Personalchefin von Viessmann: „Wir sind die letzte Generation, die nur mit Menschen arbeitet“
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Warum Künstliche Intelligenz eine der weitreichendsten Veränderungen unserer Zeit ist – und warum wir dabei nicht so langsam sein sollten wie bei der Digitalisierung, erklärt Frauke von Polier, Personalvorständin bei dem Heizungshersteller Viessmann (6.000 Mitarbeiter, drei Milliarden Umsatz) im Handelsblatt.
NIUS dokumentiert wichtige Aussagen:
Eine neue industrielle Revolution
„Die Veränderungen, die mit der Künstlichen Intelligenz einhergehen, sind vergleichbar mit der industriellen Revolution. Ein Blick auf Mensch und Organisation ist wichtig, um die Transformation ganzheitlich als Fortschritt der Arbeit und nicht nur als Technologiefortschritt zu verstehen. Ich will gerade jetzt dabei sein, die Zukunft mit KI zu gestalten. Wir müssen sie in unsere Arbeit integrieren und nicht mit der Maßgabe, Menschen durch KI zu ersetzen. Wir stehen an einem Scheideweg: Wir müssen mehr KI-Kompetenz in die Organisationen bringen.“
Was wir über die KI wissen müssen
„Erstens, dass man sich mit der Technologie vertraut macht. Früher musste man das Internet verstehen lernen, heute gilt das für KI. Was sie kann, wie sie mir hilft und auch dem Unternehmen. Der zweite Aspekt der KI-Kompetenz ist das sogenannte Domainwissen, also das eigentlich funktionale Wissen. Das brauchen die Menschen, um die KI prüfen und validieren zu können. Diese zweite Kompetenz wird oft unterschätzt. Wenn Menschen die KI eigentlich nicht steuern und validieren können, sie aber trotzdem nutzen, wird es im besten Fall zu einer schlechten Qualität führen. Im schlechtesten Fall wird es eine Katastrophe geben. Die Grundfrage ist doch: Wie bringen wir den Menschen bei, mit KI so integriert zu arbeiten, dass es am Ende nicht um den Ersatz von Jobs geht, sondern in Summe eine höhere Qualität in der Arbeit entsteht.“
Was bei der KI anders ist
„Anfangs wird es erst einmal eine Lernkurve geben, wenn man KI sinnvoll anwenden will. Temporär wird es dabei auch zu mehr Arbeit mit mehr Stunden kommen. Und dieses Mehr erwarte ich von jedem Mitarbeitenden und jeder Chefin. Wir sind die letzte Generation, die nur noch mit Menschen arbeitet. Deswegen müssen wir uns mit KI und der sogenannten hybriden Organisation auseinandersetzen. Wir müssen künftig Menschen und Maschinen (KI-Agenten und KI-Kollegen) orchestrieren. Denn wer als Führungskraft denkt, dass man es wie früher machen und an die IT delegieren kann, irrt. Wir haben bei der Digitalisierung gesehen, was dann passiert. Wir waren zu langsam. Das darf uns bei der KI-Transformation nicht noch einmal passieren.“
Wird KI die Menschen ersetzen?
„Menschliche Intuition und Wissen haben einen Wert, der gebraucht wird. Das KI-Wissen muss dort integriert werden. Und deswegen rede ich auch nicht vom Ersetzen von Menschen, sondern von integriertem Arbeiten.“
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