Er sagt „Halt die Fresse!” zum Fernseher: Harald Schmidt hält Berichterstattung in Deutschland für „tendenziös”
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Melanie GrünDer Entertainer Harald Schmidt verbrachte mit Journalistin Nina Mavis Brunner für die SRF-Sendung „Kulturplatz“ einen Tag zwischen Café und Ausflugsdampfer in Zürich. Gesprächsthema war unter anderem die Politik.
Dazu der Satiriker: „Meine Herangehensweise an die Realität ist ja: Alles fantastisch, die besten Leute kümmern sich drum – ich habe nur eine kleine Frage. Ich würde nie sagen: Der und der muss weg, oder das und das und Dings. Sondern: Ein außenpolitischer Gigant hat uns heute folgendes mitgeteilt. Was heißt das für mich praktisch? Wie kann ich diese sensationelle Theorie stützen? Die Weltlage ist, wie sie ist. Und ich gehe als deutscher Familienvater und Steuerzahler damit um, aber ohne Aufgeregtheit und Panik.“

Der Late-Night-Talker moderierte bis 2014 die „Harald Schmidt Show“.
Tendenziöse Berichterstattung in Deutschland
Wie die Berichterstattung in Deutschland sei, fragte die Schweizer Moderatorin. Daraufhin Schmidt: „Berichterstattung – bei uns doch tendenziös, würde ich schon sagen. In den Moderationen, zum Beispiel bei ‚Tagesthemen‘ oder ‚heute journal‘, je nachdem, wer es macht: klar tendenziös. Im Tonfall, in der Wortwahl, in der Hinführung auf das eigentliche Thema, also kein Vergleich zum Beispiel zur BBC.“
Der 68-Jährige schreie dann auch schon mal in Richtung Fernseher: „Halt die Fresse“. Das sei eine Kombination aus Alterserscheinung und purer Emotion. Die aktuelle Berichterstattung verglich Schmidt mit einem Schauspiel: „Mich interessiert das ja nur, auch Talkshows, wie ein Ensemble: Wer ist heute besetzt, wer spielt, wer ist krank? Dafür haben sie den umbesetzt. Wer musste ran?“
Der selbsternannte Aktivrentner erklärte, er halte weiter an seinem eingefahrenen Tagesablauf fest, und spielte kurz darauf satirisch mit seiner eigenen Medienschelte: „Morgens sieben Uhr wird der Deutschlandfunk angemacht. Das höre ich zwei Stunden, dann bin ich gebrieft für den Tag.“
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