Terrorgefahr, No-Go-Areas, bettelnde Polizisten: Die Silvesternacht zeigt, wie sehr die Migration das Land verändert hat
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Erinnern Sie sich noch an das Jahr 2010? „Feuerwerk, bunte Böller und viel Schneematsch“, schrieb die Bild-Zeitung. Und weiter: „Deutschland einig Partyland. Millionen feierten bundesweit den Jahreswechsel.“
Oder das Jahr 2000, als die Jahrtausendwende durchbrochen wurde? Der Sänger Alexey hatte damals den Hit „Millennium“. Fernsehsender im In- und Ausland stellten aufwändige Shows mit Liveschalten in verschiedene Länder auf die Beine.
Es gab Zeiten – noch gar nicht mal lange her –, da war die Hitparade vor dem Brandenburger Tor oder Wunderkerzen die prägende Erinnerung von Silvester. Das Neujahrsfest war Bleigießen, Feuerzangenbowle, „Dinner for One“ gucken – und der Nachrichtenwert leitete sich aus Wetterphänomenen, etwa „Schneematsch“, ab.
Fast forward ins Jahr 2023: Seit der Weihnachtszeit wird der Kölner Dom bewacht, weil Ableger der Terrormiliz IS Anschläge in Köln, Wien und Madrid geplant haben sollen. Die Sicherheitsbehörden sind seitdem alarmiert. Frankreich sogar hat 90.000 Polizeikräfte und 5000 Soldaten für die Nacht vom 31. Dezember auf den 1. Januar abbestellt. Weil die Behörden eine „sehr hohe“ Terrorgefahr feststellen.
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Flehende Ansprachen für mehr Rücksicht
In Berlin derweil wird die Hauptstadt zu einem großen Sperrgebiet – zumindest einige Bezirke. In Neukölln und Kreuzberg wurden Böllerverbotszonen eingerichtet, 18 externe Hundertschaften aus 5 Bundesländern rücken an, insgesamt 4500 Beamte sind im Einsatz – und das sind die veröffentlichten Zahlen. Diese hatten sich in einem eigenen Video fast schon flehend an die Bevölkerung gewendet, sie bitte nicht anzugreifen, nachdem im vergangenen Jahr Rettungskräfte und Polizisten angegriffen, teils in Hinterhalte gelockt worden waren. Das riesige Aufgebot, das an Straßenschlachten vom 1. Mai aus den 90er-Jahren erinnert und für die Millionen Steuergelder bezahlt werden, ist beunruhigend.
Und mobilisiert alles – nur, um diese eine Nacht im Jahr zu schützen.

In der High-Deck-Siedlung in Berlin brannte ein Reisebus aus.
Zwei Seiten einer Medaille
Die Gefahr von Terrorismus einerseits und von Ausschreitungen, die in Straßenschlachten münden, andererseits – sie sind zwei Seiten ein- und derselben Medaille. In beiden Fällen geht die Gefahr nicht von deutschen Kleinbürgern aus, die ein Paket Raketen kaufen und einmal im Jahr das pyromanische Bedürfnis befriedigen wollen. Sondern von Migranten, die gänzlich andere Einstellungen zu Pyrotechnik, dem Rechtsstaat, Deutschland und der Bevölkerung haben.

Polizisten bewachen den Kölner Dom.
Und: Beide hängen mit dem Reizthema Migration zusammen. Während in Berlin die Randalierer – ungeachtet ihrer Staatsbürgerschaft – aus Palästina, Libanon, der Türkei und auch Syrien und Irak kommen, ist die Terrorgefahr im Fall Köln eine tadschikisch-zentralasiatische. Es ist wahrscheinlich, dass die Verdächtigen als Flüchtlinge über Weißrussland und Polen nach Europa kamen. Wer aber nicht in der Lage ist, seine Grenzen und die Ankünfte zu überprüfen (und zu unterbinden), der wird am Ende Kontrollen vor Kirchen, wie dem Kölner Dom, oder Sperrbezirke, wie auf der Berliner Sonnenallee, haben.
Insofern sind die Zustände an Silvester ein Zeugnis des Scheiterns sowohl der Migrationspolitik als auch der Integrationspolitik im Land.
Wir sollten uns dabei erinnern: Es gab Zeiten, in denen all das nicht selbstverständlich war und Silvester ein Fest darstellte, an dem man sich auf Champagner, Raclette oder Fondue, ein Feuerwerk und Neujahrsvorsätze vorbereiten konnte – und nicht auf Straßenschlachten und Terrorgefahr. Eine traurige Entwicklung, die eindrucksvoll demonstriert, wie sich dieses Land und dieser Kontinent verändert haben.
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Jan A. Karon
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