Ideologie statt Bildung: Wie an den Schulen die Zukunft unseres Landes verspielt wird
Ein Beitrag von
„Zivilisationen sterben nicht, sie begehen Selbstmord“, analysierte bereits vor vielen Jahren der britische Geschichtsphilosoph Arnold J. Toynbee.
Wenn schon, dann müssen wir den Laden aber so richtig mausetot bekommen, muss man sich in Deutschland an den Schaltstellen der Macht gedacht haben, und so sterben in Deutschland gerade nicht nur die innere Sicherheit, die Infrastruktur an Straßen, Brücken und Schienen und von Chemieindustrie über Stahl bis hin zu den Autobauern so ziemlich alle Schlüsselindustrien, die das Land besitzt. Nein, das Land, das sich gerne damit brüstet, Heimat der „Dichter und Denker“ zu sein, ruiniert bereits seit vielen Jahren das wichtigste Kapital, das ein Land hüten muss, das keine Bodenschätze und nicht einmal ein kleines Ölfeld besitzt, um im internationalen Kräftemessen mithalten zu können: die klugen Köpfe seiner Kinder.
Ja, wenn wir schon nichts mehr produzieren, müssten kluge Köpfe, Wissenschaftler, Erfinder, kreative, innovative junge Menschen unser stärkstes Kapital sein, um global mithalten zu können. Stattdessen erlebt unser Land einen breiten Bildungsniedergang, der nahezu widerstandslos hingenommen wird. Der Pisa-Schock der 2000er Jahre ist nie wirklich überwunden worden, stattdessen geht es in Sachen Bildung und Schulen schleichend, aber beständig immer weiter begab.
Deutsche Schüler liegen im Vergleich zwei Schuljahre hinter den Asiaten
Schon im Jahr 2000 hatte die internationale Timss-Studie, die mathematische und naturwissenschaftliche Fähigkeiten von Kindern international erfasst, gezeigt, dass die deutschen Schüler im Vergleich zu ihren Gleichaltrigen in anderen Ländern oft um Jahre hinterherhinken. Jahre! Schüler aus Singapur, Japan oder Südkorea sind bereits in der achten Klasse den deutschen Schülern im Fach Mathematik zwei, manchmal gar drei Schuljahre voraus.

Die TIMSS-Studie 2023 zeigt erhebliche Defizite deutscher Schüler im Vergleich zu anderen Ländern auf.
„Solche Vorsprünge sind praktisch nicht mehr einholbar“, schrieben die deutschen Timss-Koordinatoren schon im Jahr 2000 offen in ihren Abschlussbericht. Konsequenzen für das deutsche Bildungssystem: keine. Haben wir einen Krisenstab Bildung? Kann jemand den Namen der aktuellen Bildungsministerin, ohne vorher zu googeln, auch nur benennen? Gibt es eine Bildungsoffensive, oder wenigstens einen sinnlosen, aber hochkarätig besetzten Arbeitskreis?
Fast 20 Jahre später, im Jahr 2019, sahen die Timss-Ergebnisse leider nicht besser aus: Deutschland befindet sich unter Durchschnitt im OECD-Vergleich, der Lernabstand zum Spitzenfeld der asiatischen Länder beträgt immer noch 2 Schuljahre, 25 Prozent der Grundschüler erreichen nur die unteren beiden von 5 Kompetenzstufen in Mathe, sprich: Sie können nach vier Schuljahren nur wenige elementare Rechenkenntnisse, mehr nicht. In den Naturwissenschaften ist der Leistungsabfall noch stärker, dort schaffen ganze 27 Prozent gerade mal Kompetenzstufe 2 von 5.
Doch es kommt noch schlimmer: Die IGLU-Studie zu den Lese- und Schreibkompetenzen von Kindern kam vergangenes Jahr zum Ergebnis, dass ebenfalls 25 Prozent aller Viertklässler, nicht ausreichend lesen und schreiben können. Im Klartext: Ein Viertel unserer Kinder verlässt die Grundschule ohne Lesen, Schreiben und Rechnen zu können. Wie sollen sie auch nur einen Hauptschulabschluss machen mit diesem Start in den Bildungsweg? Wir sind mitten in einer dramatischen Bildungskrise, gut dass keiner darüber redet, sie geht dann sicher lautlos vorbei.
