„Lernen von antifaschistischen Bewegungen“: Wie das „Netzwerk für Demokratie und Courage“ auf unsere Schüler einwirkt
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Das Netzwerk für Demokratie und Courage will junge Menschen im Kampf gegen „Hass und Hetze“ stärken, setzt in der eigenen Ausrichtung jedoch mehr auf Spaltung als auf gesellschaftliches Miteinander. Wer Clown-Emojis verwendet oder die Steuerfinanzierung von linken NGOs hinterfragt, macht sich nach Ansicht des Netzwerks verdächtig.
In zwölf verschiedenen Bundesländern ist das Netzwerk aktiv, veranstaltet Vernetzungstreffen, bietet ein breites Angebot für Schulen und setzt sich für eine „vielfältige“ und „solidarische“ Gesellschaft ein. Lediglich in Bremen, Hamburg und Bayern fehlt ein lokaler Ableger. Dem niedersächsischen Standort fehlt seit 2025 die Finanzierung.
Dabei wird die „Demokratiebildung im Kindesalter“ bereits vom Steuerzahler finanziert. 425.000 Euro sind es in diesem Jahr, die innerhalb des Förderprogramms „Demokratie leben!“ von Familienministerin Karin Prien (CDU) an den Verein fließen – so viel wie auch 2025.

Der Verein wird aus dem Bundesfamilienministerium finanziert.
„Für Antirassismus und ein demokratisches Miteinander“
Das Netzwerk ist im Februar 1999 aus den Projekttagen „Für Demokratie Courage zeigen“ entstanden. In der Absicht, „für Antirassismus und ein demokratisches gesellschaftliches Miteinander in Schulen, Berufsschulen und Jugendeinrichtungen Engagement zu mobilisieren“, heißt es auf der Website.
Die politische Schlagseite des Zusammenschlusses wurde schon bei der Gründung deutlich. Entstanden ist das Projekt nämlich als Zusammenschluss verschiedener linker Jugendorganisationen in Sachsen. Dazu zählten: das Grüne Jugendbündnis, die Sozialistische Jugend Deutschlands – die Falken, die DGB-Jugend, die Naturfreundejugend und die Jusos der SPD. „Diese Vielfalt ist die Basis der bisher erreichten Erfolge“, schreibt das Netzwerk auf seiner Seite. Man habe als klassisches Antirassismus-Projekt begonnen: „Wir haben gesagt: In dieser Gesellschaft gibt es Rassismus und er ist institutionalisiert“, sagt Geschäftsführer Sebastian Drefahl.
Seither ist viel passiert: Stand Dezember 2024 hat das Netzwerk laut eigenen Angaben bereits 5446 Teamer sowie 520 Trainer ausgebildet, 27.546 Projekttage durchgeführt und 597.749 Schüler erreicht.
Hat die Arbeit gewirkt? Eine Trainerin berichtet online darüber, scheinbar doch noch nicht jeden überzeugt zu haben, und offenbart einen interessanten Blick auf ihre Schüler: „Ich glaube, das passiert so allen im NDC mal, dass man in einer Klasse steht und denkt: Das sind alles Nazis.“ Auch wenn das Netzwerk also längst nicht bei allen Schülern auf Begeisterung zu stoßen scheint, wird es regelmäßig mit Preisen beschenkt. Etwa beim Wettbewerb „Aktiv für Demokratie und Toleranz“ oder für das Projekt „Diskriminierung in die Augen schauen“.

Die Präsenz des Netzwerkes beschränkt sich nicht nur auf die Klassenzimmer und die sozialen Medien.
Was wird inhaltlich tatsächlich geboten?
Im Projektkurs „Nationalismus“ sollen die Auswirkungen völkisch-nationalistischer Gewalt besprochen werden. Zudem sollen die Teilnehmer ihr Verständnis für Demokratie stärken, „indem sie über Strategien und Regeln für ein besseres Zusammenleben nachdenken und diese im Plenum diskutieren“, so die Beschreibung.
Wie können diese aussehen? „Die Teilnehmer lernen von antifaschistischen Bewegungen und ihren Kämpfen, sie sehen, wie vielfältig Engagement im Alltag aussieht“, heißt es weiter. Die Antifa als offizielles Vorbild für Bildungsarbeit.
Damit der Nachwuchs auch weiß, woran man die „extreme Rechte“ erkennt, hat der Verein eine Handreichung mit verdächtigen Codes herausgegeben. Darunter ist etwa das Clown-Emoji: Es „diene dazu, die Aussagen anderer lächerlich zu machen“. „In Kombination mit der Weltkugel markiert er in extrem rechten Kontexten die Welt als ‚Clown World‘: (Nicht rechtsextreme) Politik wird laut dieser Erzählung von ‚Clowns‘ gemacht“, so die Beschreibung im Code-Buch

