Erdrutsch-Wahl in Ungarn: Magyar gewinnt, Merz gratuliert, Orbán gesteht Niederlage ein
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Ungarn: Die Tisza-Partei des Oppositionsführers Péter Magyar hat nach Berechnungen der Wahlkommission inzwischen eine Zweidrittelmehrheit im neuen Parlament erreicht. Nach Auszählung der Stimmzettel in 98,13 Prozent der Wahllokale kommt Tisza auf 138 von 199 Mandaten im Parlament. Magyar sagte am Sonntagabend, dass Orbán ihm bereits zum Wahlsieg gratuliert habe.
Laut der Nachrichtenagentur Reuters gestand Orbán auch vor seinen Unterstützern in Budapest die Wahlniederlage ein. Demnach soll er gesagt haben, dass das Wahlergebnis eindeutig und „schmerzhaft“ sei. Er fügte hinzu, dass er den Wahlgewinner bereits beglückwünscht habe und Fidesz Ungarn als Oppositionskraft dienen werde.
Auch der Bundeskanzler Friedrich Merz gratulierte Magyar. „Ungarn hat entschieden. Herzlichen Glückwunsch zur gewonnenen Wahl, lieber Péter Magyar“, schrieb der Bundeskanzler. „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit für ein starkes, sicheres und vor allem geeintes Europa.“
Rekord-Wahlbeteiligung in Ungarn
Die Wahllokale hatten um 19:00 Uhr geschlossen – bei einer Rekordbeteiligung. Sie betrug eine halbe Stunde vor Schließung der Wahllokale 77,8 Prozent.

Amtsinhaber – und Wahlverlierer? Erste Zahlen legen nahe, dass Viktor Orbán die Wahl verlieren wird.
Die Abstimmung gilt als die wichtigste seit der demokratischen Wende 1989/90. Sie könnte das Ende der ununterbrochenen Fidesz-Herrschaft unter Orbán bedeuten und für Ungarn einen dezidiert Pro-EU- und russlandkritischen Kandidaten an der Spitze des Landes bedeuten. Magyar, ein 45-jähriger ehemaliger Diplomat und einstiges Fidesz-Mitglied, der sich 2024 von Orbán losgesagt hat, hatte in den vergangenen Monaten mit einer Anti-Korruptions-Kampagne weite Teile des Landes mobilisiert.
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