Die Deutschen bekämpfen den deutschen Bildungsniedergang nicht, sie verwalten ihn bloß. Den Preis bezahlen die Kinder, die ja nicht dümmer und fauler sind als etwa Kinder in Indonesien, die aber in einer Flut von Bildungskonzepten und Schulformen untergehen und unterfordert werden in Schulen, die sich nicht mehr am unterschiedlichen Leistungs- sondern nur noch an der Höhe ihres Ideologieniveaus messen lassen.
Das Land der Dichter und Denker dichtet und denkt schon lange nicht mehr, man ist froh, wenn die Schüler ihren Namen fehlerfrei buchstabieren oder schreiben können, anstatt ihn zu tanzen.
Migrationskrise schlägt voll auf die Schulen durch
Die hausgemachte Migrationskrise verschärft die Lage zusätzlich dramatisch. Bereits in den 90ern waren die fehlenden Deutschkenntnisse und die nicht existente Lernbereitschaft mancher Zuwanderungsgruppen ein Politikum, seither sind einfach nur noch ein paar Millionen solcher Problemfälle zugewandert. Immer mehr Kinder mit unterschiedlichsten Nationalitäten, Kulturen und Sprachen sind in deutsche Klassen gespült worden, an normalen Unterricht wie früher ist in manchen Schulen nicht mehr zu denken. Seit genau so vielen Jahren reden alle darüber, dass man die Deutschkenntnisse der Kinder vor der Schule sicherstellen müsste, es gibt aber bis heute nicht einmal flächendeckende Sprachstandserhebungen mit verpflichtenden Deutschkursen für jene, die einfach nicht schulfähig sind und damit nicht nur sich selbst, sondern auch den Rest der Klasse ausbremsen.

Ministerpräsident Dr. Markus Söder und Kultusministerin Anna Stolz besuchen eine Tablet-Klasse der Mittelschule an der Elisabeth-Kohn-Straße in München.
„Meine 4. Klasse macht dieses Jahr kein Abschlussfest, das ist mit dieser Klasse einfach nicht umsetzbar“, erzählt mir eine Grundschullehrerin aus Köln, die seit über 20 Jahren unterrichtet und den schleichenden Niedergang, die Veränderung der Soziostruktur der Schüler und die zunehmende Unbeschulbarkeit von Kindern aus der Nahkampfzone beschreiben kann. Auch zur Schwimmhalle kann sie mit ihrer Klasse nicht, weil sie als Lehrkraft alleine ist, und diese Klasse selbst in einem geschlossenen Raum kaum zu bändigen ist, geschweige denn auf einem Fußweg durch die Stadt. Im Soziogefüge ihres Stadtteils finden sich schon lange keine „Lesemütter“ oder sonstige Elternteile als freiwillige Helfer, und obwohl das in den Papieren des Ministeriums in der Bedarfsplanung steht, hat sie keine zweite pädagogische Kraft dazubekommen. Es sind schlicht nicht genug Kollegen dazu da.
