpreis bekommen.“
Zapfsäulen-Abstimmung über deutsche Steuerpolitik
Doch viele haben den Eindruck, dass sich daran so schnell nichts ändern wird. „Die Regierung hilft uns seit Jahren nicht“, sagt ein Mann. „Wir müssen uns selbst durchschlagen.“
Zum Abschluss stellt Steinberg eine letzte Frage: „Ihre Botschaft an den Kanzler?“
Die Antwort fällt kurz aus: „CO2-Steuer runter.“
Während die Autos wieder auf die Straße rollen – Richtung Deutschland – bleibt dieser Satz an der Zapfsäule hängen. Denn solange der Sprit jenseits der Grenze deutlich günstiger ist, wird die Tankstelle in Polen für viele Deutsche zur stillen Abstimmung über die deutsche Steuerpolitik.
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