Polizei-Skandal in Großbritannien: Henry Nowak starb in Handschellen – nachdem er Opfer einer Messerattacke wurde
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Über den Fall des 18-jährigen Briten Henry Nowak hat man in Deutschland bislang kaum etwas gehört – obwohl die Umstände seines Todes dramatisch und höchst fragwürdig sind. Und in Großbritannien bereits als „Skandal“ im Parlament diskutiert werden. Denn als die Polizei am Tatort eintraf, wurde ausgerechnet der schwer verletzte Student – Opfer einer Messerattacke – mit Handschellen fixiert. Wenig später brach Nowak zusammen und starb. Seine letzten Worten sollen „I can't breathe“ gewesen sein.
Im Internet werden deshalb inzwischen Parallelen zum Fall von George Floyd gezogen. Laut Berichten soll Henry Nowak kurz vor seinem Tod mehrfach die Worte „I can’t breathe“ gesagt haben – derselbe Satz, der 2020 weltweit zum Symbol gegen Polizeigewalt gegen Schwarze wurde.

Henry Nowak hatte polnische Wurzeln, studierte in Großbritannien.
Der Fall ereignete sich Anfang Dezember in Southampton. Nowak war nach einem Abend mit Freunden allein auf dem Heimweg, als es zu einer Begegnung mit dem 23-jährigen Vickrum Digwa kam. Der Angeklagte behauptet vor Gericht, der alkoholisierte Student habe ihn angerempelt, rassistisch beleidigt und den Turban vom Kopf gerissen. Digwa erklärte, er habe Angst gehabt, Nowak könne ihm seinen religiösen Sikh-Dolch – einen sogenannten Kirpan – entreißen und gegen ihn verwenden.
Doch vor Gericht kommen immer mehr Details zu dem tragischen Abend ans Licht – und die sprechen eine andere Sprache ...
Vater des Angeklagten soll den blutenden Nowak fixiert haben

Der Tatverdächtige Vickrum Digwa (Screenshot: X)
Fest steht, dass Nowak mehrfach mit dem Messer verletzt wurde. Zuvor soll er Digwa gefilmt haben – womöglich sogar die Tat selbst. Doch laut Medienberichten ließen Verwandte von Digwa das Handy verschwinden.
Der Student versuchte nach der Messerattacke offenbar noch zu fliehen und über einen Zaun zu klettern. Als Polizeibeamte eintrafen, war die Lage nach bisherigen Berichten unübersichtlich. Auf Bodycam-Aufnahmen soll zu hören sein, wie der Vater des Angeklagten den verletzten Nowak festhält, weil dieser immer wieder zusammensackte. Wörtlich soll er gesagt haben: „He keeps falling over, so I’m just trying to hold him up.“
Unfassbar: Trotzdem legten die Beamten dem 18-Jährigen Handschellen an! Währenddessen sollen Angehörige des Angeklagten laut Berichten behauptet haben, Nowak sei lediglich betrunken und habe sie rassistisch beleidigt. Kurz darauf starb er. Reanimationsversuche eines Notarztes blieben erfolglos. Mehrere britische Medien berichten, Nowak habe noch im Sterben beteuert, er habe „nichts Rassistisches“ gesagt.
Fragen wirft auch das Verhalten der Mutter des Angeklagten nach der Tat auf. Sie ist ebenfalls angeklagt. Ihr wird vorgeworfen, die Tatwaffe vom Tatort entfernt zu haben.

Nach bisherigem Ermittlungsstand starb Henry Nowak an den Folgen der Stichverletzungen. Im Raum steht jedoch, dass die Polizeimaßnahmen selbst die Todesursache waren.
Der Prozess gegen Digwa läuft derzeit vor dem Southampton Crown Court weiter. Der Angeklagte bestreitet den Mordvorwurf.
Ohnehin aufgeheizte Stimmung in Großbritannien
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