Bill Gates, Ex-Prinz Andrew, „Fergie“: Diese brisanten Verbindungen enthüllen die Epstein-Akten
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Das US-Justizministerium hat die letzte Tranche der Epstein-Files publiziert und die Wellen schlagen hoch. Wer stand mit dem verurteilten Sexualstraftäter, der 2019 in seiner Zelle tot aufgefunden wurde, auf vertrautem Fuße? Seine Verbindungen reichten von Politikern und Milliardären über Adelshäuser und Geheimdienste bis hin zur Film- und Musikbranche.
Die massive Freigabe von Dokumenten durch das US-Justizministerium (DOJ) am 30. Januar 2026 geschah aufgrund des "Epstein Files Transparency Act", eines Gesetzes, das im November 2025 vom Kongress verabschiedet und von Präsident Donald Trump unterzeichnet wurde. Das Gesetz verpflichtete das DOJ, alle relevanten unklassifizierten Unterlagen öffentlich zugänglich zu machen.
Diese jüngste Freigabe umfasst über 3 Millionen Seiten Dokumente, mehr als 2.000 Videos und 180.000 Bilder – die größte Einzelveröffentlichung bisher. E-Mails, Gerichtsdokumente, Ermittlungsunterlagen, ärztliche Gutachten, ein gigantischer Datenberg, der noch lange nicht durchanalysiert werden kann. Er ergänzt frühere Batches, wie die vom Dezember 2025, die bereits Tausende von Seiten enthielten, darunter Fotos von Epsteins Anwesen und Reisen mit Prominenten.
Ein Who-Is-Who nicht nur der amerikanischen Prominenz
Die Unterlagen sind auf der DOJ-Website abrufbar und enthalten investigative Materialien aus FBI- und DOJ-Untersuchungen, E-Mails, Gerichtsprotokolle und visuelle Beweise. Es gibt umfangreiche redaktionelle Bearbeitungen (Schwärzungen) (circa 200.000 Seiten), hauptsächlich zum Schutz von Opfern und sensiblen Informationen.
Das DOJ betont, dass die Überprüfung abgeschlossen sei und dass keine neuen strafrechtlichen Ermittlungen aus den Akten resultieren. Die neuesten Dokumente bieten keine bahnbrechenden Beweise für neue Straftaten, sondern vertiefen das Bild von Epsteins Netzwerk, das auch nach seiner Verurteilung 2008 weiterexistierte. Epstein pflegte Kontakte zu Reichen, Schönen und Mächtigen oft durch E-Mails, Einladungen und Finanztransfers.
Die Liste seiner Kontakte liest sich wie ein Who-Is-Who der internationalen Prominenz. Was aber nicht heißt, dass sie alle oder auch nur ein kleiner Teil von ihnen in Epsteins Machenschaften verstrickt waren. Die High Society kann sich kaum ins öffentliche Partygeschehen wagen, und Epstein bot die Möglichkeit, an einem abgelegenen Ort, vor allem auf seiner Privatinsel Little Saint James liegt in der Karibik, zu feiern. Wie Fredo, der Corleone-Bruder in „Der Pate II“, organisierte Epstein Alkohol, Musik und leichte Mädchen, darunter auch Minderjährige. Junge, hilfsbedürftige Mädchen, die er in seine Fänge lockte und brutal missbrauchte.
Trump war nie auf Epsteins „Hureninsel“
Längst nicht alle, die Kontakt mit Jeffrey Epstein pflegten, waren auf der „Hureninsel“, wie Donald Trump sie einmal nannte. Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi etwa antwortete einmal auf die Einladung Epsteins zu einer seiner Partys: „Bei mir zu Hause ist das Essen besser und der Wein so gut, dass die Mädchen von selbst wiederkommen – da braucht man sie nicht zu entführen.“
Epstein wurde Mitte der 90er-Jahre erstmals wegen sexueller Übergriffe angezeigt, ab 2005 kam es zu einer Reihe von Ermittlungen unter anderem wegen sexueller Gewalt an Minderjährigen, er wurde auch zu einer Haftstrafe verurteilt. Inoffiziell wurde sein Privatjet als „Lolita-Express“ und seine Privatinsel Little Saint James in der Karibik als „Orgy Island“ (Orgien-Insel) bezeichnet. Dutzende junge Frauen und Minderjährige wurden Opfer des Multimillionärs. Dennoch hatten viele Promis keine Scheu, weiter Kontakt zu halten.

