Charles III. – der tragische König
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König Charles III. ist seit 2022 Oberhaupt des Vereinigten Königreichs. Bevor er den Thron bestieg, war der Thronfolger 70 Jahre Prinz von Wales gewesen – er musste länger auf seine Inthronisierung warten als jeder andere König zuvor. Als er seine Aufgabe als König antreten konnte, war er in einem Alter, in dem andere bereits im Ruhestand sind. Charles war zwei Jahre König, da wurde bei ihm Krebs diagnostiziert.
Eine einsame Kindheit und eine harte Schulzeit prägten den Heranwachsenden. Er galt als sensibler, schüchterner Junge, der in Internaten wie Gordonstoun (Schottland) unter Hänseleien und Mobbing litt und Schwierigkeiten hatte, den strengen Erwartungen seines Vaters, Prinz Philip, gerecht zu werden. Später trat er als verschrobener Umweltschützer auf, der in seinem riesigen Garten mit Blumen und Pflanzen spricht. Dafür erntete er mehr Häme als Anerkennung.
Für viele Briten war Charles immer ein Übergangsmonarch
Weil er sich nicht als König profilieren konnte, wurde er von großen Teilen der britischen Bevölkerung als Übergangsmonarch wahrgenommen – eine Brücke zwischen der Ära Elisabeth II. und Prinz William. Dass seine Ehe mit Diana, der „Königin der Herzen“, zerbrach, nahmen und nehmen ihm viele Briten übel. Die unglückliche Liebe (wenn es denn je eine war) prägte sein Bild in der Öffentlichkeit über Jahrzehnte negativ. Die anhaltenden öffentlichen Konflikte mit seinem Sohn Prinz Harry belasteten seine Regentschaft zusätzlich.

Tierfreund König Charles III.
Und nun also die Affäre Andrew. Was Charles wann wusste, ist noch nicht bekannt. Aber Kritikern zufolge hat Charles viel zu lange gewartet, bis er seinen Bruder Andrew sanktionierte. Erst nach massivem öffentlichem Druck und nach Erscheinen brisanter neuer Details in den „Epstein-Akten“ entzog Charles seinem Bruder im Oktober 2025 endgültig den Titel „Prinz“ und verwies ihn aus der Royal Lodge.
Vorwürfe gegen Andrew jahrelang unterschätzt
Dem König wird vorgeworfen, die Schwere der Vorwürfe gegen Andrew jahrelang unterschätzt oder aus Familienschutzgründen heruntergespielt zu haben. Es gab auch öffentliche Empörung darüber, dass Charles seinem Bruder trotz der schweren Missbrauchsvorwürfe des Epstein-Opfers Virginia Giuffre lange Zeit weiterhin private finanzielle Unterstützung und Schutz innerhalb der königlichen Liegenschaften gewährte.
Nach der Festnahme von Andrew Mountbatten-Windsor wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch reagierte Charles mit einer persönlichen Erklärung, in der er „tiefste Besorgnis“ ausdrückte und betonte, dass „das Gesetz seinen Lauf nehmen muss“. Er versicherte zudem die volle Kooperation des Königshauses mit den Behörden.
Wie auch immer die Affäre Andrew ausgeht – sie wird nicht spurlos am britischen König vorbeigehen. Charles III. – der tragische König.
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