DIHK senkt Wachstumsprognose von 1,0 auf 0,3 Prozent
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Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) rechnet für dieses Jahr nur noch mit einem Mini-Wachstum der deutschen Wirtschaft. Die DIHK senkt ihre Prognose für das Bruttoinlandsprodukt deutlich: Statt eines Plus von 1,0 Prozent erwartet der Verband nur noch 0,3 Prozent Wachstum.
DIHK-Hauptgeschäftsführerin Helena Melnikov macht dafür eine doppelte Belastung verantwortlich. Neben den seit Jahren bestehenden Strukturproblemen in Deutschland verschärften nun auch die Folgen des Krieges im Nahen Osten die Lage der Unternehmen. „Zu den Strukturproblemen in Deutschland kommen die wirtschaftlichen Folgen des Krieges im Nahen Osten hinzu. Geschwächt durch drei Jahre Rezession und Stagnation fühlen sich viele an ihrer Belastungsgrenze.“

DIHK-Hauptgeschäftsführerin Helena Melnikov
DIHK pessimistischer als die Bundesregierung
Damit fällt die Einschätzung der DIHK noch schlechter aus als die Prognose der Bundesregierung. Diese hatte ihre Konjunkturerwartung vor einem Monat bereits halbiert und rechnet inzwischen nur noch mit einem Wachstum von 0,5 Prozent.
Auch der Sachverständigenrat dürfte seine Prognose nach unten korrigieren. Die sogenannten Wirtschaftsweisen stellen an diesem Mittwoch ihr Frühjahrsgutachten vor. Im vergangenen November hatten sie noch ein Wachstum von 0,9 Prozent erwartet.
Unternehmen bewerten ihre Lage so schlecht wie seit Corona nicht mehr
Nach Angaben der DIHK hat sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft im Frühsommer deutlich verschlechtert. In einer Konjunkturumfrage bewerteten die Unternehmen ihre Geschäftslage so negativ wie zuletzt während der Corona-Pandemie.
Mehr als jedes vierte Unternehmen bezeichnet die eigene Lage demnach als schlecht. Nur 23 Prozent der Firmen sprechen noch von einer guten Geschäftslage. Auch der Blick nach vorn fällt düster aus: Ein Drittel der Unternehmen rechnet in den kommenden zwölf Monaten mit schlechteren Geschäften. Das sind acht Prozentpunkte mehr als noch zu Jahresbeginn.

Energie und Rohstoffe werden zum größten Risiko
Als größtes Geschäftsrisiko nennen 70 Prozent der Unternehmen die Energie- und Rohstoffpreise. Für viele Betriebe seien die jüngsten Kostensteigerungen nicht mehr zu verkraften, warnt Melnikov: „Die zuletzt massiv gestiegenen Energie- und Rohstoffpreise sind für viele Betriebe der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt.“
Nach Beginn des Krieges seien nicht nur Öl, Gas und Benzin teurer geworden. Auch Baumaterialien und Kunststoffe hätten sich verteuert. Der Kostendruck treffe damit nahezu alle Branchen.
Viele Betriebe wollen Personal abbauen
Die schlechte Stimmung schlägt sich auch in den Investitionsplänen nieder. Nur 22 Prozent der Unternehmen wollen ihre Investitionsbudgets erhöhen. Mehr als ein Drittel muss sie dagegen kürzen.
Auch auf dem Arbeitsmarkt droht weiterer Druck: Knapp ein Viertel der befragten Betriebe plant laut DIHK, Personal abzubauen.
Die Industrie- und Handelskammer fordert die Bundesregierung deshalb zu schnellen Entlastungen auf. Energie und Arbeitskosten müssten sinken, ebenso Steuern. Außerdem müsse die Koalition Bürokratie und Berichtspflichten zurückfahren. Die Bundesregierung will bis zur Sommerpause ein großes Reformpaket auf den Weg bringen.
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