Handelsblatt geht von Schrumpfung der deutschen Wirtschaft im zweiten Quartal aus
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Der Irankrieg hat nicht nur fossile Energie spürbar verteuert. Vor allem ist die Verunsicherung bei Unternehmen und Verbrauchern deutlich gestiegen. Frühindikatoren wie der Ifo-Geschäftsklimaindex und das HDE-Konsumbarometer sind auf Tiefststände gerutscht. Damit wächst das Risiko, dass das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal schrumpft.
Der leichte Anstieg der deutschen Wirtschaftsleistung zu Jahresbeginn dürfte nach Einschätzung von Ökonomen nur von kurzer Dauer sein. Wie das Handelsblatt unter Berufung auf den aktuellen Konjunkturausblick des Handelsblatt Research Institute (HRI) berichtet, droht bereits im zweiten Quartal erneut eine deutlich schwächere Entwicklung.
Frühindikatoren bleiben schwach
Zwar war das Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal laut ersten Schätzungen um 0,3 Prozent gewachsen, Fachleute warnen jedoch davor, diese Zahlen überzubewerten. Frühindikatoren für die kommenden Monate blieben schwach, zudem könnten Sonder- und Kalendereffekte das Ergebnis künstlich verbessert haben.
Belastet wird die deutsche Wirtschaft weiterhin von der schwachen Industrie, verhaltenen Investitionen und der unsicheren internationalen Lage. Viele Experten rechnen deshalb damit, dass sich die Konjunktur im zweiten Quartal wieder eintrübt und der Jahresstart kein nachhaltiger Aufschwung war.
Zusätzliche Risiken sehen Ökonomen in möglichen neuen Belastungen für den Welthandel und die Energieversorgung. Sollte die strategisch wichtige Straße von Hormus über längere Zeit blockiert bleiben, könnte ein neuer Energieschock die Konjunktur erheblich treffen und die Gefahr einer Rezession erhöhen. Auch zusätzliche US-Zölle würden den ohnehin schwachen Welthandel weiter belasten. Damit könnten die positiven Effekte der schuldenfinanzierten Staatsausgaben in Deutschland weitgehend verpuffen.

Die Straße von Hormus zählt zu den wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt und ist ein zentraler Korridor für den internationalen Ölhandel.
Selbst wenn die Wirtschaft im weiteren Jahresverlauf lediglich stagniert, wäre statistisch derzeit noch ein Wachstum von rund 0,4 Prozent für das Gesamtjahr möglich. Fachleute sehen darin allerdings keinen Anlass für Optimismus. Angesichts der expansiven Finanzpolitik und der hohen Zahl an Arbeitstagen würde ein solches Ergebnis eher die anhaltende Schwäche der deutschen Wirtschaft verdeutlichen.
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