Grüne Klimaideologie: So werden die Menschen in den Entwicklungsländern ärmer
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Die links-grünen Beteuerungen, man wolle den Ländern des „Globalen Südens“ helfen, werden von den restriktiven Vorgaben der Klimaideologen Lügen gestraft. In Wahrheit nehmen sie die Behinderung des Aufstiegs zu Wohlstand als Kollateralschaden in Kauf.
Im Gedankenkosmos der Ideologen hat der Westen durch die Industrialisierung das „Klima“ auf dem Gewissen. Die Entwicklungs- und Schwellenländer sollen deshalb die zentralisierte und umweltschädliche Phase der Industrialisierung überspringen (Leapfrogging). Möglich mache das der Ausbau erneuerbarer Energien wie Solar- oder Windkraft.
Die Armen dieser Welt argumentieren hingegen, dass ihnen strenge Klimavorgaben den Zugang zu günstiger Energie erschweren, die sie für den Aufbau von Wohlstand und Industrie benötigen. Sie fordern, dass fossile Energieträger (wie Kohle oder Gas), die den Westen reich gemacht haben, ihnen nicht vorenthalten werden dürfen. Schließlich waren es die Industrialisierung, das Wachstumskonzept und der technologische Fortschritt, denen die Verbesserung der Lebensbedingungen der gesamten Menschheit zu verdanken ist.
Doch selbst Projekte, bei denen fossile Energien keine Rolle spielen, scheitern mitunter am ideologisch motivierten Widerstand von grünen „Nichtregierungsorganisationen“ (NGOs).
„Ginge es nach Greenpeace oder WWF, sollen wir so leben wie vor 300 Jahren“
So berichtete Agrarheute im Mai vom indigenen Stamm der Paresi (auch Pareci) in Mato Grosso, Brasilien. Bis vor 30 Jahren litten die etwa 20.000 Angehörigen des Stammes, die am Südausläufer des Amazonas leben, an Armut, Unterernährung und einer hohen Kindersterblichkeit. Es geht ihnen besser, seit sie Soja anbauen (sogar ohne den Einsatz von Gentechnik), allerdings nur auf einem Bruchteil von drei Prozent ihres Territoriums, der Rest steht unter Naturschutz.
Denn: Greenpeace und andere NGOs initiierten ein Moratorium, um die Abholzung im Amazonas zu stoppen. Es verbietet den großen Händlern wie Cargill, Bunge und ADM, Soja von Flächen zu kaufen, die nach 2008 gerodet wurden. Das erschwert die legale Vermarktung der Produkte, obwohl die Paresi über staatliche Genehmigungen verfügen. Damit haben sie faktisch keinen Zugang zum lukrativen internationalen Markt (die Nachfrage aus Europa ist groß) und müssen im Land zu schlechteren Preisen verkaufen.
Das Problem, das indigene Gruppen haben, die selbst von modernen Landwirtschaftstechniken profitieren wollen, statt an einer „romantisierten“ vorindustriellen Lebensweise festzuhalten, brachte André Kezomae, Vorstand der Kooperative Coopipares, so auf den Punkt: „Wenn es nach Greenpeace oder WWF ginge, sollen wir so leben wie vor 300 Jahren.“
Windräder verjagen Rentiere
Bei Apollo News berichtete Dr. Christoph Canne von einem schier unglaublichen Fall: Der Münchner Stadtrat habe 2009 das Ziel ausgegeben, München solle „als Vorreiter bis 2025 die weltweit erste Millionenstadt werden, deren kompletter Strombedarf zu 100 Prozent aus eigenen Anlagen für erneuerbare Energien gedeckt wird.“ Da dieses Ziel nicht erreicht werden kann – es gibt im Stadtgebiet weder ausreichend Wind noch Flächen –, hätten die Stadtwerke zu einem Trick gegriffen und massiv in ganz Europa investiert, um die Öko-Bilanzen zu frisieren.
Unter anderem im fernen Norwegen, wo die indigenen Sami, die auf Rentierzucht angewiesen sind, ein existenzielles Problem bekamen, denn die Tiere meiden die Windparks auf ihren angestammten Weidegründen schon wegen des permanenten Brummens, und außerdem zerschneiden die Stromtrassen die Wanderrouten der Herden.
Zwar wurden die Sami später finanziell entschädigt, doch hatten die Stadträte der Grünen, der SPD und der CSU nicht einmal Zeit, um mit einer samischen Delegation im Rathaus zu reden. Canne resümiert: „Minderheitenschutz dient diesen Parteien nur als medienwirksame Kulisse für Sonntagsreden. Sobald die nackte Realität die eigenen Dogmen gefährdet, muss das Überleben eines indigenen Volkes dem bedingungslosen Vorrang der eigenen Ideologie weichen.“
Kampf gegen Golden Rice kostete Menschenleben
Strenge Umweltauflagen und das ökonomische Interesse indigener Gruppen lassen sich eben schwerlich unter einen Hut bringen. Der erste große Konflikt zeichnete sich bereits in den 90er Jahren im Streit um den „Golden Rice“ (Goldener Reis) ab, als die ideologische Ablehnung gentechnisch veränderter Organismen (GVO) konkrete humanitäre Schäden verursachte.
