Mannheim-Aufarbeitung: Sind zehn Stunden Polizei-Schießtraining pro Jahr genug?
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Das terroristische Attentat auf eine islamkritische Kundgebung forderte das Leben eines jungen Polizisten. So tragisch dies vor allem für die beteiligten Polizisten ist, so notwendig ist eine sachlich-kritische Aufarbeitung des Polizeieinsatzes. Denn manche der Polizisten reagierten auf den Messer-Islamisten „paralysiert“, wie der Polizei-Trainer Steffen Meltzer kritisiert. SIe zückten nicht ihre Pistolen...
Es fragt sich: Werden die Mannheimer Polizisten an der Waffe ausreichend ausgebildet? NIUS erfragte, wie viele Stunden Polizisten in Baden-Württemberg im Vergleich zu Bayern das Schießen trainieren. Die Zahlen lassen aufhorchen...
Das Videomaterial zum Attentat auf den Islamkritiker Michael Stürzenberger zeigt, dass die Polizisten aus dem Hintergrund ins Geschehen treten, weil sie abseits der Veranstaltung standen. Neben jenem Polizisten, der den Attentäter schließlich gekonnt niederschoss, sehen wir auch Polizeibeamte, die zurückbleiben, als wären sie in Schockstarre, auch noch nach zwanzig Sekunden. Aus Polizeikreisen erfuhr NIUS, dass eine solche Schockstarre desto länger anhält, je untrainierter ein Polizist mit den derartigen Gefahrenlagen ist, die den Einsatz von Schusswaffen notwendig machen.

Polizeibeamte aus Frankfurt bei Schießübungen
Mehr als doppelt so viel Schießtraining in Bayern
NIUS fragte das Innenministerium Baden-Württembergs, wie viele Stunden Schießtraining ein Mannheimer Polizist abzuschließen hat. Die Antwort lautet: Verpflichtend pro Jahr sind zehn Stunden Schießtraining und 300 abgefeuerte Patronen. Diese zehn Stunden sind Teil eines 40-stündigen Einsatztrainings, das auf Angriffs- und Zugriffstechniken ausgerichtet ist.
Zehn Stunden Schusswaffen-Training pro Jahr sind weniger als eine Stunde pro Monat. Das klingt nicht nur wenig, sondern ist auch deutlich weniger, als etwa ein bayerischer Polizist zu verrichten hat. Auf Anfrage erfuhr NIUS vom bayerischen Innenministerium, dass Einsatzbeamten 24 Stunden Schusstraining absolvieren muss – mehr als doppelt so viel als die Polizei in Mannheim.
Auch der pensionierte Polizeibeamte und Sicherheitstrainer und Publizist Steffen Meltzer kritisierte einen Teil des Polizeieinsatzes. Er lobte ausdrücklich den Schützen, der den Terroristen niederstreckte, sowie den verstorbenen Polizisten Rouven L., sagt aber auch:
„Wir haben die anderen Polizisten gesehen, statt den Polizeibeamten zu sichern, sind sie nach hinten gegangen und haben paralysiert dagestanden, keiner hat die Hand an die Waffe genommen, wie es nötig gewesen wäre.“
Im Folgenden ein Ausschnitt seiner Video-Analyse.
In der Tat haben einige der Polizisten zu diesem Zeitpunkt immer noch nicht ihre Pistolen gezückt.

Der Polizist in der Mitte wird Sulaiman A. niederschießen. Seine drei Kollegen hätten dies offenbar nicht getan.
Steffen Meltzer fragt weiter, ob „die Ausbildungsstunden wie in anderen Bereichen stark zurückgegangen sind, weil die Polizei vor immer mehr Aufgaben steht, die ihnen die Politik beschert hat.“
Durch die „ungefilterte Masseneinwanderung“, so Meltzer, erhöht sich die Kriminalität und damit die Belastung für die Polizei – und das unter Bedingungen von Personalmangel. Das schadet nicht nur der inneren Sicherheit, sondern gefährdet auch die Polizisten selbst.
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Felix Perrefort
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