„Warten Sie auf meinen letzten Aufruf“: Bedeutet Pahlavis Botschaft an die Iraner, dass bald der Aufstand gegen das Mullah-Regime beginnt?
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Claudio CasulaSteht etwas Spektakuläres bevor? Die jüngsten Aufrufe von Benjamin Netanjahu und Reza Pahlavi an die Iraner deuten auf einen koordinierten Versuch hin, einen Volksaufstand innerhalb des Iran auszulösen.
Reza Pahlavi, der im Exil lebende älteste Sohn des letzten Schahs von Persien, und Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu haben sich in getrennten, aber zeitlich aufeinander abgestimmten Botschaften direkt an das iranische Volk gewendet. Am Dienstag hatte Netanjahu auf X geschrieben:
„Eure Träume werden Wirklichkeit. Wenn die Zeit reif ist, und diese Zeit rückt schnell näher, werden wir Euch die Fackel übergeben. Seid bereit, den Moment zu nutzen!“

Botschaft Benjamin Netanjahus an die Iraner bei Twitter / X
Schon zuvor hatte er den Iranern mitgeteilt, Israels Angriffe auf das Regime würden „Bedingungen schaffen, damit das mutige iranische Volk sein Schicksal selbst in die Hand nehmen kann“. Er zeigte sich zuversichtlich: „Der Moment der Wahrheit rückt näher. Die Befreiung vom Joch der Tyrannei wird von Euch abhängen. Wenn ihr aufsteht, wird der Tag nicht mehr fern sein, an dem Israel und Iran wieder zu wahren Freunden werden.“

„Bibi“ Netanjahu: „Der Moment der Wahrheit rückt näher.“
Dringlicher Appell an das iranische Volk
Reza Pahlavi hatte schon zu Kriegsbeginn seinen Landsleuten gesagt: „Ich bitte Sie, vorerst zu Hause zu bleiben und Ruhe zu bewahren. Seien Sie wachsam und bereit, zum gegebenen Zeitpunkt, den ich Ihnen mitteilen werde, für die abschließenden Maßnahmen auf die Straße zurückzukehren.“ Und: „Wir stehen kurz vor dem endgültigen Sieg. Ich hoffe, bald bei Ihnen zu sein, damit wir gemeinsam den Iran zurückerobern und wiederaufbauen können.“
Nun deutet einiges darauf hin, dass dieser Moment in greifbare Nähe rückt: Am Mittwoch startete Pahlavi einen dramatischen Aufruf an das iranische Volk:
„Liebe Landsleute, wir befinden uns nun in der entscheidenden Phase unseres Endkampfes. Ich fordere Euch dringend auf, Euch so schnell wie möglich mit dem Nötigsten zu versorgen und zu Eurer eigenen Sicherheit die Straßen zu verlassen und zu Hause zu bleiben. Streikt weiter und geht nicht zur Arbeit. Setzt Eure nächtlichen Sprechchöre fort, um Eure Solidarität zu zeigen.
An das Militär und die Polizeikräfte: Dies ist Eure letzte Chance, Euch von den unterdrückenden Kräften loszusagen und Euch Eurem Volk anzuschließen.
Warten Sie auf meinen letzten Aufruf.“
Auf den „letzten“, nicht auf den nächsten. Die Dringlichkeit und der Aufruf an die Iraner, sich zu bevorraten und nicht auf die Straße zu gehen, deuten auf ein bevorstehendes großes „Ding“ in den nächsten Stunden oder wohl eher Tagen hin. Ist der Schah-Sohn über etwas im Bilde, das die Welt überraschen könnte?

Der dramatische Tweet des Schah-Sohns
Ist eine spektakuläre Aktion zu erwarten?
Offenbar setzen die Israelis (und Amerikaner?) nicht auf einen langsamen Zerfall des geschwächten Systems in Monaten oder gar Jahren, sondern entweder auf einen Volksaufstand nach Zerstörung der militärischen Infra- und Kommandostruktur. Oder auf einen Eliten-Putsch innerhalb des Systems, etwa wenn Teile der Revolutionsgarden meutern. Mehrmals hatte Pahlavi das Militär, die Strafverfolgungsbehörden und die Sicherheitskräfte dazu aufgerufen, sich vom Mullah-Regime loszusagen und zu einem stabilen und sicheren Übergang beizutragen.
Infolge der Angriffe sind die bewaffneten Kräfte schwer dezimiert worden. Unter anderem wurde das Hauptquartier der Quds-Einheit der IRGC bei einem Luftangriff zerstört. Israels Verteidigungsminister Israel Katz sagte, iranische Führer versteckten sich „wie Ratten“ in Tunneln, während Tausende von Toten der IRGC die Leichenhallen der Krankenhäuser füllten.
Premierminister Netanjahu erklärte, die aktuellen Operationen „brechen dem Regime die Knochen“. Und deutete an, dass noch bedeutendere Maßnahmen bevorstehen. Wie diese aussehen könnten, das löst nun allerlei Spekulationen aus. Bereiten Israel und die USA in den kommenden Tagen ein „spielveränderndes“ Manöver vor? Manche rechnen mit einer spektakulären Aktion, die ähnlich überraschen könnte wie die Pager- und Walkie-Talkie-Explosionen im September 2024 im Libanon, bei denen Tausende Terroristen der Hisbollah-Miliz verletzt und verstümmelt wurden.

Nicht nur Iraner im Exil hoffen auf den Sturz der Mullahs und setzen ihre Hoffnungen in Pahlavi.
Was passieren könnte
Denkbar ist ein weiterer, umfassender Enthauptungsschlag gegen die iranische Führung auf überraschende Weise, verheerende Schläge gegen die Einheiten, die noch die Straßen kontrollieren, oder ein massiver cyber-physischer Angriff, der die verbliebenen Kontrollmechanismen des Regimes lähmen soll.
Realistisch scheint ein extrem rascher Zusammenbruch des Systems unter den gegebenen Umständen trotz Schwächung der Revolutionsgarden nicht, zumal die Opposition nicht über eigene organisierte und bewaffnete Kräfte verfügt. Allerdings stünde mit Reza Pahlavi ein Mann bereit, der das Vertrauen der meisten Iraner genießt und der genügend Rückhalt im Volk hätte, um den Übergang zu einem neuen Iran ins Werk zu setzen.
Die Einbindung des Kronprinzen lässt jedenfalls darauf schließen, dass es einen vorab abgestimmten Plan gibt, bei dem eine Übergangsführung einspringen soll, sobald der Griff des Regimes nachlässt. Nun erwarten die Iraner den „letzten Aufruf“ Reza Pahlavis. Und irgendetwas Entscheidendes, über das man derzeit nur spekulieren kann.
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