Klatsche für ZDF-Boss: Warum schützt Himmler Böhmermann mit einer Lüge?
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ZDF-Intendant Norbert Himmler hatte kürzlich nach einer anwaltlichen Aufforderung von Arne Schönbohm eine Unterlassungserklärung abgegeben, wie NIUS berichtete. Auslöser waren Aussagen Himmlers im Podcast table briefings, in denen er den Eindruck erweckt hatte, das Urteil des Landgerichts München I habe keine falschen Tatsachenbehauptungen in der Sendung von Jan Böhmermann festgestellt.
Tatsächlich hatte das Gericht dem früheren BSI-Präsidenten in mehreren Punkten recht gegeben. Himmler stellte es in besagtem Podcast jedoch gegenteilig dar. Daraufhin schaltete sich sein Anwalt ein und forderte eine Unterlassungserklärung. Mit ihr verpflichtete sich Himmler, seine Darstellung des Urteils künftig nicht mehr zu wiederholen.
Am Wochenende wurde der Vorgang zudem im Podcast „Sachlich richtig“ thematisiert, moderiert von den Journalisten Alexander Teske, Annekathrin Mücke, Ole Skambraks und Peter Welchering. Diskutiert wurde dort ausdrücklich die Frage, ob Himmler gelogen habe. Die Journalisten äußerten den Verdacht, dass der ZDF-Intendant nicht irrtümlich, sondern mit Vorsatz eine falsche Darstellung des Urteils verbreitet habe. Ziel: Wiederwahl als ZDF-Intendant.
Himmler habe „bewusst die Taktik angewendet“
Himmlers Amtszeit als Intendant endet am 14. März 2027, einen Tag zuvor entscheidet der Fernsehrat über seine erneute Berufung. Nach Einschätzung der Podcaster hat die umstrittene Aussage dazu gedient, den Eindruck zu erwecken, der Intendant habe die Affäre vollständig unter Kontrolle – einschließlich des ZDF-Aushängeschilds Böhmermann, der wie kaum ein anderer ZDF-„Journalist“ seit Langem in der Kritik steht.
Die Podcast-Folge ist auf YouTube zu sehen:
Besonders deutlich wird dabei Annekathrin Mücke. „Ich glaube tatsächlich, an der Stelle hat er bewusst gelogen mit dieser Aussage.“ Himmler „muss gewusst haben, dass es im Urteil durchaus nachgewiesen war, dass Böhmermann Unwahrheiten verbreitet hat.“
Entsprechend glaubt sie, dass er „wirklich bewusst die Taktik angewendet“ hat: „Wenn ich jetzt geradeheraus sage, es war nichts falsch, das bleibt bei den Leuten hängen. Und selbst wenn vielleicht was nachkommen sollte (...) – das erreicht ja dann niemanden mehr. Aber dann habe ich es erst mal rausposaunt und für viele ist dann klar. Gut, also Böhmermann hat da nichts Schlimmes gemacht. Ich glaube, das hat er bewusst gemacht.“
Ex-ZDF-Journalist kritisiert „zweckgerichtet-taktischen Kommunikation“.
Peter Welchering spricht in diesem Zusammenhang von einer „zweckgerichtet-taktischen Kommunikation“. Es gehe darum, dem Fernsehrat zu signalisieren, dass man alles im Griff habe – und dafür habe Himmler offenkundig auch eine Unterlassungserklärung in Kauf genommen.
Welchering arbeitete selbst lange Zeit für das ZDF, beendete vor wenigen Monaten jedoch seine Zusammenarbeit – mit einem Brandbrief: „Mobbing und Angst sind im ÖRR an der Tagesordnung“, kritisiert er.
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