Das Klassenzimmer hat sie selbst mit Hilfe ihrer Tochter in den Ferien gestrichen, damit sie mit den Kindern nicht in abgewetzten Räumen sitzt, der Migrantenanteil in der Klasse beträgt 70 Prozent. Und weil das noch zu einfach wäre, verteilt sich das auf 10 unterschiedliche Nationalitäten und Sprachen. Normaler Unterricht ist hier kaum denkbar. Kleine Paschas, die auf nichts hören und bereits als Erstklässler nichts von Frauen halten. Zigeunermädchen, die man so nicht nennen darf, die ab und zu kommen. Man meldet es trotz Schulpflicht nicht dem Jugendamt, obwohl man es müsste, weil man schon aus Erfahrung weiß, dass diese Eltern die Kinder dann einfach ganz aus der Schule nehmen und an der nächsten anmelden, wo sie auch nicht regelmäßig kommen werden, weil ihre Eltern darauf schlicht keinen Wert legen. „Ich freue mich für jeden Tag, den die Mädchen da sind, denn sie sind eigentlich clever, aber sie haben jetzt schon keine Chance.“ Nachdem man die Migrantenkinder aus Syrien, Afghanistan und Afrika endlich halbwegs im Griff hatte, kamen noch die Kinder aus der Ukraine hinzu, ebenfalls ohne ein Wort Deutsch. Die wenigen deutschen Kinder gehen hier völlig unter. „Aber wir sollen jetzt noch Inklusion machen und auch Kinder mit Behinderungen aufnehmen. Was sollen wir sonst noch alles tun?“

Inklusive Schulklasse in Mannheim
Wenn hier nur 25 Prozent der Kinder auf der Strecke bleiben, wäre das ein sensationell niedriger Wert. Und es ist nur eine einzige Schule von Tausenden. Fängt man einmal an, mit Eltern, Schülern oder auch Lehrern zu reden, wissen alle haarsträubende Geschichten zu erzählen. Seit wie vielen Jahren schlagen Brennpunktschulen jetzt schon Alarm? Genauso lange wird es ohne jegliche Kraftanstrengung ignoriert. Es werden marode Schulen, Unterricht in Schulcontainern, schlechte Ausstattung, Lehrermangel, Gewalt auf Schulhöfen, Absinken des Bildungsniveaus und Unterrichtsausfall beklagt, als sei das alles eine Naturgewalt und nicht etwa das Ergebnis einer völlig verfehlten und ideologisch überladenen Bildungspolitik. Es ist also kein Geld da, wir schicken aber zweistellige Milliardensummen in die ganze Welt, um die berühmten Radwege in Peru oder Gender Studies in Afghanistan zu fördern.

Ein Schüler beim Fernunterricht während der Coronakrise.
Zwischen Pisa-Schock und Migrationskrise gab es dann noch die Corona-Jahre in denen den Kindern Deutschlands mindestens ein halbes Schuljahr abhandengekommen ist, weil der Maßnahmen-Wahnsinn der Bundesregierung sie als erste in Haftung genommen hat, um dieses Land mit Schulschließungen und sogenanntem Fernunterricht noch stiller zu legen, als es sowieso schon ist. Die ökonomischen Folgen dieses Bildungsverlustes sind enorm. Für die Kinder selbst aber auch für die Gesellschaft.
Schule als Experiment
Vielleicht hat der Niedergang einst damals angefangen, als man das „Schreiben nach Gehör“ in den Grundschulen begann und gleichzeitig jeden Hauch von Leistungsdanken im Keim erstickte. Die Kinder sollten schreiben dürfen, wie sie wollen, ohne Regeln, damit sie „Freude“ am Schreiben bekommen, während die Kollegen in den späteren Jahrgängen bis in die späten Gymnasiumsjahre hindurch dann schauen mussten, wie sie den Kindern die erst antrainierten Rechtschreibfehler wieder abgewöhnen.
Es hat Jahre gebraucht, bis man dieses Experiment zumindest in manchen Bundesländern und Schulen wieder ad acta gelegt hat, bei dem mir als Mutter beim Elternabend erklärt wurde, ich soll die Schreibversuche meiner Kinder auf keinen Fall korrigieren, weil ich ihnen damit die Motivation nehme und Druck mache. Ich habe es schlicht zum Wohl meiner Kinder ignoriert. Es war dieselbe Zeit, in der es bis zur 3. Klasse keine Noten gab, weil auch das nur demotivierend für die Kinder sei, stattdessen bekamen wir als Eltern seitenweise Prosa und mussten lernen, daraus den Leistungsstand unserer Kinder zu orakeln. Die Kinder wollten auch wissen, welche Noten sie haben, um sich mit anderen Kindern oder ihren Geschwistern zu messen. Leistungsvergleiche! Wettbewerb unter Kindern? Du meine Güte! Das geht gar nicht. Wo bleibt da der „Spaß“ und die „Freude“?

Bundesjugendspiele finden heute weitgehend ohne Einzelwertungen statt.
