Sturm der Kritik an Jens Spahn wegen Leihmutter-Baby
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Auch in der eigenen Partei hat Jens Spahn mit der Nachricht, dass sein Kind von einer Leihmutter ausgetragen wurde, Empörung ausgelöst. Während Bundeskanzler Merz sich nicht äußert, werden sogar Rücktrittsforderungen laut.
Unions-Fraktionschef Jens Spahn und sein Ehemann Daniel Funke haben am Mittwoch in Bild bekanntgegeben, ein Baby zu haben. Eine Leihmutter in Amerika habe es zur Welt gebracht. Jetzt gibt es einen Sturm der Entrüstung in der Union, denn noch im Februar hatte der CDU-Bundesparteitag in Stuttgart einen Antrag der Frauenunion angenommen, der sich ausdrücklich gegen jede (!), auch „altruistische Leihmutterschaft“, wendet.
Hubert Hüppe, Vorsitzender der Senioren-Union und CDU-Vorstandsmitglied, sagte dem Focus: „Die Leihmutterschaft ist zu Recht in Deutschland verboten. Es ist nicht gut, wenn sich Politiker mit Macht und Geld darüber hinwegsetzen.“ Die Thüringische Landesvorsitzende der Frauen-Union und Landtagsabgeordnete Marion Rosin äußerte sich gegenüber der Funke Mediengruppe: Wer das Verbot der Leihmutterschaft durch eine Auslandslösung umgehe, setze sich über den Geist des deutschen Gesetzes hinweg. „Wenn die Glaubwürdigkeit eines Spitzenpolitikers verloren geht, ist Rücktritt eine Frage der Konsequenz.“
Auch die Feministin Alice Schwarzer griff Spahn scharf an. „Zu Recht ist Leihmutterschaft in Deutschland verboten“, sagte sie der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). „Denn Menschen sind keine Ware. Käuflich sollte weder eine Frau als Gebärmaschine sein noch ein für Geld produziertes Kaufkind.“

Jens Spahn und sein Ehemann Daniel Funke haben das Leihmutterverbot in Deutschland umgangen.
Spahn sprach sich selbst gegen Leihmutterschaft aus
In einem Bild-Kommentar wurde Spahn Bigotterie vorgeworfen. Auf Instagram schrieb die frühere Grüne-Jugend-Chefin Jette Nietzard: „Doppelmoral und Glückwunsch zum Babykauf“. Ein Sprecher des Familienministeriums (unter der Leitung von CDU-Politikerin Karin Prien) verwies auf das Verbot der Ersatzmuttervermittlung nach dem Adoptionsvermittlungsgesetz; der Koalitionsvertrag sehe keine Änderung vor.
Spahn wird nicht nur vorgeworfen, als Gesetzgeber ein deutsches Gesetz umgangen zu haben. Die Kritiker erinnern auch daran, dass sich der Politiker früher selbst ablehnend zur Leihmutterschaft geäußert hatte. In einem Gastbeitrag für das Magazin GQ schrieb er 2015, er könne sich als schwuler Mann und Christ „nur schwer mit der Idee eines gemieteten Mutterbauchs anfreunden“. Nun tat er es dem CDU-Abgeordneten Hendrik Streeck nach, der mit seinem Ehemann ebenfalls ein Kind von einer Leihmutter in den USA austragen ließ, wo die Praxis in mehreren Bundesstaaten legal ist.
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