„Wir sind alle Christen, wir sind alle Brüder“: Darum beteten Nmecha und Tah zusammen mit Spielern von Curaçao
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Er ist tief gläubig, stieg mit der Bibel in der Hand aus dem Mannschafts-Bus: Felix Nmecha, der am Sonntagabend das erste der sieben Tore gegen WM-Auftaktgegner Curaçao erzielte. Doch nicht nur sportlich sorgte der Profi von Borussia Dortmund für Aufsehen. Nachdem er gemeinsam mit Jonathan Tah und drei Spielern aus Curaçao einen Gebetskreis gebildet hatte, wurde er von einem Reporter auf die besondere Szene angesprochen.
„Wir sind im Spiel Gegner, nach dem Spiel sind wir alle Christen. Wir sind Brüder“, antwortete Nmecha. „Dann haben wir einfach ein kleines Gebet zusammen gemacht, weil wir immer noch sehr dankbar sind, auch sie – vom Ergebnis her ist es natürlich schön für uns, aber auch im Ganzen glauben wir alle, dass Jesus verherrlicht wird durch das Spiel.“
Sehen Sie hier das Interview:
Nmecha gehört einer wachsenden Schar von Fußballprofis an, die ihren christlichen Glauben öffentlich zeigen und, etwa auf dem Rasen kniend, beten, sich bekreuzigen oder gar mit einer Bibel daherkommen. 2023 sah er sich mit dem Vorwurf konfrontiert, homophob zu sein: Auf Instagram teilte er einen Post, in dem die Queer-Bewegung mit dem Teufel verglichen wurde. Sowohl der DFB als auch der BVB waren offenbar alarmiert. „Wir werden das Gespräch mit Felix vor der nächsten Nominierung suchen“, teilte der Deutsche Fußball-Bund der Bild mit.

Auch allein betete Nmecha auf dem Rasen im Houston-Stadion in Texas.
Felix Nmecha, geboren in Hamburg, deutsche Mutter, nigerianischer Vater, ist seit seiner Jugend bekennender Christ. Viele seiner Instagram-Posts sind mit einem Dank an Jesus versehen. Als Sechsjähriger wanderte er mit seiner Familie 2007 nach England aus, er besitzt beide Staatsbürgerschaften. Der 25-Jährige spielte für Englands U16, U18 und U19 und für Deutschlands U18 und U21, ehe er sich schließlich für das DFB-Team entschied. Auch sein großer Bruder Lukas ist Fußballprofi.
„Ein ganz normaler Junge“
Der BVB zahlte vor drei Jahren 30 Millionen Euro, um den Mittelfeldspieler aus Wolfsburg nach Dortmund zu holen. Doch vor dem Wechsel musste BVB-Boss Aki Watzke gegenüber der Süddeutschen Zeitung offenbar versichern: „Das ist ein ganz normaler Junge, ein normaler junger Fußballer.“ Dem Spieler sei klargemacht worden, dass er innerhalb des Vereins nicht missionarisch tätig werden könne.

Felix Nmecha gehört keiner festen traditionellen Landeskirche an, sondern ist evangelikaler Christ.
Seit 2023 spielt Nmecha für die Nationalmannschaft, jetzt steht er im deutschen WM-Kader. „Er hat unfassbar beeindruckende physische Voraussetzungen, ist brutal schnell, groß, superbeweglich, einer der wenigen Mittelfeldspieler, die im Stand einen Spagat nach oben machen können“, schwärmte Bundestrainer Julian Nagelsmann im Interview mit dem Kicker. Im März hat der 1,90-Meter-Mann zudem seinen Vertrag in Dortmund bis 2030 verlängert. Sportlich läuft’s.
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