Das Wesen des Merz – ein Kanzler ohne Lernkurve
Ein Beitrag von
Die ersten sieben Monate der Kanzlerschaft von Friedrich Merz waren verstörend. Nicht wegen all der stümperhaften handwerklichen Fehler, die Merz, der offenkundig kein Klempnermeister der Macht ist, sich erlaubt hat. Viele später erfolgreiche Regenten (Schröder) haben zunächst die Komplexität des Regierens unterschätzt, die Startphase verpfuscht, sich dann aber korrigiert und optimiert und gut regiert und gestaltet. Merz' Problem sind nicht seine Fehler, sondern der Charakter des Merz, der durch die Macht zum Vorschein kommt.
Erstens, Merz ist vollkommen ruchlos
Es gibt so gut wie keinen Politiker, der an der Macht nicht Wahlversprechen gebrochen hat. Merz aber bricht keine Wahlversprechen in dem Sinne, dass er Versprochenes unterlässt. Merz macht von nahezu allem, was er versprochen hat, das exakte Gegenteil. Die Liste ist endlos. Aber besonders zerstörerisch sind vor allem zwei gebrochene Versprechen, die einander bedingen und befeuern: der Schulden-Putsch mit einem abgewählten Bundestag und die (kommunikativ geschickt verschleierte) fortgesetzte Politik der offenen Grenzen, die mit blanken Lügen („Familiennachzug ist ausgesetzt“) versucht zu vertuschen, dass weiterhin nahezu jeder ins Land kommt, der will, inklusive Incentivierung durch Sozialleistungen, für die mit den historischen Schulden bezahlt wird.

Russische Angriffe würde Merz erwidern, verkündet er spontan im ZDF
Vermischt führen Schuldenpolitik und offene Grenzen das Ende der kulturellen wie fiskalen Souveränität herbei, wobei immer weniger Deutsche immer mehr arbeiten und immer mehr Abgaben entrichten müssen, um immer mehr Nicht-Deutsche inklusive Scharia-Gedankengut zu finanzieren. Der einzige Weg, Nicht-Deutsche noch loszuwerden, ist, sie einfach zu Deutschen zu machen – unter Merz noch mal massiv beschleunigt.
Zweitens, Merz hat keinerlei Lernkurve
Ursache fast aller Niederlagen des Friedrich Merz, zweitens, sind nicht neue Fehler aus überwältigenden Situationen heraus, sondern all die Fehler, die Merz schon immer gemacht hat: Großkotzigkeit, Selbstüberschätzung, katastrophale Vorbereitung, Wankelmut, Feigheit vor den Linken, mangelnde Impulskontrolle, das tiefe Bedürfnis, wirklich jedem noch so großen Publikum (CDU-Parteitage) und jedem noch so kleinen Publikum (Lars) erzählen und versprechen zu wollen, was es hören will, nie ohne eine deftige Prise Gedröhne und Großmannssucht. Allein, je konservativer man ist, desto weniger kann man Merz seine Worte glauben.
Verlassen können sich auf ihn nur Linke, deren Agenda er gewissenhaft erledigt, um die eigene Macht zu erhalten.

Arbeitsgemeinschaft oder Schicksalsgemeinschaft? Es gibt Unklarheiten über das Verhältnis von Merz und Klingbeil
Wenn Furchtlosigkeit im Angesicht des linken Ideologie-Ansturms die wichtigste konservative Tugend ist, ist Merz der unkonservativste Kanzler in der Geschichte des Landes. Schröder und Schmidt – sie alle waren deutlich konservativer als Merz, weil sie sich stur weigerten, offenkundig verrückten Ideen nachzugeben. Merz hingegen hat die sehr linke Eigenschaft, Freunden in den Rücken zu fallen, wenn sie Unterstützung besonders brauchen, zum Beispiel Israel. Dass ein Bundeskanzler mal das Gästebuch von Yad Vashem missbrauchen würde, um eine Abschwächung der deutschen Unterstützung für Israel zu verkünden (weg von „Staatsräson“ hin zum deutlich schwächeren „Wesenskern“), wäre für jeden anständigen Konservativen absolut undenkbar gewesen.
Friedrich Merz bleibt sich treu – das ist eines seiner schwersten charakterlichen Defizite. Er ist ein Lernkurven-Flatliner.