Wie gut, dass man bei den Sportkämpfen der Bundesjugendspiele die Einzelwertungen ebenfalls abschaffte, um nur noch als Klasse im Kollektiv gemeinsam zu gewinnen oder Hauptsache mitgemacht zu haben. Nicht dass hier einer schneller läuft als sein Sitznachbar. Gleichheit in Vielfalt als bildungspolitisches Paradoxon, das glaubt, man könne Kinder wie eine Herde Schafe behandeln, um dann am Ende Leitwölfe aus den Schultoren laufen zu sehen.
Genderkompetenz in Einhornwissenschaften
Systematisch ist der Leistungsgedanke, die Förderung von Bildungseliten nicht nur abgeschafft, sondern ideologisch boykottiert und unterminiert worden. Bis heute machen wir Experimente mit immer neuen Schulformen. G8 und jetzt wieder G9, Gesamtschulen, die es nicht schaffen, die Schwachen mitzunehmen, dafür aber die Guten ausbremsen. Theoretische Konzepte, die noch nie funktioniert haben, weil sie auf dem Papier utopische Rahmenbedingungen formulieren, die in Wahrheit unbezahlbar und nicht umsetzbar sind, weil schlicht das Personal dafür fehlt. Wir leben immer noch die „Eine Schule für alle“-Sozialromantik, statt ein leistungsbezogenes, dreigliedriges Schulsystem durchzuziehen.
Bis heute schneiden die Bundesländer im innerdeutschen Vergleich am besten ab, die auf diese leistungsdifferenzierte Förderung setzen. Seit die Grünen in Baden-Württemberg mitregieren, hat man das einst zweitbeste Bundesland, das immer im Spitzenranking hinter Bayern stand, bereits auf Platz 5 runtergewirtschaftet, dafür steht jetzt die Sexualpädagogik der Vielfalt im Programm und das Erlernen von Gendersprache im Bildungsplan. Man muss eben Prioritäten setzen.
Im Ergebnis haben wir eine Jugendgeneration auf dem Arbeitsmarkt, die bereits zum Berufseinstieg am liebsten in Teilzeit arbeiten will und sich ausgiebig mit der eigenen Life-Work-Balance, den eigenen Lieblingspronomen und Ängsten befasst, aber nicht mit der Frage, was sie aus eigener Kraft tun können, um besser, schneller und erfolgreicher zu sein als alle anderen. Im Ergebnis halten 20-Jährige ihre Gefühle für ein schlagendes Argument und geringes Alter für einen Kompetenzvorsprung gegenüber der Erfahrung der Alten. Die Generation Emilia Fester, die wie ein Teletubby durch den Bundestag hüpft und die Generation Greta, die auf der Straße klebt, sind Ergebnis einer falschen Bildungs- und Erziehungserfahrung, bei der dann eine Generation Selbstüberschätzung herauskommt, die mit ihren Genderkompetenz in Einhornwissenschaften auf keinem normalen Arbeitsmarkt vermittelbar sind.

Emilia Fester bei ihrer Rede zur Corona-Impfpflicht im Deutschen Bundestag.
Blickt man auf die heutige Regierung und ihre Kompetenzlücken, muss man eingestehen, dass die Bildungskrise sich bereits seit mindestens 30 Jahren anbahnt, jetzt schlägt sie nur voll durch.
20 Prozent des Unterrichts findet nicht statt
Man hat sich flächendeckend bereits an den Normalzustand des Unterrichtsausfalls gewöhnt oder dass manche Fächer einfach nicht unterrichtet werden, weil es keine Fachlehrer dafür gibt. Ist dann halt so. Mit vier Kindern im Schulsystem konnte ich jahrelang nur von Glück reden, sowieso viel im Homeoffice zu arbeiten und sowieso zu Hause zu sein, wenn Grundschüler nach drei Schulstunden bereits wieder zu Hause sind, um sie ganz sachte an die Schule zu gewöhnen und die anderen Geschwister einfach nur normalen Stundenausfall hatten durch alle Klassenstufen hinweg. Das Schuljahr hat kaum begonnen, ist bei meinem letzten noch verbleibenden Schulkind gerade schon wieder Unterrichtsausfall, wie mehrfach die Woche. Es ist eben so, dass in NRW fast 5 Prozent des Unterrichts offiziell ausfällt, und weitere fast 10 Prozent der Stunden durch irgendeinen und in der Regel fachfremden Kollegen „Vertretungsunterricht“ abgehalten wird, was in der Umsetzung bedeutet: Wenn man Glück hat, gibt es ein paar Arbeitsblätter, die die Kinder dann eigenständig bearbeiten sollen. Oder auch nicht.