Ex-US-Präsident Bill Clinton mit unbekannter Frau.
Etwa Politiker wie Bill Clinton – und Donald Trump, der über 3.000 Mal in den Dokumenten vorkommt. Irgendein Fehlverhalten konnte ihm nie nachgewiesen werden. Epstein lud Trump zwar auf seine Privatinsel ein, Trump lehnte jedoch ab. Epstein selbst gab zu, dass Trump „nie eine Massage bekommen hat“. Auch Adlige wie der britische Ex-Prinz Andrew und Sarah Ferguson, ehemalige Herzogin von York, pflegten Kontakt mit Epstein. Musiker wie Michael Jackson und Mick Jagger, Schauspieler und Entertainer wie Kevin Spacey und George Clooney. Steve Tisch, Co-Eigentümer der New York Giants, der aber auch nie auf Epsteins Insel war und den Kontakt zu diesem „schrecklichen Menschen“ zutiefst bereut. Milliardäre und Unternehmer wie Elon Musk und Bill Gates. Und Howard Lutnick, Wall-Street-Milliardär und jetzt Trumps Handelsminister.
„Ich wusste, dass ich unerbittlich verleumdet werden würde“
Seit der Veröffentlichung der letzten Akten-Tranche gab es bereits zwei politische Konsequenzen: Der britische Politiker und ehemalige Botschafter in den USA, Peter Mandelson, kündigte seine Mitgliedschaft in der Labour-Partei. Er wolle der Partei „weitere Peinlichkeiten“ ersparen. Und der slowakische Ex-Außenminister Miroslav Lajčák legte einen Beraterposten nieder, nachdem Chats publik wurden, in denen er sich mit Epstein über „zu junge Mädchen“ ausgetauscht haben soll.
Elon Musk, der noch im vergangenen Jahr auf seiner Plattform X geschrieben hatte: „Epstein versuchte, mich dazu zu bringen, auf seine Insel zu fahren, und ich habe ABGELEHNT.“, hat nun ein kleines Problem, weil er Epstein 2012 in einer E-Mail gefragt hatte, an welchem Tag die „wildeste Party“ dort steigen werde. Am Samstag schrieb er nun auf X: „Ich habe nie an Epsteins Partys teilgenommen und habe mich wiederholt für die Strafverfolgung derjenigen ausgesprochen, die mit Epstein Verbrechen begangen haben.“
„Niemand hat sich so sehr für die vollständige Freigabe der Epstein-Akten und die Strafverfolgung derjenigen eingesetzt, die Kinder missbraucht haben, wie ich es getan habe, wohl wissend, dass die etablierten Medien, die linksextremen Propagandisten und die tatsächlichen Schuldigen dies tun würden: 1. Nichts zugeben 2. Alles leugnen. 3. Gegenbeschuldigungen gegen mich erheben. Ich wusste, dass ich unerbittlich verleumdet werden würde, obwohl ich nie seine Partys besucht, nie in seinem „Lolita Express“-Flugzeug gesessen, nie einen Fuß auf seine gruselige Insel gesetzt oder überhaupt irgendetwas falsch gemacht hatte.“

Elon Musk: „Habe nie einen Fuß auf seine gruselige Insel gesetzt.“
Ex-Prinz Andrew auf kompromittierenden Bildern
Ein weiterer Tech-Milliardär kommt in den Epstein-Files in eher unappetitlichem Zusammenhang vor. Laut der Financial Times heißt es in zwei E-Mails, die Epstein offenbar im Sommer 2013 an sich selbst schickte, Bill Gates habe außereheliche Affären gehabt und versucht, eine Geschlechtskrankheit vor seiner Frau Melinda zu verbergen. Epstein habe Gates Antibiotika beschafft, „um mit den Folgen von Sex mit russischen Mädchen fertig zu werden“. Eine Behauptung, die ein Sprecher von Gates’ Stiftung als „absolut absurd und völlig falsch“ zurückwies, sie stamme von einem „erwiesenen, verärgerten Lügner“.

