Killer von Stade soll „pädokrimineller Knastausbrecher“ sein – nun auch Mutter und Patentante unter Mordverdacht
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Schwere Missbrauchsvorwürfe, Untersuchungshaft und eine mutmaßliche Flucht aus dem Gefängnis: Nach dem Sechsfach-Mord in einer Mutter-Kind-Einrichtung in Stade werden neue Details über die Vergangenheit des Tatverdächtigen Fatih G. (45) bekannt.
Nach dem Blutbad in Stade mit sechs Toten teilte die Staatsanwaltschaft Stade mit, dass jetzt auch gegen die Mutter (34) des drei Monate alten Babys und dessen Patentante (65) wegen Mordverdachts ermittelt wird. Gegen den mutmaßlichen Täter Fatih G. (45) wurde bereits Haftbefehl erlassen.
„Das Ermittlungsverfahren wird gegen alle drei Tatverdächtigen wegen des Tatvorwurfs des Mordes geführt. Ob und welcher Tatvorwurf angeklagt wird, kann erst nach Abschluss der Ermittlungen entschieden werden. Die Tatbeteiligung der beiden Frauen sowie die konkreten Abläufe und Hintergründe sind u.a. Gegenstand der laufenden Ermittlungen“, erklärte die Staatsanwaltschaft Stade.
Nach Recherchen der Bild soll der Mann, dem die Staatsanwaltschaft sechsfachen Mord vorwirft, in der Türkei bereits seit Jahren mit der Justiz in Konflikt geraten sein. Türkische Unterlagen sollen mehrere Strafverfahren dokumentieren – darunter Verfahren wegen des Verdachts schwerer Sexualdelikte.
Besonders brisant: G. soll verdächtigt worden sein, eine eigene Tochter sexuell missbraucht zu haben. Die mutmaßliche Tat soll sich am 9. Juni 2022 in Gaziantep ereignet haben. Das Verfahren werde laut Bild beim 2. Strafgericht in Kahramanmaraş geführt.
Daneben soll es ein weiteres Verfahren wegen eines schweren Sexualdelikts geben. Der zugrunde liegende Vorfall soll sich bereits am 15. Mai 2007 in Kahramanmaraş ereignet haben. Ob es in den Verfahren zu rechtskräftigen Verurteilungen kam, ist nicht bekannt. Für G. gilt die Unschuldsvermutung.
Aus der Untersuchungshaft geflohen
Noch vor dem mutmaßlichen Missbrauch seiner Tochter soll Fatih G. bereits im Gefängnis gesessen haben. Laut Bild befand er sich 2021 wegen eines anderen Delikts in türkischer Untersuchungshaft. Dann soll ihm die Flucht gelungen sein. Seit seinem Ausbruch werde in der Türkei nach ihm gefahndet. Dennoch lebte der Gesuchte später offenbar in Deutschland.
Ein Halbbruder erklärte gegenüber der Bild: „Seitdem er aus dem Gefängnis ausgebrochen ist, habe ich keinen Kontakt mehr zu ihm. Ich bin schockiert von den Morden, die ihm vorgeworfen werden.“ Bei der Staatsanwaltschaft Stade waren die mutmaßlichen Straftaten in der Türkei offenbar nicht bekannt. Staatsanwältin Julia Pirk teilte der Bild mit, dass ihre Behörde keine entsprechenden Erkenntnisse über den 45-Jährigen habe.
Baby wurde in Obhut genommen
Fatih G. soll in einer Mutter-Kind-Einrichtung in Stade sechs Menschen erschossen haben. Im Zentrum des vorausgegangenen Konflikts stand seine erst drei Monate alte Tochter, die von den Behörden in Obhut genommen worden war. Die Patentante des Babys hatte die Familie öffentlich als Opfer des Jugendamtes dargestellt. Die nun bekannt gewordenen Missbrauchsvorwürfe gegen G. lassen die Entscheidung, das Kind aus seinem Umfeld zu nehmen, jedoch in einem anderen Licht erscheinen.
Auch in Deutschland war der Beschuldigte bereits vor der Tat bei Behörden aufgefallen. Er soll Ärzte bedroht haben und im Umgang mit Behörden als aggressiv und schwierig gegolten haben. Wegen schwerer Gewaltdelikte war er nach bisherigen Erkenntnissen jedoch nicht bekannt.
G. wurde 1981 in Goslar geboren und soll dreimal verheiratet gewesen sein. Alle drei Ehen wurden demnach geschieden. Nun sitzt er in Deutschland in Untersuchungshaft – wegen des Verdachts, sechs Menschen ermordet zu haben.
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