NIUS vor Ort: 180-Einwohner-Siedlung soll 150 Migranten aufnehmen
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Im bayerischen Moosinning sorgt der geplante Bau einer Asylunterkunft für Widerstand: 150 Personen sollen in der kleinen 180-Einwohner-Siedlung der 6000-Einwohner-Gemeinde untergebracht werden. Die Anwohner blicken voller Sorge in die Zukunft, fühlen sich im Stich gelassen und haben nun eine Bürgerinitiative ins Leben gerufen. NIUS war vor Ort und hat mit den Anwohnern gesprochen.
Schauen Sie sich hier an, was NIUS-Reporterin Helena Gebhard in Moosinning erlebt hat:
Besonders betroffen: Stefan, ein Anwohner, dessen Einfamilienhaus direkt an die geplante Unterkunft grenzt, es wird regelrecht umzingelt. Gegenüber NIUS erzählt er, dass er in dritter Generation in dem von seinem Großvater erbauten Familienhaus lebt. „Ich werde für meine Eltern und meine Großeltern kämpfen, solange es sein muss. Und wenn es juristisch sein muss, werde ich auch mit einem Anwalt dagegen angehen.“

Ein Anwohner ist besonders von der geplanten Unterkunft betroffen.
Der Investor hat viel Erfahrung bei der Errichtung von Flüchtlingsunterkünften
Der Erdinger Immobilienunternehmer Brandhuber zeigt sich als äußerst erfahren im Bau von Asylunterkünften. Erst kürzlich realisierte er im Erdinger Gewerbegebiet in Aufhausen eine neue Unterkunft, die Platz für bis zu 208 Personen bietet. Im November des vergangenen Jahres hatte Brandhuber gemeinsam mit einem Geschäftspartner eine weitere große Unterkunft an der Dr.-Henkel-Straße in Erding eröffnet, die für 188 Menschen Wohnraum schafft, berichtet die SZ.
Die Unterkunft in Moosinning plant er mit 69 Zweibettzimmern, zwölf Einzelzimmern sowie Gemeinschaftseinrichtungen. Die Pläne sind ambitioniert. Auf einer Wiese sollen ein Hauptgebäude und zwei Wohnkomplexe entstehen.

Auch Umwelt und Schutzräume für Tiere in Gefahr
Die Kritik der Anwohner richtet sich vor allem gegen die im Verhältnis zur Anwohnerzahl unangemessene Größe des Projekts, das auf einer landwirtschaftlichen Fläche entstehen soll, die regelmäßig von Hochwasser betroffen ist. Das Gebiet ist aber nicht nur hochwassergefährdet, sondern auch ein Rückzugsort für bedrohte Tierarten. Hier leben sieben bedrohte Tierarten, darunter Biber, Eisvogel, Moschusbock-Käfer, Bussard, Falke, Schwarzspecht und Kiebitz.
Die Anwohner bemängeln außerdem die unzureichende Infrastruktur und fehlende Integrationsmöglichkeiten in der kleinen Gemeinde. Auch der Gemeinderat empfindet die geplante Großunterkunft als überdimensioniert und hat das Vorhaben einstimmig abgelehnt, doch das Landratsamt könnte die Genehmigung aufgrund gesetzlicher Ausnahmeregelungen dennoch erteilen.

Wie das Grundstück, auf dem die Unterkunft entstehen soll, bei Regen aussieht, macht dieses Foto deutlich.
Ob die Gemeinde ihren Widerstand beim Landratsamt durchsetzen kann, wird sich zeigen ...
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Helena Gebhard
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