Thyssenkrupp fährt Elektrostahl-Produktion herunter – Werke in Gelsenkirchen und Frankreich vorübergehend dicht
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Deutschlands größter Stahlhersteller zieht die Notbremse: Wegen einer Welle von Billigimporten und einem zunehmend schwierigen Markt stoppt Thyssenkrupp Steel die Fertigung von Elektrostahl an zwei Standorten. Ab Mitte Dezember sollen die Werke in Gelsenkirchen und im französischen Isbergues bis zum Jahresende komplett stillstehen, teilte die Stahlsparte in Duisburg mit.
Doch der Eingriff bleibt nicht auf den Jahreswechsel beschränkt. Für Isbergues kündigte das Unternehmen ab Januar eine deutliche Drosselung an: Mindestens vier Monate lang soll dort nur noch zur Hälfte der üblichen Kapazität produziert werden. Hintergrund ist nach Konzernangaben ein massiver Anstieg preisgünstiger Stahlimporte – vor allem aus asiatischen Ländern –, der die Auftragslage spürbar einbrechen lässt.
Betroffen ist ein hochspezialisierter Bereich: Thyssenkrupp Electrical Steel fertigt kornorientiertes Elektroband, ein Schlüsselmaterial für die Energiebranche. Der Stahl wird für den Stromtransport eingesetzt, insbesondere in Transformatoren für Umspannwerke und Windkraftanlagen. In Europa existieren nur zwei Unternehmen, die dieses Produkt überhaupt noch herstellen.

Stahlchefin Marie Jaroni
Nach Angaben des Konzerns hat die aktuelle Marktlage zu einer „dramatischen Veränderung der Auftragsvolumina“ geführt – mit der Folge einer „erheblichen Unterauslastung der europäischen Produktionsanlagen“. Ohne kurzfristige Eingriffe sei der Betrieb wirtschaftlich nicht stabil zu halten.
Stahlchefin Marie Jaroni betonte die Bedeutung des Produkts: „Kornorientiertes Elektroband ist für die europäische Energieinfrastruktur und die Energiewende unverzichtbar.“ Man setze sich daher für einen wirksamen Marktschutz ein, um faire Wettbewerbsbedingungen zu sichern und die Produktion in Europa zu erhalten. Es gehe dabei auch um rund 1.200 Arbeitsplätze an den beiden Standorten.
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