Thomas und Lisa Müller: Blick hinter die Fassade des Glücks
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Die Zäune können noch so hoch sein, die Mauern des Hauses noch so dick: Man kann nicht bewahren, was nicht mehr existiert. So scheint es leider dem Ehepaar Thomas und Lisa Müller ergangen zu sein. Sie haben sich getrennt – offiziell.
Alles, wirklich alles schien für die beiden in besonderem Glanz zu leuchten: Er aus einfachen Verhältnissen, Abitur mit 19, aus Pähl in Oberbayern, Vater bei BMW, Fußball-Genie schon als Kind. Ein Sympathieträger, nie überheblich, Träger des häufigsten deutschen Namens. „Er ist einer von uns“, sagten die Leute. Einer zum Anfassen.
Sie im gleichen Alter, bildhübsch (darf man nicht mehr sagen, mache ich aber trotzdem). Heute erfolgreiche Dressurreiterin. Damals das Mädchen von nebenan, buchstäblich. Und gescheit, das sieht man auf jedem Foto aus dieser Zeit.

Lisa Müller: „Es war seine Art, es passte“
In der im März 2025 veröffentlichten Prime-Doku „Thomas Müller – Einer wie keiner“ sprachen die beiden über die Anfänge ihrer Liebe. Sie sagt: „Ich glaube, es war Ende seiner A-Jugendzeit, als wir uns kennengelernt haben.“ Der heute 36-Jährige spielte von 2000 bis 2008 im Jugendbereich des FC Bayern München, später im Jahr 2008 wechselte er zu den Profis. Sie erinnert sich: „Dass wir uns verlobt haben, war schon vor seinem ersten Profivertrag, aber geheiratet haben wir danach.“
In der Doku erzählt Lisa Müller auch, was sie an ihrem langjährigen Partner so toll fand, dass sie sich in ihn verliebt hatte: „Er war schon immer locker und lustig und charmant. Einfach die ganze Art war es, die passte. Ich war auch der richtige Matchpartner für ihn, der ihm auch mal einen blöden Spruch hingeknallt hat.“ Vom Fußball hatte sie anfangs keine Ahnung …

Thomas Müller (links) und der ehemalige Bundestrainer Joachim Löw kommen zur Premiere der Prime-Video-Dokumentation „Thomas Müller - Einer wie keiner“
Thomas Müller: „Mein erster Gedanke: Ab zu Lisa“
Geradezu zärtlich spricht Thomas Müller über die frühen Zeiten. Er sagt: „Wir waren uns eigentlich schon sehr schnell nahe. Weil ihre Wohnung, in der sie gewohnt hat, sehr nahe an meiner Arbeitsstätte, an der Säbener Straße war. Der erste Gedanke, nachdem der Fußballschuh ausgezogen war, war natürlich: Ab zu Lisa.“
Und sie berichtet: „Dadurch, dass wir uns so kurz vor der Sommerpause kennengelernt haben, hab’ ich gesagt: Okay, dann fahren wir eine Woche in Urlaub.“ Nach dem Trip nach Italien habe Thomas Müller dann immer mehr Klamotten in ihre Wohnung gebracht. „Da dachte ich – okay, das ist doch was Ernsteres.“
Diese wunderbaren Sätze, diese wunderbare Geschichte (oder ähnliche) haben Millionen von Paaren erlebt. Das Glück kommt zwar auf verschiedenen Wegen, aber es hat immer nur ein Ziel: Du.
Und eines Tages, es ist traurig, gibt es dieses Ziel nicht mehr. Ich finde, niemand hat diesen Zustand besser ausgedrückt als der Schriftsteller Kurt Tucholsky (1890 bis 1935) in seinem Gedicht „Aus“:
„Einmal müssen zwei auseinandergehen;
Einmal will einer den andern nicht mehr verstehn;
Einmal gabelt sich jeder Weg
und jeder geht allein –
wer ist daran schuld?
Es gibt keine Schuld. Es gibt nur den Ablauf der Zeit.
Solche Straßen schneiden
Sich in der Unendlichkeit.
Jedes trägt den andern mit
Sich herum –
Etwas bleibt immer zurück.“
Welch ein Trost – für alle, deren Liebe eines Tages abhandengekommen ist.
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Louis Hagen
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