Es gab Tote: Kreuzfahrtschiff mit gefährlichem Hantavirus kommt nach Europa
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Spanien hat dem von Hantavirus-Fällen betroffenen Kreuzfahrtschiff „Hondius“ das Anlaufen eines Hafens auf den Kanarischen Inseln erlaubt. Diese Entscheidung sei in Abstimmung mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der EU gemäß internationalem Recht und humanitären Prinzipien getroffen worden, teilte das Gesundheitsministerium in Madrid mit.
Das betroffene kleine Kreuzfahrtschiff mit insgesamt knapp 150 Menschen an Bord war vom Süden Argentiniens aufgebrochen und ankert derzeit vor Kap Verde.
Bislang sind drei Passagiere der unter niederländischer Flagge fahrenden „Hondius“ gestorben, ein älteres niederländisches Ehepaar und eine Frau aus Deutschland. Die WHO geht derzeit von insgesamt sieben Erkrankungsfällen aus.
Deutsche Kontaktperson wird ausgeflogen
Eine deutsche Kontaktperson der verstorbenen Passagierin soll nach Deutschland gebracht werden. Nach Informationen der Bild handelt es sich um eine Frau, die am Flughafen Amsterdam von einem Hochinfektionstransport der Feuerwehr Düsseldorf abgeholt und in die Uniklinik Düsseldorf gebracht werden soll. Ob sie sich ebenfalls mit dem Hantavirus infiziert hat, ist bislang unklar – Symptome habe sie bisher nicht gezeigt. Sie hatte jedoch Kontakt zu der verstorbenen Deutschen und soll vorsorglich untersucht und getestet werden.
Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) untersuche das Schiff eingehend, um festzustellen, welche Personen dringend von Kap Verde aus evakuiert werden müssten, teilte das Ministerium weiter mit. Die übrigen Passagiere werden mit dem Kreuzfahrtschiff demnach zu den Kanarischen Inseln fahren, wo sie voraussichtlich innerhalb von drei bis vier Tagen eintreffen werden.

Das niederländische Kreuzfahrtschiff MV Hondius, das vor den Kapverden vor Anker liegt.
Kanaren sind der nächstgelegene Ort mit Kapazitäten für Hilfe
Die Weltgesundheitsorganisation habe erklärt, dass Kap Verde – ein kleiner Inselstaat vor Westafrika – diesen Einsatz nicht selbst durchführen könne, betonte das spanische Ministerium. Die Kanarischen Inseln seien deshalb der nächstgelegene Ort mit den notwendigen Kapazitäten. Spanien habe eine moralische und rechtliche Verpflichtung, diesen Menschen zu helfen. Darunter seien auch mehrere spanische Staatsbürger.
Deshalb habe die Regierung in Madrid auch zugestimmt, dass der Arzt der „Hondius“, der sich in kritischem Zustand befinde, noch in den kommenden Stunden mit einem Lazarettflugzeug auf die Kanarischen Inseln geflogen werde, teilte das Gesundheitsministerium weiter mit.
Kanaren-Präsident stellt sich quer
Doch es gibt bereits Widerstand! Fernando Clavijo, Präsident der Kanarischen Inseln, will nicht, dass das Schiff mit dem gefährlichen Virus an Bord an den Inseln anlegt. Er postete auf X: „Heute habe ich ein Treffen mit Präsident Sánchez angefordert angesichts des Mangels an Koordination und Information über das Kreuzfahrtschiff, das von einem Ausbruch des Hantavirus betroffen ist. #Canarias handelt immer mit Verantwortung, kann aber Entscheidungen, die hinter dem Rücken der kanarischen Institutionen getroffen werden und ohne ausreichende Information an die Bevölkerung, nicht akzeptieren.“
Der genaue Hafen auf den Kanaren vor der Westküste Nordafrikas, den das Kreuzfahrtschiff anlaufen soll, stand zuletzt noch nicht fest. Geplant ist, dass, sobald angekommen, Besatzung und Passagiere untersucht, gegebenenfalls medizinisch versorgt und in ihre jeweiligen Heimatländer zurückgebracht werden, wie es in der Mitteilung des Ministeriums hieß.

Das niederländische Außenministerium hat mitgeteilt, drei Erkrankte sollten von Bord der „Hondius“ geholt und in die Niederlande ausgeflogen werden. Zu ihnen gehöre ein Niederländer. Dies solle „so schnell wie möglich geschehen“, teilte das Ministerium mit.
Die WHO vermutet, dass die Infektionskette von dem mittlerweile verstorbenen niederländischen Ehepaar ausging, das sich vor der Einschiffung in Argentinien noch an Land angesteckt haben könnte.
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