Golden Rice ist eine Reissorte, die durch gentechnische Veränderung Beta-Carotin (Provitamin A) produziert, das der Körper in Vitamin A umwandelt. Er wurde speziell entwickelt, um Vitamin-A-Mangel in Entwicklungsländern zu bekämpfen, wo Reis das Hauptnahrungsmittel ist. Vitamin-A-Mangel ist laut WHO eine der Hauptursachen für vermeidbare Erblindung bei Kindern und erhöht das Risiko für Infektionen (etwa Masern oder Durchfall) und Sterblichkeit.
Obwohl Studien zeigten, dass Golden Rice genug Beta-Carotin enthält, um einen signifikanten Teil des Vitamin-A-Bedarfs zu decken, gut vom Körper aufgenommen wird und sich außerdem kostengünstig und nachhaltig in bestehende Anbausysteme integrieren lässt, liefen Gruppen wie Greenpeace Sturm – angeblich wegen „Risiken für Umwelt und Biodiversität“, aber vor allem, weil die Aktivisten ein Trojanisches Pferd für Konzerne und genmodifizierte Sorten allgemein witterten.
Grüne NGOs predigen Verzicht
Angstkampagnen, Gerichtsverfahren und die Zerstörung von Feldversuchen, etwa auf den Philippinen, zögerten Zulassungen um viele Jahre hinaus, obwohl es keine Belege für die behaupteten Risiken in der Praxis gab. Über die Jahre kam es zu Hunderttausenden vermeidbaren Todesfällen und Erblindungen. Vor allem arme Kinder und Schwangere in ländlichen Gebieten – genau die vulnerabelste Gruppe – waren betroffen. Evidenzbasierte Hilfe wurde blockiert, weil die Aktivisten ideologische Reinheit über Leben und Gesundheit stellten.
Heute besteht der Widerspruch zwischen globaler Klimapolitik und lokaler Entwicklung: Auf der einen Seite stehen üppig ausgestattete westliche NGOs – Greenpeace, WWF, diverse Klimastiftungen –, die mit moralischem Nachdruck fordern, dass auch die ärmsten Länder der Erde ihre Ressourcen schonen, Wälder stehen lassen und auf fossile Energie verzichten sollen. Auf der anderen Seite leben Menschen, oft indigene Gemeinschaften, die in eben diesen Ressourcen die einzige realistische Chance auf ein Leben jenseits von Armut, Krankheit und Perspektivlosigkeit sehen.
Nach Ansicht der Klimaideologen tragen die Entwicklungsländer die Hauptlast der „Klimakrise“. „Ihr dürft nicht wiederholen, was wir getan haben“, lautet die unausgesprochene Botschaft. Also Solaranlagen statt Kohlekraftwerke, Ökotourismus statt Plantagen, Naturschutzgebiete statt Minen. Aber für einen indigenen Bauern in Bolivien oder einen jungen Mann in Nigeria ist Klimaschutz eine abstrakte Zukunftssorge, während der Mangel an Strom, Straßen und Schulen eine tägliche Realität darstellt.

Aktivisten von Greenpeace Brasilien haben illegal geschlagenes Holz auf Grund und Boden der indigenen Karipuna entdeckt.
Indigene wollen ihr Land selbst nutzen
Die Forderung, diese Länder sollten nun auf westliche Anweisung hin Verzicht üben, wirkt aus ihrer Sicht wie ein neuer, subtiler Kolonialismus: Die Reichen haben ihren Wohlstand bereits gesichert und wollen nun das Tor zur Entwicklung zuschlagen. Schlagworte wie „grüner Kolonialismus“ und „Öko-Imperialismus“ machen die Runde.
Während NGOs vorgeben, auf „die Rechte indigener Gemeinschaften“ zu pochen, kollidieren ihre Projekte in der Praxis häufig mit den konkreten Interessen eben dieser Gruppen. In der Amazonas-Region kämpfen einige indigene Gemeinschaften für das Recht, ihr Land selbst zu nutzen – sei es durch kontrollierte Rodung für Ackerbau, durch Handel mit Holz oder durch Partnerschaften mit Bergbauunternehmen. Sie wollen nicht als „edle Wilde“ im Reservat konserviert werden, sondern selbst entscheiden, wie sie ihren Wohlstand mehren. Wenn internationale Kampagnen ausländische Investitionen blockieren oder Regierungen unter Druck setzen, Landnutzungsrechte einzuschränken, treffen sie oft genau die Menschen, deren Lebensgrundlage dadurch verengt wird.
