Weiterer Anstieg der Arbeitslosigkeit: Massenarbeitslosigkeit wird nur durch das Ausscheiden der Älteren verhindert!
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Auf dem deutschen Arbeitsmarkt zeichnet sich eine besorgniserregende Entwicklung ab. Trotz des demografischen Wandels, der zu einem Rückgang des Arbeitskräfteangebots führt, steigt die Arbeitslosigkeit kontinuierlich an.
Im Juli 2024 ist die Arbeitslosenquote auf 6,0 Prozent gestiegen, das sind 0,2 Prozent mehr als im Vormonat.
Besonders besorgniserregend ist der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr: Fast 200.000 Menschen mehr als im Juli 2023 sind aktuell arbeitslos gemeldet.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften sinkt in die Nähe des COVID-Tiefpunkts
Ein weiteres Alarmsignal ist der Rückgang des Stellenindex der Bundesagentur für Arbeit, der Aufschluss über konkrete Stellengesuche der Unternehmen gibt.
Dieser wichtige Indikator für die Arbeitskräftenachfrage fiel im Juli 2024 auf 107 Punkte – ein Minus von 2 Punkten gegenüber dem Vormonat. Damit liegt der Stellenindex nun 31 Punkte unter dem Allzeithoch vom Mai 2022. Die Arbeitskräftenachfrage nähert sich damit einem Niveau, das zuletzt während der Corona-Zeit erreicht wurde.

Ohne den demografischen Wandel wäre die Arbeitslosigkeit noch dramatischer
Der demografische Wandel, das heißt das altersbedingte Ausscheiden von jährlich 300.000 bis 500.000 Personen aus dem Arbeitsmarkt, verhindert derzeit einen noch dramatischeren Anstieg der Arbeitslosigkeit.
Ohne diese Entwicklung läge die Arbeitslosigkeit bereits heute auf einem Niveau, das als Massenarbeitslosigkeit bezeichnet werden könnte. Der vergleichsweise geringe Anstieg der Arbeitslosenquote ist weniger ein Zeichen für die Stabilität des Arbeitsmarktes als vielmehr eine Folge der schrumpfenden Zahl der Erwerbspersonen im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung, die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen.

Ansturm auf das Jobcenter Berlin-Lichtenberg.
Demografisch bedingt sinkt das sogenannte Erwerbspersonenpotenzial ohne Zuwanderung bis 2035 um 7,2 Millionen und bis 2060 sogar um insgesamt 16 Millionen Erwerbspersonen. Schon heute verdeckt die offiziell steigende Zahl der Erwerbstätigen, dass immer mehr von ihnen in Teilzeit arbeiten. Insgesamt arbeiten 31 Prozent der Deutschen in Teilzeit. 2012 waren es noch 27 Prozent.
Die wirtschaftliche Krise wirkt sich direkt auf den Arbeitsmarkt aus
Die wirtschaftliche Schwäche Deutschlands wirkt sich direkt und spürbar auf den Arbeitsmarkt aus. Der Monatsbericht der Bundesagentur für Arbeit vom Juli 2024 macht deutlich, dass sich die Krise nicht nur in „schlechten Zahlen“ – selbst Wirtschaftsminister Habeck offenbarte jüngst: „Die Zahlen sind nicht gut“ – niederschlägt, sondern auch im Alltag von fast 200.000 Menschen, die im Vergleich zum Vorjahr ihren Arbeitsplatz verloren haben.

Auch der Automobilzulieferer ZF will bis Ende 2028 bis zu 14.000 Stellen in Deutschland streichen.
Diese Menschen belasten die Sozialsysteme zusätzlich und erhöhen den Druck auf die verbleibenden Erwerbstätigen, die nun für mehr Arbeitslose aufkommen müssen.
Wie lange geht das noch gut?
Die aktuellen Entwicklungen auf dem deutschen Arbeitsmarkt sind ein deutliches Indiz dafür, dass die wirtschaftlichen Herausforderungen Deutschlands nicht nur konjunktureller Natur sind, sondern tiefer liegende strukturelle Probleme offenbaren, die durch den demografischen Wandel auf dem Arbeitsmarkt nur kurzfristig gedämpft, langfristig aber deutlich verschärft werden.
Wie lange dieser Effekt noch ausreicht, um einen deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit zu verhindern, ist offen. Klar ist jedoch, dass der Druck auf den Arbeitsmarkt ohne Eingriffe in die aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiter zunehmen wird.
Es stellt sich zunehmend die zynische Frage, was schneller schrumpft: das Arbeitskräfteangebot aufgrund der Alterung in Deutschland oder die Zahl der Arbeitsplätze aufgrund der deutschen Wirtschaftskrise.
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