Neue Studie stellt Trans-Narrative infrage: Geschlechtsumwandlungen bei Jugendlichen bringen keine psychische Entlastung
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Unter Trans-Aktivisten und einigen Psychiatern gelten Geschlechtsumwandlungen als Lösung psychischer Probleme – doch eine neue finnische Langzeitstudie stellt das infrage. Statt Besserung zeigen die Daten einen deutlichen Anstieg psychischer Probleme nach einem medizinischen Eingriff.
Die „gender-affirmative Behandlung“ feierte in den letzten Jahren einen Siegeszug. Das heißt: Ärzte und Psychologen sollten eine mögliche Trans-Identität bei Kindern und Jugendlichen unhinterfragt unterstützen.
Transition, sonst drohe Suizid
Trans-Aktivisten unterstützten diese These lautstark mit dem Satz: „Was ist dir lieber: ein Trans-Kind oder ein totes Kind?“ So oder so ähnlich konfrontierten Trans-Befürworter oft Eltern, die Geschlechtsumwandlungen kritisch sahen. Die Trans-Community warf besorgten Müttern und Vätern oder Psychiatern vor, Kinder und Jugendliche in den Selbstmord zu treiben, sollten sie ihnen eine Hormonbehandlung oder operative Geschlechtsumwandlungen verwehren. Mit dieser wirkmächtigen Erzählung brachten sie kritische Stimmen, die Psychotherapie vor uneingeschränkter oder voreiliger Bejahung einer Genderdysphorie empfahlen, oft zum Schweigen.
Der Kern der Debatte ist die Frage, ob eine Geschlechtsumwandlung Kindern und Jugendlichen wirklich hilft. Lösen sich durch operative oder hormonelle Angleichungen Probleme, psychische Belastungen oder etwaige schon vorhandene psychische Erkrankungen?

Ein Teilnehmer des „Transgender Day of Visibility – March and Rally for Trans Youth“ am 31. März 2025 in New York. Auf seinem Schild steht: „Trans-Gesundheitsversorgung ist Suizid-Prävention“.
Depression, Angststörungen und Co. nehmen nach Behandlung zu
Eine Anfang April erschienene Langzeitstudie aus Finnland fordert diese Annahmen nun heraus. Sie kam zu dem Ergebnis: Medizinische Geschlechtsumwandlungen führen bei einem Großteil der Jugendlichen nicht zu einer Verbesserung ihrer psychischen Gesundheit. Im Gegenteil: Psychische Erkrankungen nehmen sogar zu.
Bei jungen Männern, die eine Transition in Richtung Frau durchliefen, schnellte der Anteil psychischer Probleme von 9,8 Prozent vor der Umwandlung auf 60,7 Prozent nach einer Behandlung in die Höhe. Bei jungen Frauen mit Transition in Richtung Mann stieg die psychische Belastung von 21,6 auf 54,4 Prozent. Das widerlegt das verbreitet Narrativ, chirurgische oder hormonelle Eingriffe würde vor psychischen Erkrankungen schützen.

Die finnische Langzeitstudie ist in der internationalen wissenschaftlichen Fachzeitschrift für Kinder- und Jugendmedizin „Acta Paediatrica“ erschienen. Unter welchen Erkrankungen die Teilnehmer mit Genderdysphorie genau litten, wird in der Studie nicht genannt. Aus anderen Umfragen weiß man, dass Jugendliche mit dem Gefühl, einem anderen Geschlecht als dem biologischen zuzugehören, häufig von Depressionen, Angststörungen, Essstörungen, ADHS oder Autismus betroffen sind.
Geschlechtsdysphorie ist Symptom, nicht Ursache
Die finnischen Forscher zeigten auch: Junge Menschen mit Geschlechtsdysphorie leiden erheblich häufiger unter psychischen Problemen als ihre Altersgenossen. 45,7 Prozent von ihnen waren bereits zu Beginn der Studie psychiatrisch auffällig, in der Kontrollgruppe waren es lediglich 15,0 Prozent.
Die finnischen Psychologen fassen die Ergebnisse so zusammen: „Schwere psychiatrische Erkrankungen sind bei Jugendlichen mit Geschlechtsdysphorie häufig und treten offenbar vermehrt bei jenen auf, die in den letzten Jahren überwiesen wurden.“ Weiter schreiben sie: „Der psychiatrische Behandlungsbedarf nimmt nach medizinischer Geschlechtsangleichung nicht ab.“ Schwere psychiatrische Erkrankungen seien nicht in erster Linie auf die Geschlechtsdysphorie zurückzuführen. Die Studienergebnisse lieferten keinen Hinweis darauf, dass es den Patienten nach einer Geschlechtsbehandlung besser erging. Die Studienautoren schließen: „Psychische Erkrankungen müssen unabhängig von der Geschlechtsidentität eines jungen Menschen angemessen behandelt werden.“
Nicht auf Diskriminierung zurückzuführen
Die Studienergebnisse fordern ein weiteres, unter Trans-Aktivisten verbreitetes Narrativ heraus. Dieses lautet, dass psychische Erkrankungen bei Transgender-Personen auf Diskriminierung und Stigmatisierung der Gesellschaft zurückzuführen seien. Doch die Forscher widersprechen: „Angesichts einer zunehmenden gesellschaftlichen Offenheit gegenüber sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten hätte man daher eher einen Rückgang der psychiatrischen Belastung in den jüngeren Kohorten erwarten können.“
Vielmehr vermuten die Forscher, dass sich psychische Probleme nach einer Transition in einzelnen Fällen als Konflikte rund um die neue Geschlechtsidentität bemerkbar machen könnten. Anders ausgedrückt: Einige junge Menschen könnten ihre Geschlechtsumwandlung bereuen und aufgrund der teils irreversiblen Entscheidung psychische Probleme entwickeln.
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Emanuela Sutter
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