Bröckelt die „Brandmauer“ weiter? AfD-Antrag zur Wärmeplanung in Dormagen offenbar ohne Gegenstimme beschlossen
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In der Kommunalpolitik von Dormagen (NRW) ist nach Angaben der AfD-Fraktion die „Brandmauer“ gefallen. Ein von ihr eingebrachter Sachantrag zur Nutzung von Abwärme der geplanten Rheinwassertransportleitung (RWTL) soll im Stadtrat einstimmig beschlossen worden sein. Im Dormagener Stadtrat sitzen neben der AfD unter anderem Vertreter von CDU, SPD, Grünen, FDP, Linken und lokalen Wählergemeinschaften. Eine offizielle Bestätigung aus Ratsprotokollen oder Beschlussunterlagen steht bislang allerdings noch aus.
Der Vorgang basiert auf einem Antrag vom 25. April 2026, den die AfD-Fraktion aus Dormagen auf Facebook gepostet hat. Darin fordert die Partei die Prüfung eines kommunalen Wärmenutzungskonzepts rund um die geplante Pumpstation der Rheinwassertransportleitung in Dormagen-Rheinfeld.
In der bislang nicht öffentlich archivierten Pressemitteilung spricht die Partei von einem „politischen Novum“ und erklärt, der Antrag sei „einstimmig“ angenommen worden. Öffentlich zugängliche Ratsunterlagen, die den einstimmigen Beschluss bestätigen, wurden bislang noch nicht veröffentlicht.
Konkret soll die Stadtverwaltung dem Antrag zufolge Gespräche mit dem Betreiber aufnehmen, um die Nutzung der entstehenden Abwärme für die kommunale Wärmeversorgung zu prüfen. Zudem wird ein externes Fachgutachten zur technischen und wirtschaftlichen Machbarkeit vorgeschlagen. Die Ergebnisse sollen in die kommunale Wärmeplanung der Stadt eingebunden werden.
Abwärme aus Großpumpwerk als Wärmequelle
Hintergrund ist das milliardenschwere Infrastrukturprojekt der Rheinwassertransportleitung, mit dem künftig Rheinwasser in die ehemaligen Braunkohletagebaue Garzweiler und Hambach transportiert werden soll. Bestandteil des Projekts ist unter anderem ein großes Pumpbauwerk in Dormagen. Die Stadt Dormagen arbeitet parallel bereits an ihrer kommunalen Wärmeplanung. Ziel ist eine langfristig klimaneutrale Wärmeversorgung unter Einbeziehung erneuerbarer Energien und potenzieller Abwärmequellen.
Der AfD-Antrag greift genau diesen Ansatz auf. Nach Darstellung der Fraktion könne die Abwärme des Pumpwerks direkt in ein zukünftiges Wärmenetz eingespeist werden. Energie- und Infrastrukturfachleute halten die Nutzung industrieller oder technischer Abwärme grundsätzlich für sinnvoll. Auch im Rahmen kommunaler Wärmeplanung werden solche Potenziale bundesweit verstärkt geprüft.
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