Den Ärmsten der Welt die Hoffnung auf materiellen Fortschritt zu nehmen, nur weil die Reichen nun ein schlechtes Gewissen entwickelt haben, ist moralisch höchst fragwürdig. Statt paternalistischer Bevormundung ist Pragmatismus vonnöten: Technologien zur Emissionsreduktion wie Kernkraft, moderne Gaskraftwerke als Brücke, effiziente Landwirtschaft, damit die Menschen in den ärmsten Regionen der Erde ihren legitimen Wunsch nach Wohlstand verwirklichen können. Dem stehen Klimaideologie und Fortschrittsfeindlichkeit entgegen.
Agitation gegen Palmöl, obwohl die Armut sinkt
Millionen Menschen hängen von Palmöl ab, dem ertragreichsten pflanzlichen Öl der Welt. Es liefert auf vergleichsweise kleiner Fläche viel mehr Ertrag als Soja, Raps oder Sonnenblumen. Indonesien und Malaysia produzieren zusammen rund 85 Prozent des globalen Palmöls. In Indonesien bewirtschaften über 2,6 Millionen Kleinbauern etwa 40 Prozent der Anbaufläche und produzieren rund 37–40 Prozent des Öls; in Malaysia sind es rund 500.000 Kleinbauern mit etwa 40 Prozent der Produktion.
Viele verdienen damit ein stabiles Einkommen in Regionen, wo Alternativen rar sind – Palmöl hat Armut in ländlichen Gebieten spürbar reduziert. Aktivisten aber beklagen Entwaldung, Verlust der Biodiversität und Bedrohung von Arten wie dem Orang-Utan sowie hohe CO2-Emissionen (Rodung und Entwässerung von Torfböden setzen große Mengen Treibhausgase frei). Hinzu kommt das Argument, Palmöl sei ohnehin ungesund. Dass sie durch Boykotte und strengere Regulierungen den Menschen vor Ort schaden, nehmen sie billigend in Kauf.

Kleinbauern in Kuala Lumpur, Malaysia, demonstrieren gegen US-Regulierungen zum Palmöl.
In Lateinamerika zeigen sich die Schattenseiten der „Energiewende“ auf andere Art. Kupfer für Stromleitungen und Windräder, Lithium für E-Auto-Batterien, Gold und andere Metalle für Elektronik und Erneuerbare – all diese Rohstoffe sind unverzichtbar, um die Klimaziele des Westens zu erreichen. Gleichzeitig blockieren Proteste, NGOs, Gerichtsverfahren und lokale Widerstände immer wieder genau jene Projekte, die diese Materialien liefern sollen.
Sollten die Betroffenen nicht selbst entscheiden?
Während hierzulande nur die Umweltbilanz der Endprodukte gefeiert wird, findet der Abbau oft unter ökologisch bedenklichen oder ausbeuterischen Bedingungen in afrikanischen oder südamerikanischen Ländern statt. Dabei gibt es schon einen Begriff dafür: Grüner Extraktivismus, womit der globale Rohstoffhunger nach Metallen und Mineralien bezeichnet wird, die für die technologische Wende und grüne Technologien zwingend benötigt werden, der aber die Umwelt- und Ausbeutungsproblematik oft nur in andere Weltregionen verschiebt.
Andere Maßnahmen mögen ebenfalls gut gemeint sein, doch Regularien wie das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz erschweren de facto den Marktzugang für Produzenten in Entwicklungsländern, anstatt ihnen zu helfen, weil kleine Betriebe die teuren Auflagen nicht erfüllen können.
Der grüne Klimafanatismus nimmt bereits die Deindustrialisierung des eigenen Landes in Kauf – schlimm genug. Aber mit welchem Recht will man denen, die sich wie die Chinesen oder andere Asiaten industrialisiert und einen hohen Lebensstandard erreicht haben, verwehren, sich ebenfalls aus der Rückständigkeit zu arbeiten? Mit Verweis auf die auf Sand gebauten Klimamodelle?
Solange die grüne Transformation ein Luxus ist, der auf dem Rücken der Ärmsten ausgetragen wird, offenbart sich hier die pure Heuchelei. Und wirklich zu glauben, dass Auflagen zum „Klimaschutz“ im globalen Süden zwingend erforderlich seien, weil diese Regionen doch am stärksten von den „Folgen des Klimawandels“ betroffen seien, wäre indes Selbstbetrug. Auch die indigenen Völker, die man so zu schützen vorgibt, haben ein Recht darauf, im Zweifel selbst zu entscheiden, ob ihnen Wohlstand oder Naturschutz wichtiger ist.
Lesen Sie dazu auch: Darum gehören die grünen Klimaideologen vor Gericht
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Claudio Casula
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