Zu hohe Gebühren: Airlines fliehen aus Deutschland
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Teure Gebühren an deutschen Flughäfen vertreiben Airlines und zwingen sie, ihre Angebote zu reduzieren. So haben sich die Luftverkehrssteuer, An- und Abfluggebühren sowie Luftsicherheits- und Flugsicherheitsentgelte zum Beispiel am Berliner BER in diesem Jahr gegenüber 2019 um insgesamt 105 Prozent verteuert, berichtet die Berliner Zeitung. Die Flughafengebühren sind dort hoch, weil der milliardenschwere Neubau finanziert werden muss. Aber auch an anderen deutschen Flughäfen haben sich die Kosten nahezu verdoppelt.
Michael Engel, Geschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Fluggesellschaften: „Insgesamt zahlen die Airlines in Deutschland im Jahr 2025 staatliche Standortkosten von rund fünf Milliarden Euro.“ Deshalb ziehen immer mehr Fluggesellschaften ihre Airlines aus Deutschland ab. Am stärksten reduziert Ryanair das Angebot: Im Winterflugplan 2025/26 streicht der irische Billigflieger rund 800.000 Sitzplätze aus seinem deutschen Programm.
Ryanair zieht sich immer mehr zurück
Besonders betroffen sind die Flughäfen Leipzig und Dortmund. Von dort heben künftig keine Ryanair-Maschinen mehr ab, auch Landungen dort entfallen. Auch am BER streicht Ryanair die Verbindungen nach Brüssel, ins polnische Krakau, ins baltische Kaunas und Riga sowie nach Tel Aviv. Hamburg verliert vier Ryanair-Strecken, Frankfurt-Hahn drei. Auch in Köln/Bonn und am Flughafen Memmingen werden jeweils zwei Verbindungen gestrichen. Grund für die Kürzungen sind die hohen Standortkosten – „inklusive der schädlichen Luftverkehrssteuer in Höhe von 15,53 Euro pro Passagier“, sagt Marcel Pouchain Meyer, Sprecher von Ryanair.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr
Lufthansa streicht bis zu 100 Flüge
Auch die Lufthansa ist betroffen. Lufthansa-Chef Carsten Spohr sagt in der Welt am Sonntag: „Es geht um rund 100 innerdeutsche Flüge pro Woche, die im kommenden Sommer nochmals wegfallen könnten.“ Die Airline prüft, ob Verbindungen nach Dresden oder Münster/Osnabrück überhaupt weiterbetrieben werden. Auch die ungarische Billigfluggesellschaft Wizz Air ist auf einem geordneten Rückzug aus Deutschland. Auf nahezu allen bundesdeutschen Flughäfen dünnt Wizz Air ihr Flugangebot aus.
Ebenso dünnen zahlreiche internationale Fluggesellschaften ihr Angebot an deutschen Flughäfen aus. Die niederländische KLM hat Verbindungen innerhalb Deutschlands gestrichen, betroffen sind Flughäfen wie Bremen und Hannover. Große amerikanische Airlines wie United Airlines verzichten auf Transatlantikrouten, etwa München-Chicago, Frankfurt/Main-Boston und Berlin Philadelphia. Selbst British Airways streicht im Frühjahr mehrere Verbindungen von London Heathrow zu Regionalflughäfen wie Bremen, Nürnberg und Hannover.
Ein Hauptgrund für die Streichung innerdeutscher Flüge sind die hohen Steuern und Abgaben. Sie fallen bei innerdeutschen Flügen doppelt an – für Start und Landung.
Zwar verspricht der Koalitionsvertrag, dass die Regierung die Luftverkehrssteuer senken will, doch bislang ist nichts geschehen.
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