Mit Allahu-Akbar-Rufen in Deutschland begrüßt: Syriens Übergangspräsident und Ex-Terrorist Ahmed al-Scharaa besucht Berlin
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Ausnahmezustand in Berlin: Der syrische Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa hat seinen ersten Besuch in der Hauptstadt begonnen. Er wurde zum Auftakt von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Schloss Bellevue empfangen. Der Ex-Dschihadist al-Scharaa gibt sich staatsmännisch. In der Hauptstadt gibt es Protest – aber auch jubelnde Syrer ziehen durch die Straßen.
Am heutigen Montag ist die Hauptstadt weiträumig abgesichert, Straßen sind gesperrt, rund um Regierungsgebäude gelten zeitweise Versammlungsverbote. Mehrere Demonstrationen laufen und sind für den Rest des Tages noch angekündigt. Sowohl Gegner als auch Unterstützer des Politikers sind auf den Straßen, es werden mindestens 5.000 Teilnehmer erwartet.
„Letzte Woche noch Völkerrecht beschworen, heute Treffen mit einem Ex-Terroristen“
Kritiker werfen al-Scharaa vor, in Syrien Gewalt gegen Minderheiten anzuwenden. Vor dem Bundeskanzleramt ist eine Mahnwache gegen seine „politische Aufwertung“ durch die Bundesregierung geplant.
Ahmed al-Scharaa ist auch unter seinem früheren Dschihadisten-Namen Abu Mohammed al-Julani bekannt, den er als Anführer der islamistischen Miliz HTS im syrischen Bürgerkrieg verwendete.
Nachdem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier al-Scharaa in Schloss Bellevue empfangen hat, schreibt Islamexperte Ahmad Mansour am Montagvormittag auf X: „Letzte Woche noch Völkerrecht beschworen – heute empfängt Frank-Walter Steinmeier den ehemaligen Terroristen und Islamisten Abu Mohammad al-Jolani.“


Al-Scharaa wurde am Montag von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Schloss Bellevue empfangen.
Auch Merz-Treffen auf dem Programm
Auf dem Programm von al-Scharaa steht auch ein Gespräch mit Bundeskanzler Friedrich Merz. Außerdem will er an einem Runden Tisch mit Unternehmern teilnehmen. Die politischen Gespräche dürften sich vor allem um die Rückführung syrischer Flüchtlinge in ihre Heimat und um den Wiederaufbau des im jahrelangen Bürgerkrieg schwer zerstörten Landes drehen.
Mit Allahu-Akbar-Rufen im Ritz-Carlton begrüßt
Bereits am Sonntag war al-Scharaa bei einem Auftritt vor Anhängern in Berlin gefeiert worden: In einem Saal des Luxushotels Ritz-Carlton skandierten Teilnehmer lautstark „Allahu Akbar!“ und applaudierten ihm stehend.
Entsprechende Szenen sind in Videos in sozialen Netzwerken sowie auf Aufnahmen der staatlichen syrischen Nachrichtenagentur Sana zu sehen. Nach deren Angaben betonte al-Scharaa bei der Veranstaltung, er sei stolz auf die Syrer in Deutschland, die ihre nationale Identität bewahrten und ein „authentisches“ Bild ihres Landes vermittelten.

Außenminster Wadephul (CDU) und Wadephul (CDU, r), Außenminister, begrüßt vor dem Beginn eines deutsch-syrischen Wirtschafts-Roundtables Ahmed al-Scharaa am Montag auf dem Weg zum Wirtschafts-Roundtable
Bei einer Pressekonferenz sagte Außenminister Johann Wadephul (CDU): „Viele Syrerinnen und Syrer mussten unter dem Druck von Diktatur und Bürgerkrieg ihre Heimat verlassen. Über eine Million Menschen aus Syrien fanden bei uns Zuflucht. Für viele ist Deutschland mittlerweile die zweite Heimat. Neben ihrer ersten Heimat, die bleibt Syrien, ihr Land. Ich will Ihnen, Herr Präsident, heute sagen: Wir stehen an der Seite Syriens. Die Syrer verdienen eine Chance und wir möchten helfen, dass diese Chance gut genutzt wird.“

Szene während der Veranstaltung
Die von al-Scharaa angeführte Islamistenmiliz HTS hatte Ende 2024 nach fast 14 Jahren Bürgerkrieg den langjährigen Machthaber Baschar al-Assad gestürzt. Anschließend wurde al-Scharaa zum Übergangspräsidenten ernannt.
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