Bei der Smiley-Kommunikation ist Fingerspitzengefühl gefragt, ansonsten droht der Extremismusverdacht.
Ein Smiley als Hitlergruß
Es wird allerdings noch absurder: „Macht dieser freundlich winkende Emoji einen Hitlergruß? So wird es zumindest von Rechtsextremen verwendet, die auch hier die Strafbarkeit nach § 86a StGB umgehen“. Bei vielen Emojis sei es wichtig, den Kontext der Verwendung zu beachten: „Sie können harmlos sein, aber auch eine versteckte Botschaft enthalten“, heißt es in der Handreichung.
Zu anderen linken Organisationen und Netzwerken aus der Zivilgesellschaft pflegt der Verein beste Beziehungen. Mitglied ist man beispielsweise im Netzwerk „Zusammen für Demokratie“, einem Bündnis aus zahlreichen NGOs und Verbänden – der Großteil davon ist im linken politischen Spektrum einzuordnen. Mit von der Partie sind etwa Pro Asyl, die Amadeu-Antonio-Stiftung, die Omas gegen Rechts, die Klima-Allianz, Digitalcourage e. V. oder die Volkssolidarität, deren Logo verdächtig an das der SED erinnert.

Die Amadeu-Antonio-Stiftung ist eine Partnerorganisation des Netzwerks für Demokratie und Courage.
Nicht zuletzt ist auch die linke Kampagnenorganisation „Attac“ vertreten, die auf der Seite des Bündnisses verkündet, „wie schwer der Einsatz für Demokratie und Menschenrechte wird, wenn der Zugang zu den nötigen Mitteln bedroht ist“, so „Attac“-Mitarbeiterin Judith Amler. Besonders würden dies Initiativen erleben, „die sich der AfD vor Ort mutig entgegenstellen und engagiert für Demokratie und ein menschliches Miteinander streiten.“ Deren Einsatz wolle man unterstützen.
Vielfalt in Einfalt
Das Partnernetzwerk „Zusammen für Demokratie“ postete im Januar außerdem einen Leitfaden mit dem Titel „Was tun, wenn die AfD angreift“, herausgegeben vom Verein „Zukunft Demokratie“. Darin wird die Frage geklärt: „Wie sollte man sich verhalten, wenn eure Organisation in einer parlamentarischen Anfrage auftaucht?“ Gegen vermeintliche Gegner rechts der Mitte stehen die NGOs geeint – und mobilisieren in den sozialen Medien. Vielfalt in Einfalt.
Unter den verschiedenen Partnern sticht das Courage-Netzwerk aber nicht nur durch seine Größe heraus, sondern auch durch das „Phineo-Gütesiegel“, eine Auszeichnung für das Wirken im Themenfeld „Engagement gegen Rechts“. Radikal oder gar extremistisch müssen die Gegner scheinbar also gar nicht sein, damit der Verein gegen sie vorgeht.
Wie die politischen Ursprünge vermuten lassen, ist der Verein allerdings nicht nur in der NGO-Welt bestens vernetzt, sondern pflegt noch immer Kontakte ins linke Parteienspektrum. Als stellvertretende Vorsitzende agiert neben dem Geschäftsführer der Amadeu-Antonio-Stiftung, Timo Reinfrank, etwa die ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete Susann Rüthrich. Und auch in der Regierung hat die Stiftung ihre Vertreter. Die Queerbeauftragte der Bundesregierung, Sophie Koch, ist Mitglied der lokalen Vertretung in Sachsen.
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Eric Steinberg
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