Party-Patriotismus zur WM: „Deutschlandflaggen sind hier verboten“
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Die Älteren unter uns erinnern sich gerne an das Sommermärchen 2006. Deutschlandflaggen überall. Heute sieht das anders aus. Schwarz-Rot-Gold fehlt. Für sein NIUS-Format „Marc My Words“ hat NIUS-Reporter Marc Sierzputowski persönlich Flagge gezeigt. Die Reaktionen sind erschreckend und schön zugleich.
Die ganze Folge sehen Sie hier:
„Deutschlandfahnen sind hier verboten“
Neukölln gilt als ein sehr „diverses“ Viertel der Hauptstadt, und als eines der politisch aufgeladensten. NIUS-Reporter Marc Sierzputowski wollte wissen: Wie reagieren die Menschen genau dort, wenn jemand mit einer deutschen Nationalflagge durch die Straßen läuft? Das Ergebnis war voller Widersprüche. Die meisten Menschen, darunter viele Migranten, empfanden das Tragen einer Deutschlandflagge als überraschend schön. Doch ziemlich schnell wurde klar, dass das nicht alle Menschen so sehen.

Die Deutschlandflagge erreicht Neukölln. NIUS-Reporter Marc mit der Flagge.
Eine Frau, die NIUS beim Vorbeilaufen traf, rief dem Team entgegen, dass das Tragen der Deutschlandfahne in Neukölln „verboten“ sei. Auf den Hinweis des NIUS-Reporters, dass sich der Bezirk in Deutschland befinde, entgegnete sie, der Kiez habe dies so entschieden. Ein weiterer junger Mann suchte aktiv das Gespräch und behauptete, die Fahne stehe für einen „imperialistischen Staat“; für „so eine Scheiße“ sei Neukölln der falsche Bezirk.

Für diesen jungen Kurden, ist Nationalstolz der Deutschen längst überfällig. Er begrüßte das NIUS-Team mit den Worten: „Genau so möchte ich das sehen.“
Neben den bösen Blicken im Linken-Kiez gab es auch viele patriotische Stimmen, die Nationalstolz unabhängig von der Nation begrüßten. Auch außerhalb des WM-Zeitraums dürfe man stolz auf sein Land sein.
Wie heiß die Debatte ist, zeigte erst vor wenigen Tagen ein Fall aus Kassel: Der Betreiber eines teils mit öffentlichen Mitteln finanzierten Biergartens untersagte seinen Besuchern das Mitbringen jeglicher Nationalflaggen. Danach hagelte es Kritik aus dem konservativen Spektrum.
Zuvor hatte die AfD-Bundestagsabgeordnete Beatrix von Storch eine Deutschlandfahne von einem Balkon des Deutschen Bundestages geschwenkt. Die Fahne wurde ihr anschließend abgenommen und von der Bundespolizei einbehalten – mit Verweis auf die Hausordnung. NIUS berichtete ausführlich über diesen Fall.
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Marc Sierzputowski
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