Überholen uns die Chinesen? Autohersteller BYD ist Hauptsponsor der Fussball-EM
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- Der chinesische Automobilhersteller BYD ist Mobilitätspartner der Fussball-EM 2024
- Damit geht eine Ära der deutschen Automobilindustrie als Hauptsponsor zu Ende
- Für europäische Hersteller sind die Günstig-Autos aus China eine Bedrohung
Haben Sie noch nie von BYD gehört? Nicht überraschend. Der chinesische Automobilhersteller ist erst seit Oktober 2022 auf dem deutschen Markt aktiv – und verkauft ausschließlich Fahrzeuge mit E-Antrieb. An Tesla sind die Chinesen längst vorbeigezogen und damit ist BYD der größte E-Auto-Hersteller der Welt.
Die Wachstumskurve von BYD ist enorm – unterstützt von der chinesischen Regierung. Fünf Modelle hat der Hersteller in seinem Portfolio für Europa. Große Bekanntheit erlangte der BYD Atto 3, welcher hierzulande im großen Stil von der Autovermietung Sixt auf die Straßen gebracht wurde. 2022 verkündeten beide Unternehmen stolz, dass alleine über die Kooperation mit Sixt mehr als 100.000 China-E-Autos auf die Straßen kommen sollen.

Günstig und schon jetzt auf deutschen Straßen: der BYD Atto 3
Volkswagen als Hauptsponsor von UEFA Euro 2024 verdrängt
Dass nun ausgerechnet bei der Heim-EM der Volkswagen-Konzern überboten wurde, zeigt, wie hart die Bandagen in der Industrie schon angezogen sind. Die Chinesen feiern die prominente Platzierung ihrer Marke bei allen Partien des Turniers. Michael Shu, Europa-Chef von BYD, sagt zum Sponsoring-Deal:
„Als Partner der UEFA EURO 2024 freuen wir uns darauf, Fans aus aller Welt verschiedene hochkarätige Alternativen innovativer Technologien zu präsentieren.“

Der Hersteller wirbt stolz mit seinem Sponsoring-Erfolg
Immerhin einen peinlichen Moment bleibt der deutschen Automobilindustrie erspart: In der Konzernstadt Wolfsburg werden keine Spiele des Turniers ausgetragen. Ansonsten wäre der Gesichtsverlust für die deutsche Automobilkunst perfekt gewesen.
Verlieren wir bei der Auto-Technologie wie mit den Zügen?
Vor der Jahrtausendwende wurden europäische Schienen-Giganten wie Siemens und Bombardier nach China gelockt. Für alle Seiten war dies ein sehr lukratives Geschäft. Doch eine Bedingung gab es: Alle Hersteller durften nur ins Land kommen, wenn sie mit örtlichen Partnern aus China zusammenarbeiten würden. Auf diese Weise bekamen die Chinesen Zugriff auf die komplexe Technik. Sie lernten rasch.

Pro 10 Jahre baut China ungefähr dreißig Prozent des deutschen Schienennetzes neu.
Inzwischen hat China seine eigenen Rekordzüge. Die Verbindung Peking – Shanghai fährt man in 4 Stunden und 18 Minuten. Dabei absolviert man eine Strecke von mehr als 1.300 Kilometern.
„Ein fairer Wettbewerb ist das schon lange nicht mehr“, beklagte Mats Harborn, Präsident der Europäischen Handelskammer in Peking, bereits 2018. In ihrem Bericht stellte die Handelskammer fest: Die Eisenbahnindustrie sei ein perfektes Beispiel dafür, wie europäische Industrie systematisch ausgehorcht und im Anschluss benachteiligt wird. Exporte von zahlreichen Branchen werden vom Staat massiv gefördert.
Die Preisschlacht bei Autos ist eröffnet
Gerade weil der Absatz von E-Autos aufgrund von weggefallenen Förderungen bröckelt, drehen viele Hersteller an der Preisschraube. BYD hat zum Jahresbeginn die Preise um sagenhafte 14 Prozent gesenkt. Das macht etwa beim Atto 3 einen Nachlass von 7.000 Euro aus. Und wer kann, zieht mit. Tesla ist bei seinem Model Y ebenfalls bis zu 5.000 Euro im Preis nach unten gegangen. Deutsche Hersteller geraten mit geringeren Margen damit unter Druck.

Volkswagen auf einer Automesse in Peking, China.
Dass dann auch noch die Spitzentechnologie des Verbenner-Motors politisch aus dem Markt gedrängt wird, bringt Auto-Bosse auf die Barrikaden. Sie fürchten um nichts weniger als ihre Existenz.
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