Schon bald „Leiter des crossmedialen ARD-Studios in Nairobi“: WDR-Linksjournalist Georg Restle verlässt „Monitor“
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Nach 14 Jahren an der Spitze des ARD-Politmagazins „Monitor“ zieht sich Georg Restle zurück. Der 60-Jährige wird die Sendung am 26. März 2026 zum letzten Mal moderieren, wie der Westdeutsche Rundfunk (WDR) am Dienstag mitteilte. Die Nachfolge soll zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben werden. Stattdessen wechselt Restle in die ARD-Auslandsberichterstattung: Zum 1. Juni 2026 übernimmt er die Leitung des „crossmedialen ARD-Studios in Nairobi“.
Restle, geboren 1965 in Esslingen am Neckar, gilt seit Langem als eine der prägenden Figuren der ARD. Nach einem Studium der Rechtswissenschaften in Freiburg und des Internationalen Rechts in London absolvierte er sein Volontariat beim WDR. Seit 2000 war er Redakteur bei „Monitor“, ab 2007 stellvertretender Redaktionsleiter. 2012 übernahm er die volle Leitung und Moderation. Unter seiner Ägide entwickelte sich das Magazin von einer reinen Linearsendung zu einer Marke, der immer wieder Einseitigkeit vorgeworfen wird. 2020 erhielt die Redaktion unter Restle stellvertretend den Grimme-Preis für „besondere journalistische Leistung“.
Der Journalist hat bereits Auslandserfahrung gesammelt: Von 2010 bis 2012 war er ARD-Korrespondent in Moskau, nach dem russischen Angrifsskrieg auf die Ukraine berichtete er mehrfach aus dem Kriegsgebiet und vertrat Studios unter anderem in Warschau und Nairobi.

Georg Restle redet auf der Lit.Cologne Spezial 2022, dem internationalen Literaturfestival im WDR-Funkhaus.
WDR-Chefredakteurin Ellen Ehni würdigte Restles Arbeit in der Pressemitteilung ausdrücklich: „Georg Restle steht für hintergründigen und kritischen Journalismus mit Rückgrat. Bei Monitor hat er mit seinem exzellenten journalistischen Kompass stets große Zusammenhänge aufgezeigt und deutlich gemacht, was sie für Menschen hier in Deutschland bedeuten. Er sucht Geschichten auch hinter und neben der Schlagzeile und beleuchtet akribisch die Hintergründe von Themen, die in der öffentlichen Debatte mehr Aufmerksamkeit verdient haben.“
Restle will Menschen zu Wort kommen lassen – und freut sich auf neue Herausforderung
Restle selbst erklärte zu seinem Wechsel: „Ich freue mich sehr auf die neue Herausforderung, der ich mit großer Demut begegne. Dabei geht es mir vor allem darum, die Berichterstattung aus afrikanischen Ländern in der ARD zu stärken und die großen Themen aus diesem riesigen Berichterstattungsgebiet einem deutschen Publikum näher zu bringen, gerade weil sie auch von hoher Relevanz für uns sind. Ob Geopolitik, Migration oder die neuen Kriege um Rohstoffe, damit habe ich mich bei Monitor journalistisch beschäftigt – das wird mich auch in Nairobi beschäftigen. Insoweit entspricht die neue Aufgabe auch meinem journalistischen Anspruch, Themen und Geschichten nach vorne zu bringen und Menschen zu Wort kommen zu lassen, die sonst nicht gesehen oder gehört werden.“
Das 1973 gegründete ARD-Studio in Kenia berichtet für die gesamte ARD aus fast 40 Ländern südlich der Sahara. Restle folgt auf Antje Diekhans, die seit August 2025 die WDR-Auslandsabteilung in Köln mit leitet. Das Studio wird derzeit kommissarisch von Karin Bensch geführt.

Demonstration im März in Nairobi: Künftig arbeitet Georg Restle aus Kenia.
Restle ist jedoch auch ein hochumstrittener Journalist, der in den vergangenen Jahren immer wieder massive Kritik auf sich gezogen hat. Konservative Beonbachter werfen ihm und dem „Monitor“-Team eine einseitige, linkslastige Berichterstattung vor – etwa bei Themen wie der AfD, radikalen Christen, Migration und Ausländerkriminalität. Kritiker sehen in seinen Beiträgen weniger neutrale Analyse als „wertorientierten Journalismus“, der Kritiker des öffentlich-rechtlichen Systems systematisch zu diskreditieren versuche. Restle selbst hat solche Vorwürfe stets als Angriffe der „rechten Szene“ zurückgewiesen.
Ob der Wechsel nach Nairobi die Debatte um die ARD-Berichterstattung verändern wird, bleibt abzuwarten. Die ARD versetzt mit der Personalie aber einen der polarisierendsten ÖRR-Journalisten nach Afrika.
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