Immerhin erfasst man in NRW seit 2019 wieder den Unterrichtsausfall, vorher war das abgeschafft worden, was für das Bildungsministerium sehr praktisch war, dadurch wusste einfach niemand, wie viele Stunden überhaupt unterrichtet werden und niemand musste sich mit einem Problem befassen oder gar deswegen rechtfertigen. Nimmt man noch ein paar pädagogische Tage und Lehrerfortbildungen dazu, die natürlich nie in den Ferien, sondern immer nur während der Unterrichtszeit stattfinden können, fällt eben fast 22 Prozent des Unterrichts faktisch aus. Ist halt so.
Die Lehrergewerkschaft GEW spricht davon, dass real nur 3 von 4 Unterrichtsstunden wirklich stattfinden. Eine Abfrage der BILD-Zeitung zum Schuljahr 2023/2024 ergab, dass die Ausfallquoten des ersatzlos ausgefallenen Unterrichts in zahlreichen Bundesländern noch höher ist. Sachsen meldete 8 Prozent, Thüringen 6,9. In Bayern konnte man die Ausfallquote auf nur noch 2 Prozent senken, in Niedersachsen wird es schlicht nicht erfasst. In einigen Bundesländern kann man keine Zahlen liefern, andere geben keine Auskunft.
In Deutschland machen Schulen Schlagzeilen, weil sie ein Gewaltproblem haben, weil wie in NRW sich kleine Scharia-Paschas auf Schulhöfen als Hüter der Ehre ihrer Mitschülerinnen aufspielen, oder noch schöner: weil die Toiletten in den meisten Schulen als Dauerzustand nicht mehr benutzbar sind, es gibt keine Seife und kein Toilettenpapier. Dafür Vandalismus und Belästigung.
„Wie werden unsere Schulklos besser“ fragt im Juni 2024 das ZDF in einem Beitrag und man fasst sich an den Kopf: Die Schulklos? Wäre die richtige Frage nicht: Wie werden die Schüler besser, wie wird der Unterricht besser, die Ausstattung, wie sichern wir ab, dass es genug Lehrer gibt und wie bekommen wir es hin, dass nicht nur 75 Prozent, sondern 100 Prozent aller Kinder in Deutschland lesen und schreiben können, wenn sie die Grundschule verlassen. 25 Prozent können es nämlich nicht, werden aber auf die nächste Schule versetzt und sitzen dort im Unterricht, dem sie deswegen schon kaum folgen können, weil sie nicht mitlesen können oder auch nicht richtig Deutsch können. Dass solche Bildungskarrieren bereits in jungen Jahren auf der schiefen Bahn sind, muss man gar nicht betonen.
Jedes Jahr brechen über 7 Prozent aller Schüler die Schule ab und bleiben völlig ohne Abschluss, in absoluten Zahlen sind das 52.000 Jugendliche. Jedes Jahr. Deutschland ist damit im OECD-Vergleich an viertletzter Stelle. Schaut man noch genauer hin, sieht man, dass es leider vor allem die Kinder mit Migrationshintergrund sind, die ohne jeden Bildungsabschuss blieben. Im Jahr 2013 war das noch nicht so, die Frage der Herkunft spielte statistisch keine Rolle. Zehn Jahre später geht aus einer Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) hervor, dass nur drei Prozent der jungen Männer und zwei Prozent der jungen Frauen ohne Migrationshintergrund völlig an der Schule scheitern. Mit Migrationshintergrund sind es 12 Prozent der Männer und 10 Prozent der Frauen. Wer über Fachkräftemangel reden möchte, sollte bei der Frage beginnen, warum wir jedes Jahr 52.000 junge Menschen nicht einmal zum Schulabschluss, geschweige denn in den Arbeitsmarkt bekommen. Mehr Zuwanderung wäre in diesem Kontext wie ein Brandbeschleuniger für die weitere Überforderung von Schulklassen und die Schulabbrecherquoten.
