Zahl der Gewaltdelikte gegen Zugpersonal so hoch wie nie – mehr als 46 Prozent der Täter sind Ausländer
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Seit 2019 hat sich die Zahl der Gewaltdelikte gegen Bahnpersonal nahezu verdoppelt! Allein im vergangenen Jahr ermittelte die Polizei in 1.163 Fällen wegen Körperverletzung gegen Bahn-Mitarbeiter. Das geht aus einer aktuellen Statistik hervor, die NIUS exklusiv vorliegt.
Die Zahl der Gewaltdelikte gegen Bahnpersonal hat im Jahr 2025 einen neuen Höchststand erreicht. 3.023 Mal ermittelte die Bundespolizei, weil Bahnmitarbeiter Opfer wurden. Zum Vergleich: Im Jahr 2019 ermittelte die Polizei nur in 1.882 Fällen. In mehr als der Hälfte der Fälle musste die Polizei im vergangenen Jahr wegen Körperverletzung in einfachen oder schweren Fällen ermitteln.

Insbesondere der Nahverkehr entpuppt sich für Bahnmitarbeiter als gefährlicher Arbeitsplatz.
Gewalt vor allem im Regionalverkehr
Wenn sich die Gewalt gegen Zugpersonal in rollenden oder stehenden Zügen richtet, dann vor allem im Nah- und Regionalverkehr der Bahn. Etwa 80 Prozent der Gewaltdelikte geschehen dort. Im Detail: Von 2.689 Gewaltdelikten im Jahr 2025 passierten 1.208 Fälle in fahrenden oder rollenden Zügen. 78,2 Prozent der Fälle entfallen auf den Nah- und Regionalverkehr; 20,3 Prozent auf den Fernverkehr.

Die aktuellen Zahlen gehen aus einer kleinen Anfrage der AfD-Fraktion an die Bundesregierung hervor, deren Ergebnisse NIUS exklusiv vorliegen.

Mit „Deeskalationstrainings“ schult die Deutsche Bahn inzwischen ihre Mitarbeiter.
NRW als neuer Hotspot für Gewalt
Etwa 16 Prozent aller Gewaltdelikte gegen Bahnmitarbeiter im Jahr 2025 fanden in NRW statt. Bereits im Vorjahr konnte sich das Bundesland diese traurige Spitzenposition sichern. Bayern und Berlin liegen jeweils kurz dahinter. Beachtlich: Im Jahr 2019 war Berlin mit 20 Prozent der mit Abstand größte Gewalthotspot.
Mehr als 46 Prozent der Täter sind Ausländer
Besonders auffällig an der Gewaltstatistik: Seit 2019 werden etwa die Hälfte aller Gewalttaten von Ausländern verübt. Der Anteil der Tatverdächtigen blieb dabei über die Jahre stabil: 2019 = 48,4 Prozent, 2020 = 50 Prozent, 2021 = 45,9 Prozent, 2022 = 49,7 Prozent, 2023 = 48,7 Prozent. Im Jahr 2024 waren Ausländer sogar mit 50,4 Prozent am häufigsten gewalttätig. Am häufigsten sind Polen tatverdächtig. Die Zahl der syrischen Tatverdächtigen, verantwortlich für 4,3 Prozent aller Delikte, erreichte 2025 einen neuen Höchststand. Darüber hinaus sind Afghanen, Türken und Rumänen in der Statistik besonders häufig unter den Tatverdächtigen vertreten.
Gewalt seit 2015 um mehr als 80 Prozent gestiegen
Die AfD-Abgeordneten wollten von der Bundesregierung außerdem wissen, wie man sich die gestiegene Zahl der Gewaltdelikte erklären könne. Das Verkehrsministerium antwortet:
„Das Reisendenaufkommen hat seit der Corona-Pandemie wieder zugenommen. Hierdurch finden auch vermehrt Kontrollen bei den Reisenden in Zügen und an Bahnhöfen statt. In den Kontrollsituationen, wie z. B. Fahrausweiskontrollen – insbesondere bei der Prüfung der Identität anhand der Personaldokumente, Durchsetzung des Hausrechts etc. –, zeigen Menschen eine aggressivere Haltung gegenüber Arbeitnehmern mit Unternehmensbekleidung, die dann in vielen Fällen durch verbale und tätliche Übergriffe zum Ausdruck kommt.“
Bedeutet: Weil das Personal so oft Kontrollen durchführt und nach den Ausweisen der Fahrgäste fragt, explodiert die Gewalt in Zügen – so die Herleitung der Bundesregierung. Der AfD-Bundestagsabgeordnete Peter Bohnhof äußert sich gegenüber NIUS fassungslos: „Die Bundesregierung schiebt die Schuld auf ‚mehr Reisende‘ und ‚mehr Kontrollen‘. Das ist zynisch. Die Wahrheit ist: Wo massenhaft illegale Einwanderung und Parallelgesellschaften entstehen, explodiert die Gewalt: auch auf unseren Bahnhöfen und in unseren Zügen.“

Peter Bohnhof (AfD)
Deeskalationstrainings für Bahn-Mitarbeiter verpflichtend
Was tut die Bahn für den Schutz ihrer Mitarbeiter, wollten die Abgeordneten zudem wissen. „Nach Angaben der Deutschen Bahn AG nimmt jeder Mitarbeiter alle 2 bis 3 Jahre, die Mitarbeiter der DB Sicherheit jährlich, verpflichtend an Deeskalations-/Verhaltenstrainings teil“, erklärt die Bundesregierung. Zusätzlich erhalten alle Mitarbeiter im Nah- und Fernverkehr mit Kundenkontakt ab diesem Jahr eine Bodycam zur Verfügung gestellt, sofern sie es wünschen.

Maurice Lucke ist Zugbegleiter der Deutschen Bahn auf einer Regionalfahrt von Frankfurt nach Koblenz. Er nutzt bereits eine Bodycam.
Fahrkartenkontrollen im Regionalverkehr werden entschärft: „Bei DB Regio gilt bei der Ticketkontrolle das Prinzip Eigensicherung vor Prüfung. Ab 1. März 2026 liegt es im Ermessen des Kontrollpersonals, ob ein Fahrgast bei der Ticketkontrolle einen Ausweis vorzeigen muss.“ Bedeutet: Um Eskalationen zu vermeiden, wird etwa beim Deutschlandticket nicht mehr überprüft, ob auch wirklich der Ticketinhaber mit dem Fahrschein unterwegs ist.
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Philippe Fischer
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