Polen und Litauen in Alarmbereitschaft: Wagner-Söldner an der Grenze zu Belarus
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- Polen und Litauen verstärken Grenze zu Belarus.
- Belarus verlegt Wagner-Söldner an polnische Grenze.
- Polen erwägt vollständige Isolierung von Belarus
Polen und Litauen sind in Alarmbereitschaft. Der Grund: Der belarussische Präsidente Aleksandr Lukashenko hatte einen Witz gemacht, wonach die Wagner-Söldner einen Ausflug nach Warschau unternehmen könnten.
Die Söldner-Truppe ist derzeit in Belarus, um die Armee auszubilden und Militärcamps zu errichten. Lukashenko versicherte, die Wagner-Leute im inneren des Landes zu behalten, aber neuesten Erkenntnissen nach wurden die Söldner in der Nähe der belarussischen Stadt Grund an der polnischen Grenze gesichtet. „Wir haben Informationen, dass mehr als hundert Söldner der Wagner-Gruppe in Richtung der Suwalki-Lücke vorgerückt sind, unweit von Grudno in Belarus“, sagte der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki.

Wagner-Söldner bei einem gemeinsamen Manöver mit belarussischen Soldaten
Die sogenannte Suwalki-Lücke ist ein Korridor, der sich auf dem Territorium von Polen und Litauen erstreckt und zwischen Belarus und der russischen Exklave Kaliningrad liegt. Im Falle eines ernsthaften Konflikts könnte Russland durch die Kontrolle dieses Korridors die baltischen Staaten - Litauen, Lettland und Estland - vom Rest des NATO-Gebiets isolieren.
Morawiecki äußerte gegenüber der BBC seine wachsende Besorgnis über die sich zuspitzende Lage. Er sagte: „Die Situation wird immer gefährlicher. (...) Höchstwahrscheinlich werden [die Wagner-Mitarbeiter] sich als belarussischer Grenzschutz ausgeben und illegalen Migranten dabei helfen, polnisches Territorium zu betreten und Polen zu destabilisieren.“ Er fügte hinzu, dass diese Söldner wahrscheinlich versuchen würden, „unter dem Vorwand, illegale Migranten zu sein, nach Polen einzureisen, was eine zusätzliche Bedrohung darstellt.“
Morawiecki betonte, dass dies wahrscheinlich ein weiterer Schritt in Richtung eines hybriden Angriffs auf Polen sei. Er teilte auch mit, dass in diesem Jahr bereits 16.000 versuchte Grenzübertritte von Migranten aus Belarus registriert worden seien. Er behauptete, dass Lukaschenko und der russische Präsident Wladimir Putin versuchen würden, diese Migranten „nach Polen durchzudrücken“.

Lukashenko beim Besuch in einem Flüchtlingslager an der polnischen Grenze.
Wagner-Söldner sind keine militärische Gefahr
Polen und Litauen ziehen in Betracht, ihre Grenzen zu Belarus zu schließen. Litauens stellvertretender Innenminister, Arnoldas Abramavičius, bestätigte dies und sagte: „Diese Überlegungen sind real. Die Möglichkeit, die Grenze zu schließen, besteht“. Der polnische Innenminister Mariusz Kamiński hatte bereits einen Tag zuvor die Möglichkeit einer „vollständigen Isolierung von Belarus“ angesprochen. Aufgrund gegenseitiger Sanktionen ist der reguläre Verkehr zwischen diesen Ländern bereits stark eingeschränkt.
Abramavičius betrachtet die rund 1200 Wagner-Söldner in Belarus nicht als militärische Bedrohung für Polen, das seit 1999 NATO-Mitglied ist. Als Reaktion auf gemeinsame Übungen von Wagner-Kämpfern und belarussischen Spezialkräften verlegte Polen Mitte Juli dennoch mehr als 1000 Soldaten aus dem Westen in den Osten des Landes.
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