Trotz Rekordschulden empfindet der Kanzler seine Amtszeit als besonders herausfordernd.
Drittens, Merz verrät für seinen neuen Freund Lars selbst seine ältesten Freunde und Weggefährten und ihre einst geteilten Überzeugungen
Friedrich Merz ist jederzeit bereit, all jene zu verraten, die seit Jahrzehnten an seiner Seite stehen und ihm den Weg ins Kanzleramt gegen alle Widerstände ermöglicht haben. Die Jungen. Die Wirtschaft. Die Unternehmer. Alle, die an ihn geglaubt haben. Merz hat mehr Unterstützer unter den Bus geworfen, als in einen Bus passen. Seine Finanz- und Wirtschaftspolitik löst bei Arbeitgebern, Industrie, Mittelstand nur noch Entsetzen und Fluchtgedanken aus, seine Rentenpolitik hat Generationen ruiniert, die noch nichtsahnend in ihren Windeln liegen. Wenn sie älter werden, wird sie erst die fortgesetzte Politik der offenen Grenzen in den Schulen treffen, bevor das deutsche Abgaben-Regime verschlingt, was sie hart erarbeiten.
Merz aber will davon nichts wissen. Er flüchtet sich wie bei Arthur Millers „Tod eines Handlungsreisenden“ in die Grandiosität einer Zukunft, die nicht mehr kommen wird.

Er spricht von den größten Reformen in der Geschichte der Bundesrepublik, die man einfach noch nicht sehen kann. Gleichzeitig blickt Merz zunehmend unwirsch herab auf die kleinen Geister, die Antworten und Lösungen für ihre schnöde Gegenwart verlangen. Sie mögen ihm zur Macht verholfen haben, aber Merz empfindet, dass sie an der Macht nur Ballast für ihn sind und zu primitiv, um die großen Linien erkennen zu können, die er zieht. Merz sagt, die Jungen werden nicht fragen, ob die Haltelinie bei der Rente ein Jahr mehr oder weniger verlängert wurde, er habe gar keine Zeit, sich mit solch Piefigkeiten zu beschäftigen (und offenbart im ZDF versehentlich, dass er keine Ahnung vom deutschen Rentensystem hat), aber natürlich ist genau das die Frage, die zukünftige Generationen stellen werden: Wer hat uns ruiniert, bevor wir überhaupt die Arbeit aufnehmen könnten?
Das Problem, vor dem Deutschland 2026 steht, lautet: Kanzler können sich ändern. Der Charakter nicht.
Mehr NIUS:
Keir Starmer kniete für George Floyd, schwieg aber monatelang zu Henry Nowak
Merz’ katastrophale Kommunikation – die große Analyse
Wie die EU mit dem „Democracy Shield“ den Generalangriff auf die neuen Medien plant
Nach Champions-League-Finale: Paris siegt, Paris brennt
Liberal & Remmidemmi: Wie die FDP zurückkommen will, in Köpfe und Parlamente
„Wärmster Sommer seit 2000 Jahren“ – die faulen Tricks hinter den Klima-Superlativen
„Burn the old white men“ soll keine Volksverhetzung sein, weil die Parole sich „nicht gegen einen bestimmten Bevölkerungsteil“ richte
Grüne Klimaideologie: So werden die Menschen in den Entwicklungsländern ärmer
Mehr NIUS:
Nach Champions-League-Finale: Paris siegt, Paris brennt
Liberal & Remmidemmi: Wie die FDP zurückkommen will, in Köpfe und Parlamente
„Wärmster Sommer seit 2000 Jahren“ – die faulen Tricks hinter den Klima-Superlativen
„Burn the old white men“ soll keine Volksverhetzung sein, weil die Parole sich „nicht gegen einen bestimmten Bevölkerungsteil“ richte
Grüne Klimaideologie: So werden die Menschen in den Entwicklungsländern ärmer
3 Millionen Arbeitslose! Zwei Grafiken, die zeigen, dass die Lage noch viel dramatischer ist als gedacht
Ein „Puff für alle” im Lehrplan: Dieses Phänomen ist nicht neu!
Nur 90 Klagen wegen Diskriminierung seit 2020: Warum die Erzählung einer strukturell-diskriminierenden Bundesverwaltung nicht stimmt
Julian Reichelt
Artikel teilen
Kommentare