Sind die Vorwürfe gegen Bill Gates wirklich „absurd“?
In den Ende Januar veröffentlichten Akten finden sich auch Fotos des früheren britischen Prinzen Andrew (jetzt nur noch Andrew Mountbatten-Windsor), der wegen seiner Verstrickung in den Epstein-Skandal aller seiner Titel verlustig ging. Auf diesen ist zu sehen, wie er sich auf allen Vieren über eine junge Frau mit unkenntlich gemachtem Gesicht beugt und eine Hand auf ihren Bauch legt. Das Bild soll in einem Anwesen Epsteins in New York entstanden sein. Und 2010 soll Epstein ein Dinner für Andrew mit einer 26-jährigen Russin in London vermittelt haben, kurz nachdem Epstein eine gut einjährige Haftstrafe wegen Prostitution Minderjähriger abgesessen hatte.
Der britischen Daily Mail zufolge soll sich die Frau mit dem damaligen Prinzen, der fast doppelt so alt war wie sie, in dessen Privaträumen – der Royal Lodge – getroffen haben. Nach gemeinsam verbrachter Nacht soll er ihr sogar einen Rundgang durch den Buckingham Palace ermöglicht haben. Das bekannteste Opfer Epsteins, Virginia Giuffre, die sich im vergangenen Jahr das Leben nahm – sie wurde im Teenager-Alter Sexsklavin Epsteins und seiner Komplizin Ghislaine Maxwell –, hatte 2021 auch gegen Andrew wegen sexuellen Missbrauchs geklagt. Andrew bestritt die Vorwürfe und einigte sich außergerichtlich mit der Frau, indem er ihr einen Millionenbetrag zahlte.

In den Akten: Fotos des früheren Prinzen Andrew mit einer unkenntlich gemachten Dame.
Auch Andrews frühere Ehefrau Sarah Ferguson wird in den Akten genannt. Ein Mailwechsel aus dem Jahr 2009 legt nahe, dass „Fergie“ Epstein freundschaftlich verbunden war. Sie bezeichnete Epstein unter anderem als „Legende“ und „Bruder, den ich mir immer gewünscht habe“. Selbst die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit hatte Kontakt zu Epstein, wohnte sogar einige Tage in einem Haus in Palm Beach. Heute will ihr das leidtun, sie bereue, überhaupt Kontakt zu Epstein gehabt zu haben.
War am „Pizzagate“ was dran?
Zu den verstörendsten Erkenntnissen aus den jüngst veröffentlichten Akten gehört die erhärtete Vermutung, dass wohl nicht alle Verschwörungstheoretiker falsch liegen. Tausende Male taucht das Wort „Pizza“ auf – ein Codewort der Besteller von minderjährigen Mädchen, das im Zusammenhang mit dem sogenannten Pizzagate von 2016 um einen Pädophilen- und Kinderpornoring in Washington eine Rolle spielte. Mit „Hotdog“ war ein Junge gemeint und so weiter.
Der Politikwissenschaftler Armin Petschner-Multari schrieb auf X: „Selbst wenn sich nur ein Bruchteil verifizieren lässt, reden wir über menschliche Abgründe jenseits dessen, was bislang bekannt war. Das hat das Potenzial, das amerikanische Establishment in seinen Grundfesten zu erschüttern.“
Bestätigen die Akten, dass die wilden Verdächtigungen gegen das weit verzweigte Netzwerk der Mächtigen, in deren Zentrum Epstein agierte, vielleicht doch eine Grundlage haben? Die Person Jeffrey Epstein selbst wirft genügend Fragen auf. Wie konnte der College-Abbrecher aus einer Arbeiterfamilie in Brooklyn ein Vermögen von etwa 578 Millionen US-Dollar anhäufen, das aus Immobilien, Bargeld, Investitionen und anderen Assets bestand?