Ideologie statt Bildung
Man kann in unserem Land also den vollen Unterricht nicht mehr garantieren, diskutiert aber „Kinderrechte im Grundgesetz“ und hat ihnen das Recht verschafft, ab 14 das Geschlecht zu wechseln. Der Lehrplan und Schulalltag wird zunehmend überfrachtet mit Themen und Inhalten, die mehr Ideologie und weniger Bildung bedeuten.
Wir haben jetzt steuerfinanzierte Projekte für die „Schule der Vielfalt“ und schicken LGBTQ-Aktivisten auf Steuerzahlerkosten in die Klassen, um über die Vielfalt der Geschlechter zu informieren. Wir machen jetzt „Schule gegen Rassismus“ aber keine „Schule für Lesen, Schreiben, Rechnen“. Dafür haben wir jetzt Messerkontrollen, Scharia-Patrouillen und sogar „Demokratie-Unterricht“ .
Gestern erst konnte der öffentlich-rechtlich informierte Zuschauer im ARD-Morgenmagazin bestaunen, wie in einer Schule in Brandenburg „Schülerinnen und Schüler auf Demokratie vorbereitet werden“ und „wie sie das Wählen wirklich lernen können“, weil in Brandenburg bei den Landtagswahlen Ende des Monats schließlich schon ab 16 Jahren gewählt werden kann. Mit echten Wahlzetteln konnte man also in der 10. Klasse „probewählen“, was dann an der Tafel ausgewertet wurde. Gut, dass nochmal eine Lehrkraft ein Auge drauf hat, dass hier richtig gewählt wird, sonst könnten die Kinder ja auf eigene Gedanken kommen und gar wie in Thüringen und Sachsen in der Spitze die AfD wählen. Im Morgenmagazin konnte man aufatmen, die SPD gewann dieses Probewählen. Wunderbar, wenn alle ganz demokratisch auf Linie sind.
Lesen Sie aus der NIUS-Serie „Warum Deutschland sich selbst zerstört – und was wir dagegen tun können“ auch:
Mehr NIUS:
Keir Starmer kniete für George Floyd, schwieg aber monatelang zu Henry Nowak
Merz’ katastrophale Kommunikation – die große Analyse
Wie die EU mit dem „Democracy Shield“ den Generalangriff auf die neuen Medien plant
Nach Champions-League-Finale: Paris siegt, Paris brennt
Liberal & Remmidemmi: Wie die FDP zurückkommen will, in Köpfe und Parlamente
„Wärmster Sommer seit 2000 Jahren“ – die faulen Tricks hinter den Klima-Superlativen
„Burn the old white men“ soll keine Volksverhetzung sein, weil die Parole sich „nicht gegen einen bestimmten Bevölkerungsteil“ richte
Grüne Klimaideologie: So werden die Menschen in den Entwicklungsländern ärmer
Mehr NIUS:
Nach Champions-League-Finale: Paris siegt, Paris brennt
Liberal & Remmidemmi: Wie die FDP zurückkommen will, in Köpfe und Parlamente
„Wärmster Sommer seit 2000 Jahren“ – die faulen Tricks hinter den Klima-Superlativen
„Burn the old white men“ soll keine Volksverhetzung sein, weil die Parole sich „nicht gegen einen bestimmten Bevölkerungsteil“ richte
Grüne Klimaideologie: So werden die Menschen in den Entwicklungsländern ärmer
3 Millionen Arbeitslose! Zwei Grafiken, die zeigen, dass die Lage noch viel dramatischer ist als gedacht
Ein „Puff für alle” im Lehrplan: Dieses Phänomen ist nicht neu!
Nur 90 Klagen wegen Diskriminierung seit 2020: Warum die Erzählung einer strukturell-diskriminierenden Bundesverwaltung nicht stimmt
Birgit Kelle
Artikel teilen
Kommentare