Lauterbachs neue RKI-Studie: Wer 5-Euro-Scheine mit der Post verschickt, hat keine Ahnung vom Leben
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Meine Oma hat immer gesagt: Niemals Bargeld mit der Post verschicken, die Briefträger haben da ein ganz feines Gefühl für in den Fingern. Die Post schreibt in ihren sehr klein gedruckten AGB: „Von der Beförderung sind ausgeschlossen: … lebende Tiere … sterbliche Überreste von Menschen … Bargeld.“ Ausgenommen sind extra versicherte Sendungen, wenn man maximal 100 Euro per Einschreiben verschickt.
Kurzum: Jeder in diesem Land weiß, dass man Bargeld nicht mit der Post verschickt. Und was macht das Robert Koch Institut, die wichtigste Forschungseinrichtung der Bundesregierung? Natürlich. Verschickt frische 5-Euro-Scheine im Briefumschlag an 180.000 zufällig ausgewählte Deutsche, um sie für eine Studie zu gewinnen.
Kein Spielgeld, kein Falschgeld, echtes Steuergeld. In kleinen Scheinen. Ich musste mir das zweimal vorlesen und erklären lassen, um es wirklich glauben zu können: Das RKI sucht 30.000 Probanden für die Studienreihe „Gesundheit in Deutschland“. Ziel: Über einen längeren Zeitraum dokumentieren, welche Vorsorgeuntersuchungen wahrgenommen werden, wie es um die seelische Gesundheit steht und wie sich die Gesundheit in der Bevölkerung entwickelt.

Lars Schaade, Präsident des RKI
585.000 Euro von Beginn an geschreddert
Und dafür wurden 180.000 Briefe mit drei Dingen raus gejagt: Fünf Euro in bar, einem QR-Code zur Studie und der Hoffnung, dass sich 30.000 Menschen melden. Die Forscher gehen davon aus, dass 65 Prozent der angeschriebenen Deutschen sich NICHT melden. Heißt: Von den insgesamt 900.000 Euro, die cash durch die Republik geschickt wurden, wurden vom Start weg 585.000 Euro abgeschrieben. Das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtete zuerst über den Fall.
Wird aber noch irrer: Wer sich durch die fünf Euro zur Teilnahme an der Studie verlocken lässt, den erwartet noch mehr. Kein Kühlschrank, keine Kreuzfahrt – sondern weitere zehn Euro!

Tach, Post: Ob er viel Geld im Gepäck hat, ohne es zu wissen?
Ich habe zu diesem ganzen Vorgang drei Gedanken.
Erstens: Wenn mir jemand fünf Euro bar in die Hand drückt, um was auch immer dafür zu verlangen – ich würde entweder wegrennen oder die Polizei anrufen, weil mir jemand ganz offenbar mit ganz fadenscheinigen Geschäftspraktiken einen zweifelhaften Deal aufzwängen möchte. Ich hätte nicht gedacht, dass diese halbseidene Bargeld-Lock-Methode die Unterstützung der Bundesregierung findet.
Zweitens: Denkt denn niemand mehr nach, wie das wirken könnte, wenn man Steuergeld mit der Post verschickt? Haben Regierung und RKI nicht genug PR-Berater, die einem sagen könnten: Das kommt irgendwie komisch, wenn wir eigentlich alle sparen müssen und gleichzeitig unsere Bürger als Test-Kaninchen mit ihrem eigenen Geld (nichts anderes ist Steuergeld!) locken?
Drittens: RKI und Lauterbach-Ministerium verschicken das Geld ja nicht, weil sie ein schlechtes Gewissen haben oder sich für ihre miserable Corona-Politik entschuldigen möchten. Sie verschicken das Geld mit der Post, weil sie einfach keine Ahnung vom Leben haben. Geld überweist man oder übergibt man, wenn es einem etwas wert ist. Wenn es einem egal ist, verschickt man es mit der Post oder schmeißt es zum Fenster raus. Das Steuergeld ist Lauterbachs Forschern egal, weil es nicht ihr Geld ist – es ist unser Geld. Wer genehmigt so etwas?!
Ungeöffnet in den Müll
Noch ein letztes Mal: Da flattern gerade 900.000 Euro in kleinen Scheinen durchs Land in der Hoffnung, dass genug Menschen darauf anspringen, um eine Studie durchziehen zu können. Was machen sie denn, wenn nicht genug Bürger mitmachen? Wird dann auf zehn Euro erhöht? Wobei: Wahrscheinlich wird dann eine Kommission gegründet, in der Lauterbach mit seinen Forschern ergründet, wo der perfekte Lockvogel-Preis anzusiedeln ist.
Ausdenken kann man sich das alles nicht mehr. Ein Wunsch noch: Sollten Sie zu den 180.000 zufällig ausgewählten Deutschen gehören, die den Jackpot-Brief in der Post haben, so hoffe ich inständig, dass Sie das Schreiben nicht ungelesen entsorgt haben. Mir könnte das durchaus passieren. Wenn ich zuerst den QR-Code und dann den Fünf-Euro-Schein sehen würde, würde alles gemeinsam im Müll landen.
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