Mit Skrupellosigkeit und besten Verbindungen wurde Jeffrey Epstein zum Multimillionär.
Wie konnte Epstein so reich werden?
In den frühen 1980er Jahren arbeitete er als „Bounty Hunter“, der gestohlenes Geld für Reiche aufspürte, und wurde bis 1984 Millionär. Diese Phase legte den Grundstein: Epstein nutzte Charme, Netzwerke und fragwürdige Praktiken, um sich in der Finanzelite zu etablieren. Dann gründete er eine Beratungsfirma, die sich auf Vermögensverwaltung für Klienten mit einem Nettovermögen von über einer Milliarde Dollar spezialisierte.
Ein entscheidender Faktor war Epsteins Umzug 1996 auf die US Virgin Islands, wo er Resident wurde und seine Firmen ansiedelte. Durch das Economic Development Program erhielt er massive Steuererleichterungen: 90 Prozent Rabatt auf Unternehmenssteuern und 100 Prozent auf bestimmte Abgaben, wodurch er von 1999 bis 2018 etwa 300 Millionen Dollar Steuern sparte. Trotz diverser Skandale verstand es Epstein, seinen steinreichen Klienten zu halten.
Und wer weiß, welche Gelder Epstein absahnte, wenn es stimmt, dass er im Milieu der Geheimdienste unterwegs war? Die Daily Mail berichtet unter Berufung aus Geheimdienstkreisen, dass Epstein im Auftrag Moskaus kompromittierendes Material über einige der mächtigsten Männer der Welt gesammelt haben soll – mittels einer „Honigfalle“. Demnach soll er junge Frauen aus Russland in die USA eingeflogen haben, um kompromittierende Situationen zu schaffen und mit dem Foto- und Videomaterial die Mächtigen des Westens erpressbar zu machen.

Brisante Theorie: War Epsteins Sex-Kosmos eine Honigfalle des russischen Geheimdienstes?
Verbindungen nach Moskau?
Putin, Moskau und Russland tauchen tausende Male in den Epstein-Akten auf. Zwar gibt es keine dokumentarischen Beweise, die Putin und seine Spione direkt mit Epsteins illegalen Aktivitäten in Verbindung bringen, die US-Sicherheitsdienste haben jedoch offenbar seine Verbindungen nach Russland jahrelang „überwacht”. Amerikanische Geheimdienstexperten nehmen an, dass Epstein durch Geschäftsbeziehungen mit Robert Maxwell, dem in Ungnade gefallenen Medienmagnaten, der – wie Epstein – unter mysteriösen Umständen starb, in die Welt der Spionage eingeführt wurde.
Aktuell schießen die Spekulationen vor allem in den sozialen Netzwerken des Internets ins Kraut. Epstein ist tot, seine Komplizin Maxwell wurde zu 20 Jahren Haft verurteilt, und weitere Ermittlungen sind offenbar nicht geplant. Das öffnet wildesten Theorien natürlich Tür und Tor. Sogar Gerüchte über Fälle von Vergewaltigungen, rituellen Morden und Kannibalismus kursieren. In den noch längst nicht ausgewerteten Dateien könnte allerhand explosives Material schlummern.
Etwa, wenn der Justizausschuss des US-Repräsentantenhauses, wie beantragt, Einsicht in die ungeschwärzte Version der Epstein-Files – in denen auch viele unbestätigte oder als nicht glaubwürdig eingestufte Aussagen stehen – erhalten sollte. Mindestens steht fest, dass die umfangreiche Kommunikation jede Menge Erpressungsmaterial enthält. Und Epsteins Todesumstände sind auch noch nicht abschließend geklärt. In den Akten ist etwa die Einschätzung eines Ermittlers zu finden, dass die letzte Kommunikation Epsteins nicht wie ein Abschiedsbrief wirke.
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